Ann. d. Hydr. usw., XXXXIV. Jahrg. (1916); Heft VIL
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72.
Bericht über die neununddreißigste, auf der Deutschen Seewarte
abgehaltene Wettbewerb - Prüfung von Marine - Chronometern
(Winter 1915/16).
(Amtlich)
Die 39, Chronometer-Wettbewerb-Prüfung hat, wie in den Vorjahren, in der
Abteilung IV der Deutschen Seewarte unter der Leitung des Vorstandes derselben,
Professor Dr. Stechert, stattgefunden. Das Ergebnis der Prüfung ist in dem
nachstehenden Bericht enthalten,
Die Beteiligung an der Prüfung war etwas größer als im Vorjahre; im ganzen
waren 85 Chronometer von acht deutschen Firmen eingeliefert worden. Elf dieser
{nstrumente schieden in der Vorprüfung wieder aus, Die übrigen Chronometer ver-
teilen sich auf folgende Einlieferer:
Chronometer-Werke-Hamburg .
Th. Knoblich-Hamburg . .
L. Kurtz-Münster i. W... ...
A, Lange & Söhne-Glashütte i. Sa.
F. Lidecke-Geestemünde, . . .
Union-Glashütte i.Sa.. . . ..
F. Vetterlein-Glashütte i. Sa. .
C. Wiegand-Peine . ..
Bei sämtlichen Chronometern waren die in der »Aufforderung zur Be-
teiligung an der 39. Wettbewerb-Prüfung« bekannt gegebenen Bedingungen er-
füllt. Der Bau der eingelieferten Instrumente war bezüglich der verwandten
Unruhe, Spirale und Hemmung bei der vorliegenden Prüfung völlig gleichartig;
es fand allgemein die Nickelstahlunruhe, Stahlspirale und Federhemmung An-
wendung. Sämtliche eingelieferten Chronometer waren deutschen Ursprungs, es
konnten mithin auch sämtliche Chronometer mit der Anwartschaft auf Preis-
erteilung in die Prüfung eingestellt werden.
Außer diesen Instrumenten wurden einige Chronometer in der gleichen
Weise wie die Wettbewerb-Chronometer mitgeprüft,
Für die vor Beginn der Wettbewerb-Prüfung übliche Besichtigung waren
folgende Sachverständige von der Deutschen Seewarte berufen worden:
Chronometermacher William Meier, Leiter der Chronometer-Werke-Hamburg,
Chronometermacher E., Sackmann- Altona,
Hof-Uhrmacher G. Schlesicky-Frankfurt a. M,
Chronometermacher C. Wiegand-Peine.
Herr C. Wiegand übte die Obliegenheiten eines Sachverständigen aus an
Stelle von Professor L. Straßer, der am Erscheinen verhindert war.
Im Auftrage des Reichs-Marine-Amtes waren erschienen der Wirkliche
Admiralitätsrat und Vortragende Rat im Reichs-Marine-Amt Capelle, der Vor-
stand des Chronometer-Observatoriums in Kiel Korvettenkapitän a. D. Rottok
und als Vertreter des Observatoriums in Wilhelmshaven der ständige Mitarbeiter
Dr. Hessen. Weiter wohnte der Uhrmacher der Deutschen Seewarte W. Bröcking
als Ersatz-Mitglied und als technischer Berater der Behörde der Sitzung bei.
Außerdem nahm auf eigenen Wunsch an. der sich später anschließenden Be-
sprechung über Fragen aus dem Gebiete der Chronometrie der Chronometer-
macher G, Lidecke-Geestemünde teil. Endlich waren zugegen der Direktor der
Deutschen Seewarte (Vorsitzender), der Hilfsarbeiter Dr. Möller und die Beamten
der Abteilung IV.
Den Sachverständigen lag eine doppelte Aufgabe ob; erstens war festzu-
stellen, ob bei sämtlichen Instrumenten die vorgeschriebenen Bedingungen über
Fortsetzung des Textes auf S. 356.
Ann. d. Hydr. usw. 1916. Heft VIT.