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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Ludewig, P.: Neue Beobachtungen über die Ausbreitung starker Schallwellen in der Atmosphäre, 385 
24. Herr Dr, E. E,, Merzig a. d. Saar, schreibt am 24. II 1916: 
‚Nach meiner Ansicht scheint tatsächlich der Geschützdonner im Winter besser 
hörbar zu sein als im Sommer, wenigstens hat man hier im Winter den Kanonen- 
donner häufiger und deutlicher gehört.« 
25. Herr Dr. K.M,, z. Zt. Lüttich, schreibt: »Wie weit nun die Jahres- 
zeit auf die Hörbarkeit des Kanonendonners einwirkt, dieser Frage gegenüber 
bin ich der Ansicht, daß eben im Sommer die bewaldeten Höhen den Schall- 
wellen starke Hemmnisse entgegensetzen.« 
III. Kleine Mitteilungen. 
26. Frau E. Sch., Dortmund, berichtet über Beobachtungen, die sie im 
Sommer und Herbst 1915 in Peterstal im badischen Schwarzwald machte, Unter 
anderem schreibt sie: »Am deutlichsten hörte ich den Kanonendonner merk- 
würdigerweise immer in einer stillen Talmulde, die rings von hohen Berghalden 
umgeben war, und etwa 75 m hoch über dem Renchtale lag. Jeder Schall war 
von einer deutlich spürbaren Lufterschütterung begleitet, die an sich schon 
genügt hätte, um genau die Richtung zu bestimmen, aus der der Schall kam. 
Dicht über dem Erdboden war der Schall stärker vernehmbar, was ich oft 
konstatieren konnte, wenn ich auf meinem niedrigen Liegestuhl oder auf dem 
Erdboden lag.« . 
27. Herr V. R. schreibt aus dem Lager Elsenborn am 9. II 1916: 
»Ob die Jahreszeit auf die Hörbarkeit des Kanonendonners Einfluß hat, ist um 
so mehr zu bezweifeln, da die Wahrnehmung gemacht wurde, daß hier der Ge- 
schützdonner sowohl im Sommer als auch im Winter und sogar bis in die letzte 
Zeit hinein zu hören war.« 
28. Herr Kaufmann B.G., Bocholt i. West£, schreibt am 6. II. 1916: 
‚Hin und wieder hörten wir dann im Winter 1914 manchmal, anscheinend von 
der See her, dumpfe Detonationen; einen bestimmten Zusammenhang mit den 
Vorgängen an der Front haben wir aber nicht feststellen können, Ich will auch 
noch bemerken, daß unsere Warnehmungen fast ausschließlich in größeren, zu- 
sammenhängenden Kiefernwaldungen gemacht worden sind.« 
29. Herr Vizefeldwebel W. in einem Infanterie-Regiment schreibt 
aus dem Felde: »Zeitweise lagen wir in der Champagne, einer kahlen, öden 
Gegend, in Ruhestellung. Diese war etwa 6 km von der vorderen Stellung ent- 
fernt. Die vordere Stellung war auf einer kleinen Anhöhe. Von dort zurück 
war nach der Ruhestellung zu etwa 20 Minuten etwas fallendes Gelände, dann 
ging es wieder ziemlich steil bergan bis zur ungefähren Höhe der Stellung, dann 
wieder etwas bergab, wieder bergan, bergab, wo unsere Ruhestelldng an einem 
Abhange lag. Das Gelände bestand also aus kleinen Hügeln. Es ist nun oft 
vorgekommen, daß bei starkem Artilleriefeuer auf unsere Gräben, selbst bei 
heftigen Angriffen, denen fast regelmäßig ein mächtiges Artilleriefeuer voraus- 
geht, in der Ruhestellung absolut kein Schuß zu hören war; auch bei Angriffen 
unsererseits, wo viele vor uns stehende Batterien eingesetzt wurden, haben wir 
die Anhöhe erstiegen, um das Schauspiel wahrnehmen zu können, da im Lager 
kaum. etwas zu merken war. 
Seit einiger Zeit waren wir an einer anderen Stelle. Dort war unsere 
Stellung in einem Tale, Zwischen Stellung und Ruheort liegt ein langgezogener 
Bergkegel von rund 6 km. Dieser ist zu Anfang und zu Ende ziemlich dicht 
bewaldet (Tannenwald); auf der Höhe selbst ist freies Feld, Vor einigen Sonn- 
tagen bekam ein Kompagnieabschnitt von uns Artilleriefeuer; es wurden über 
200 Granaten gezählt. Von der ganzen Schießerei ist im Ruheort rein gar nichts 
gehört worden; dabei war es schönes klares Wetter.« 
30. Herr Eichmeister R. R.,, Bonn, schreibt am 4. IL 1916: »An den 
letzten Tagen des Septembers 1914 fischte ich in Begleitung eines Forstschülers 
aus Münstereifel im Eschweilerbach (277 m über N, N.), der von größeren Höhen 
eingesäumt durch das Eschweilertal fließt. Bemerkenswert war, daß man in 
Münstereifel (261 m) fast nichts vom Kanonendonner bemerkte, desgleichen nie 
Ann. d. Hvar. usw. 1918. Heft VII.
	        
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