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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Kleinere Mitteilungen, 
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winterungshütte, Da die südliche Abteilung zum Proviantlegen für Shackleton 
noch nicht zurückgekehrt war, wurde eine Hilfsexpedition für diese ausgerüstet, 
die aber so. schlechtes Wetter antraf, daß sie umkehren mußte. 
Am 6. Mai 1915 brach ein Orkan los, der so viel Eis von der Küste. fort- 
führte, daß das Schiff, vom Eis eingeschlossen, nach Norden in die Ross-See 
f[orttrieb. Die »Aurora« hat nun, vom Eis besetzt, eine ähnliche Trift im Ross- 
Meer ausgeführt, wie 1912 die »Deutschland« im Weddell-Meer.. Von den spär- 
lichen Nachrichten wissen wir, daß am 21. Juli das Ruder infolge einer Eis- 
pressung zerbrach; einige Tage später kam das Schiff aus der gefährlichen Lage 
frei und konnte nach Norden dampfen und drahtlos Hilferufe aussenden, die 
aber nicht beantwortet wurden. Dann wurde das Schiff wieder von Eis besetzt, 
trieb nach Nordwesten, um Kap Adare herum, sichtete die Insel Sturgo, sodann 
weiter westlich das von der »Terra Nova« 1911 entdeckte Oates-Land und so- 
dann noch weiter westlich neues Land, das festgelegt wurde. Erst am 12. Februar 
1916 kam das Schiff frei, am 1. März wurden die Waken größer, aber dafür be- 
stand erhöhte Eisberggefahr, bis die »Aurora« endlich am 14. März 1916 in 
64° 27’ S-Br., 161° O-Lg. mit voller Kraft nach Norden dampfen konnte, um 
Anfang April Port Chalmers (Dunedin) in Neu-Seeland zu erreichen, 
Soweit die bislang vorliegenden Nachrichten, Wie aus Zeitungsmeldungen 
hervorgeht, sind 10 Mann an Land zurückgeblieben, darunter augenscheinlich 
der Kapitän Mackintosh, irüher 2, Offizier auf Shackletons erster Südpolar- 
fahrt. Ob Mackintosh überhaupt von seiner Schlittenreise nach Mt. Hooper 
Point zurückgekehrt ist, darüber verlautet nichts. Da vor Anfang des Jahres 
1917 schwerlich ein Hilfsschiff Viktoria-Land erreichen kann, so sind die hier 
zurückgebliebenen Expeditionsmitglieder für 1!/, Jahre nebst den gegebenenfalls 
von der Weddell-See nach der Roß-See durchstoßenden Teilnehmern der Haupt- 
expedition auf den gelandeten Proviant wie auf den Dauerproviant der früheren 
englischen Expeditionen angewiesen, Da gute Hütten und Brennmaterial vor- 
handen sind, so dürfte dies mit Hilfe von Pinguinen. und Robben wohl gelingen. 
Viel ernster sieht die ‚Lage der Hauptexpedition in der Weddell-See aus, 
falls nicht in diesen Tagen die Rückkehr des Schiffes »Endurance« gemeldet 
wird, das als überfällig betrachtet werden muß. Die Schiffahrt in der Weddell- 
See wird von Mitte März an durch die Bildung sich schnell verstärkenden Jung- 
eises verhindert, so daß Schiffe um diese Zeit vom Eis besetzt werden, wie z. B. 
die »Deutschland« am 8. März 1912 in 74° S-Br. Die »Scotia«, welche am 13. März 
1904 (weit östlicher unter Coates Land) noch aus dem Eis frei kam, wurde am 
5. Mai aus Kapstadt gemeldet. Falls Shackleton im: April nach Süd-Georgien 
zurückgekehrt wäre, würde auch schon eine Nachricht nach Buenos Aires im 
Laufe des Monats Mai übermittelt worden sein, So besteht also keine wesent- 
liche Aussicht, daß die »Endurance« jetzt noch gemeldet wird, und man muß 
annehmen, daß das Schiff entweder auf der Rückfahrt vom Eis besetzt worden 
ist und mit ihm triftet, oder daß es im Süden festgehalten oder verloren ge- 
gangen ist. Die unklare Situation des Schiffes bedingt jedenfalls die Entsen- 
dung einer Hilfsexpedition auch in die Weddell-See‘). 
Die Ereignisse bei der Shackleton-Expedition beweisen von neuem, daß 
es bei der- Erforschung der Antarktis nicht angängig ist, das Schiff im hohen 
Süden überwintern zu lassen. Scott hatte 1902/03 die »Discovery« in der 
»Discovery«-Bucht im inneren Mac Murdo-Sund einfrieren lassen, was zur Folge 
hatte, daß das Schiff im nächsten Sommer nicht frei kam und kostpielige Ent- 
satzexpeditionen bedingte. Bei seiner 2. Expedition 1911 hatte Scott dann 
ebenso wie früher Shackleton und gleichzeitig Amundsen das Expeditions- 
schiff nach Norden zurückgesandt. Das Expeditionsschiff der 1. Deutschen Süd- 
‘) Während des Druckes geht die Nachricht ein, daß Shackleton am 31, V. in Port Stanley 
gelandet ist, „»Endurance« wurde am 27, Oktober 1915 mitten im Weddell-Meer zerquetscht und trieb 
hierauf 700 Sm im-Eis bis zum 9. April. Am 16. April landeten wir auf der Elephanten-Insel. Am 
24. April ließ ich 22 Mann in einer Eishöhle zurück und begab mich mit 5 Mann in einem Boot von 
22 Fuß Länge: nach Süd-Georgien, um Hilfe zu holen. Als ich die Insel verließ, waren alle wohl. 
brauchen aber dringend Hilfe.‘
	        
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