370 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1916.
Tabelle 2. Stündliche Windryeschwindiykeiten m/sek, und Windrichtungen am Ende der Stunden.
Bremen *) | Hamburg ! Keitum
Bremen *) | Hamburg | Keitum
16.11. 8— 90V SW 8
9—10h WSW 13
i{0—11h WSW 12
— 12h WSW 14
\—_ IbBN SW 14
On T 12
— +7 1
— 4 VNWI182
— 5b 7 164
— 6h N 17
a Ww 18
— 8b W 16
‘_9h |W 15
*) Meteorologisches
So 5
so SSo
WSW SSW
WSW SSW
WSW WSW Mr 15
WSW WSW WSW 16
WSW WSW NV 16
SW W V 15
SW 7 WSW ! WSW 14
SW WSW 15 wW 13
SW SW 15 V 11
SW W 37 N 11
SW WNWI19, W 10:
Jhservatorium der Freien und Hansastadt Bremen.
#1
SW
SW
SW
1
1.4
WSW 19
NW 18
NW 18
NW 18
WNW 16
NW ©}
NW
NNW
NW
NW
NNW
NNW
SW
SW
SW
SW
SW
SW
SW
SW
SW
HR
Zufolge den in Tabelle 2. gegebenen Aufzeichnungen der selbsttätigen
Windschreiber in Bremen, Hamburg und Keitum wehten wenigstens zeitweise
in den einzelnen Stunden stürmische Winde in Bremen von 9% V am 16. bis
6hV am 17.,, in Hamburg von 5® N am 16. bis 325 V am 17. und in Keitum von
4b N am 16. bis 7h V am 17., also während 21, 10 und 15 Stunden; die größten
stündlichen Windgeschwindigkeiten traten in Bremen von 6 bis 72N mit
18 m/sek., in Hamburg von 7 bis 83N mit 19 m/sek. und in Keitum von 8 bis
103 N mit 19 m/sek. auf, bald nach dem Eintritt der niedrigsten Barometer-
stände, der nur in Keitum, wo der Wind aus südwestlicher in nordwestliche
Richtung umging, von einer Drehung der Windfahne begleitet war. Gegen-
über den andauernd südwestlichen Winden in Hamburg haben wir für die Elb-
mündung, ähnlich ‚wie für Bremen, in der Nacht zum 17. westliche und weiter
nach Westen hin Winde aus W bis WNW und teilweise aus NW anzunehmen, wie
diese auch in Keitum aufgezeichnet worden sind; eine Erklärung für dieses Ver-
halten bietet eine Betrachtung des Verlaufes der Isobaren über dem Süden der
Nordsee auf den Wetterkarten vom Abend des 16. und Morgen des 17. Februar
(Tafel 11).
Ergänzend möge hinzugefügt werden, daß dieser Sturmwirbel während
seines Fortschreitens nach Westrußland, wie dies auf den Wetterkarten zu ersehen
ist, stürmische Winde auch an der Ostseeküste bis Memel hervorgerufen hat.
Nach den selbsttätigen Aufzeichnungen der Windschreiber auf den Normal-
beobachtungsstationen der Seewarte in Kiel von 7®N am 16. bis 4b V am 17.
(Höchstwert 16 m/sek, von 102N bis 12® N am 17.), in Swinemünde von 10% N am
16. bis 10h V am 17. (Höchstwert 15 m/sek. von 2 bis 4% V bei einer Sturmnorm
— siehe oben — von 10.5 m/sek.), in Rügenwaldermünde von 0% V bis 35 N am 17.
(Höchstwert 20 m/sek. von 4 bis 5% V am 17. bei einer Sturmnorm von 15 m/sek.),
in Danzig-Neufahrwasser von 11® N am 16. bis 4* N am 17. (Höchstwert 19 m/sek,
von 5 bis 62 V am 17.) und in Memel von 92 N am 16. bis 82 N am 17. (Höchst-
wert 21 m/sek. von 9 bis 11» V am 17.). Die Eintrittszeiten der durchweg bei
Winden aus südwestlicher Richtung auftretenden Höchstwerte der stündlichen
Windgeschwindigkeiten lassen das zeitliche Fortschreiten des Sturmwirbels gut
erkennen; die Höchstwerte selbst zeigen, daß der Sturm im Osten unserer Küste
mit kaum geringerer Stärke als im Westen geweht hat, soweit nicht etwa
charakteristische Verschiedenheiten in dem Rhythmus der Böen Unterschiede zur
Folge gehabt haben.
Da das in der Nacht vom 16. zum 17. zur Sturmflut anwachsende Hoch-
wasser rechnungsmäßig in Borkum um 9% 49min N, in Geestemünde um 0% 11min V,
in Hamburg um 3% 50min V und in Munkmarsch um 1% 31min V eintreten sollte
und somit die stürmischen Winde aus westlichen Richtungen bereits einige Stunden
vor Eintritt des vorangehenden Flutstromes und stundenlang mit großer Stärke
geweht hatten, war das Wasser wieder wie im Januar in die Helgoländer Bucht