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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Die Häfen der britischen Kolonie Neufundland.

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An den Quarantänebeamten oder den Arzt ist zu zahlen:
Für den ersten Besuch (einschließlich Verkehrserlaubnis) $ 2.50.
Für jeden folgenden. Besuch $ 1.50.
Auswanderer- und Passagierschiffe haben einen besonderen Tarif.
Alle Zoll- und Quarantänebeamten, Lotsen und Schlepper führen eine
Quarantäneverordnung bei sich, deren Übertretung kann mit Geldbuße oder mit
dreißig Tagen Haft bestraft werden.
Die klimatischen Gesundheitsverhältnisse des Hafens sind gut.
Zollbehandlung ist zuvorkommend. Der Beamte bleibt an Bord: solange
das Schiff auf dem Strom liegt. An Schiffspapieren werden Musterrolle, Schiffszertifikat
 und Meßbrief verlangt.
Tiden. Die Hafenzeit für St. Johns-Hafen ist 7% 30min, die Springhochwasserhöhe
 beträgt. 1.1 m (3%/,’), die Nipphochwasserhöhe 1.0 m (3!/,’). In der Einfahrt
läuft nur schwacher Tidenstrom. (Fortsetzung folgt.)

Kleinere Mitteilungen.

i. Helle Plecke auf dem Meere. Diese führt W. Köppen in einer Mitteilung
 im Aprilheft dieser Zeitschrift (S. 227) auf verringerte Oberflächenspannung
zurück und fordert zur Vornahme der entsprechenden Versuche auf, Vielleicht kann
man aber auch an andere Erklärung denken. Es ist ja bekannt, daß sich Wellen
nicht sofort. bilden, wenn die entsprechenden Bedingungen, Wind z. B., eintreten,
sondern daß es längere Zeit dauert, bis sie ihre schließliche Größe erreicht
haben. Ebenso dringen sie nur ganz allmählich aus dem bewegten Teil der
Fläche in einen noch ruhigen vor, die längeren sanfteren Wellen schnell, . die
kürzeren langsamer. Steigen Wassermassen aus der Tiefe an die Oberfläche, so
erhalten auch diese die Schwingungsbewegung nicht sofort eingeprägt, die Stelle
verhält sich dann ähnlich wie eine, bis zu welcher Wellenbildung noch nicht vorgeschritten
 ist: sie wird höchstens von längeren Wellen durchmessen, die kürzeren
und die spitzen sterben vorher ab. Schon gewöhnliches Aufwirbeln des Wassers
wirkt übrigens im selben Sinn. So erinnere ich mich, wie lange auf leichtgekräuselten
 Seeflächen die Dampferwege und selbst Kahnspuren sichtbar blieben,
nicht etwa bloß einige Minuten, sondern selbst eine Reihe von Stunden. Auch
praktische Ausnutzung wurde vorgeschlagen: so sollten ‘'aufwärtsgerichtete
Flüssigkeits- oder Luftblasenstrahlen, gespeist von Röhrenleitungen am Meeresgrund,
 die Wirkung von Wellenbrechern übernehmen. Von wirklicher erfolgreicher
 Ausführung ist mir allerdings nichts bekannt.
Nun werden in einer größeren Wasserfläche, besonders wenn deren verschiedene
 Teile nicht von gleichstarkem Wind überstrichen werden, jedenfalls
Stellen vorkommen, in denen Wassermassen aus der Tiefe an die Oberfläche
treten, andere hinwieder, wo sie von der Oberfläche hinabsinken. Die letzteren
wohl weniger — hier wirkt eher die Verschiedenheit der Horizontalströmung —
sicher aber die ersten geben Anlaß zur Bildung von ruhigeren Gebieten. Auch
über deren allgemeine Form läßt sich etwas aussagen; man braucht sich nur
der von V. Bjerknes eingeführten Konstruktion der Strom- oder richtiger
Strömungslinien der Luft an der Erdoberfläche zu erinnern. Auch in der
Atmosphäre gibt es ja nicht bloß horizontale Strömungen, sondern es steigen an
einer Stelle Luftmassen auf, an andern sinken sie ab. Aus den erwähnten
Zeichnungen folgt nun, daß sowohl das Auf- wie das Absteigen im allgemeinen
längs ganzer Linienzüge am ausgesprochensten auftritt, nicht, wie man vielleicht
erwarten könnte, bloß über einzelnen geschlossenen Gebieten,
Überträgt man nun das auf die wohl nicht allzu stark verschiedenen Vorgänge
 im: Wasser, so folgt sofort, daß sich die Gebiete stärkeren Aufsteigens,
also die hellen, weniger gekräuselten Flecken, in Form langer Streifen anordnen
müssen. Wahrscheinlich hätte man darin die Erklärung der beobachteten Erscheinung,
 wobei natürlich nicht ausgeschlossen ist, daß Unterschiede der Ober-Ann.
 d. Hydr. usw. 1916, Heft VI.
            
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