Grossmann: Die Sturmfluten an der deutschen Nordseeküste am 13. Jan. u. 16./17. Febr, 1916. 363
gleichzeitigen Aufzeichnungen des Luftdrucks und des Windes von Hamburg für
diesen Ort dartun. Vor Erreichung des tiefsten Barometerstandes am Morgen
war der Wind südlich, dann während der etwa drei Stunden betragenden Zeit
mit geringer Änderung in der Umgebung dieses Tiefstandes westlich, worauf er
unter dem Einfluß des vordringenden Haupttiefs bis zur Zeit des absolut
niedrigsten Barometerstandes ‚aus Südwest wehte, um sodann schnell nach Nord-
west umzugehen und diese Richtung bis zum. folgenden Abend beizubehalten, wo
der Wind nach Eintrittszeit des höchsten Barometerstandes wieder westlicher
wurde. Diese Winde aus WSW bis SW unter dem Einfluß des heranziehenden
Tiefs zeigen die Aufzeichnungen, wie in Hamburg, auch in Bremen, Keitum und
dem an der Ostsee benachbarten Kiel (vgl. die folgende Tabelle 1).
Tabelle 1. Stündliche Windgeschwindigkeiten m/sek. und Windrichtungen am Ende der Stunden,
Bremen *)
Hamburg
Keitum |!
Kiel
Bremen *) | Hamburg | Keitum
— Kiel
0— IBV SW
1— 2h 3W
33h 3W
3— ab 3W
4— 5b WSW
5— 6b WSW
ö— 72h WW
7— 8b W
8— 9h WNW
9—10h -WNW
10—11h |WNW
11—12h [wnw
0— 13N'WNW
l1— 2h |WSW
2— 3h \wesw
S 9ISW. 16
SSw allSswW 118
SSw glwsw us .
Ss 100)w. 108 &
SsSwW 9wsw: 8S 8
SW 9Ww 3lsw ©
WSW 1LWSW 3l8W €
WSW 9INNW alsw
WSW LLNNW LOW
wW 9NW 10W
wr 3Nw 9w
WSW 3NW 10W
SW SIWNW 19l8w
37 2 WSW :E1W
Ww 12/WSW 15/SW
3— N
4-— 50
5— 6b
6— 7b
7— 8b
8— 99h
9—1%
Q— 11%
—12h
a4. T.
d— 13V
ı— 2b
WSW 105W
WSW 16 SW
| WSW161SW
WNW 14 SW
NW 18/|WNW
NW 19/WNW
NW 8I'NW
NW NW
NW NW
:WSW 1.8
INNW 238 9
IN 13Sw %
NNW 14/W
N 12NW
INNO 10iNW
‘NO S8/|NW 10
3NNW 9INW 10
DINNO 9NW 9
NW 11/0N0
NW. NNO
:WNW 10INNO
11 WNW 78NO
NW 11NW 7|NO
Meteorologische Station der Freien und Hansastadt Bremen.
IONW 9
LUNW 7
IONW) 7
WA 6
AINW SS
$
*)
Im äußersten Westen der Küste, der nicht auf die Südseite des Haupttiefs
gelangte, sondern in südwestlicher Lage gegen dieses: blieb, drehten die Winde,
die schon in der Nacht aus SW nach. WNW bis NW umgegangen waren, am
Nachmittag nicht vorübergehend nach Südwest, sondern wurden nur, soweit
überhaupt in ihrer Richtung beeinflußt, vorübergehend etwas westlicher. Um
das Auftreten der stürmischen Winde aus dem Südwestviertel näher zu kenn-
zeichnen, mögen aus den zweistündigen Beobachtungen der Sturmwarnungsstellen
die entsprechenden Beobachtungen von südwestlichen Winden angeführt weyden:
Um 2uW N Brake WSW 8, Neuwerk 2ı N SW 12 (6 N nach NW, 8: N nach N),
Wyk a. F. WSW 8 (31), N auf WNW bis NW 9—10), Keitum a. Sylt WSW 9, und
um 4b N Bremerhaven WSW 10, Cuxhaven WSW 9, Brunshausen (auch um 6% N)
WSW 6, Glückstadt SW 9, Süderhöft SW 9. Um 8» N wehten die Winde an der
ganzen Nordseeküste (stets einschl. der Inseln) aus NW und teilweise NNW bis N;
sie wurden nachts nördlicher und wehten am folgenden Morgen 8b V nördlich
von der Elbe überwiegend aus NNO bis NO, im übrigen aus N,
Nach den zu allen geraden Stunden auf den Sturmwarnungsstellen der
Seewarte angestellten Beobachtungen herrschten am 13. Januar an der Nordsee-
küste und über den vorgelagerten Inseln die folgenden Windstärken:
sh V
10h V
120 V
2bN
ah N
6b N
Sh N
Westlich von der Elbmündung.
6— 7 (vereinzelt 8)
7— S{( "« 9)
7— 9
8—10 ( « 11 22)
9—11
8—10 ( « 11)
8_10( « 11)
Nördlich von der Elbmündung.
6— 7 (vereinzelt 8)
6— 71 3)
7— 8 _
7— 8(
8— 9
8— 9 (
8—10-