Die Häfen der britischen Kolonie Neufundland.
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4 Kblg von Kap Spear. Ungefähr mitten zwischen Kap Spear und der Old Harry-
Klippe liegt noch eine kleine Klippe 7.3 m (4 Fad.) unter Wasser.
Man bleibt östlich von allen diesen Untiefen, wenn man Kap North (Motion-
Bucht) in der Richtung rw. 204° (mw. SW*/,W) mit dem an der Südseite der Motion-
Bucht liegenden Tinker-Hügel in Linie hält, und man bleibt nördlich von den Un-
tiefen, wenn man Kap Black in der Richtung rw. 262° (mw. WNW'/,W) mit der
Clig-Huk in Linie hält. ;
Kapt. B. Schiershorst schreibt über die Ansteuerung: „Von 45° 2’ N-Br.
und 52° 58’ W-Lg steuerten wir bei frischer südlicher Brise und dichtem Nebel
mit langsamer Fahrt und stündlichem Gebrauch des Lotes rw. 0° (mw. NNO®/,0).
Am 138. September 11% 30min V wurde es bei abnehmendem Nebel still. 11% 40min V
sichteten wir Gull-Eiland (47° 15’ N-Br.) in der Richtung rw. 259° (mw. WNW*?/,W)
aus etwa 10 Sm Abstand. Gull-Eiland sowohl als auch Great-Eiland (47° 11’ N-Br.)
waren sehr deutlich auszumachen, dagegen lag die Küste noch im Nebel und man
konnte nur die Spitzen der Berge sehen. Um 12% mittags kam leichte nordwestliche
Brise durch, worauf es abklarte. Um 1% 50min N passierten wir Kap Spear und sichteten
dann die Signalstation auf dem Signalhügel. Um 2% 30min N erhielten wir einen
Lotsen, passierten um 2% 40min N Fort Amherst an der Südseite der Einfahrt und
ankerten um 2% 50min N: im Hafen von St. Johns.“
Eis. Der Hafen von St. Johns friert selten zu, auch ist er in gewöhnlichen
Wintern selten eine Woche lang anhaltend durch Eis geschlossen, immerhin war
in den Jahren 1875 und 1882 der Zugang wochenlang sehr schwierig. In den Jahren
1898 bis 1908 war er selten mit Eis ausgefüllt, und dann auch nur für einen Tag.
Das Eis verschwindet aus dem Hafen gegen Ende März. Zeitig im Frühjahr treiben
bei vorherrschenden östlichen Winden schwere‘ Massen Feldeises an die Küste,
und zeitweise treiben selbst noch im August Eisberge in der Einfahrt und füllen
sie mehr oder weniger aus. Feldeis von 0.2 m bis 0.5 m Dicke trifft man von Januar
bis Mitte Februar, es verschwindet wieder im April oder Mai,
Eisbrecher sind nicht vorhanden, für Eis verstärkte Schleppdampfer
halten den Hafen offen. Schiffe brauchen des Eises halber keine besonderen Vorsichts-
maßregeln zu treffen. Der Schiffsverkehr geht das ganze Jahr hindurch vonstatten.
Nebel ist in St. Johns nicht so häufig als weiter südlich, und häufig ist es
innerhalb von Kap Spear klar, wenn es in See nebelig ist. .
Leuchtfeuer. Siehe „Leuchtfeuer aller Meere‘ 1914, Heft V, Tit. VI. Bei
starkem Frost kann das Feuer auf Fort Amherst als Festfeuer erscheinen.
Signalstellen. Der Leuchtturm auf Kap Spear und die Signalstation
auf dem Signalhügel sind mit den internationalen Signalflaggen ausgerüstet. ;
Lotsenwesen. In St. Johns sind zwölf Lotsen angestellt. Sie kommen den
Schiffen in einem schwarzen Segelboote mit einem gelben Streifen unter dem ersten
Plankengang bis etwa 11!/, Sm außerhalb der Einfahrt entgegen. Das Boot führt
an jedem Bug eine weiße, im oberen Teil der Fock eine schwarze Nummer. Außer-
dem zeigt es noch eine Flagge im Topp, nach Berichten der oben. angeführten
Kapitäne zeigt das Boot die Flagge P oder die englische Lotsenflagge. Bei Nacht
führt das Boot die für Lotsenfahrzeuge üblichen Lichter. Beim Auslaufen verläßt
der Lotse das Schiff eben außerhalb der Einfahrt. Lotsensignale. Schiffe er-
halten einen Lotsen, wenn sie dem Leuchtturm auf Kap Spear oder der Signal-
station auf dem Signalhügel das Lotsensignal zeigen.
Es herrscht Lotsenzwang und muß auch Lotsengeld bezahlt werden, wenn
kein Lotse genommen wird. Ausgenommen sind Schiffe, die dem englischen Staate
oder einem königlichen Yachtklub angehören und Küstenfahrer und Schiffe, die
erst von einem Lotsen angesprochen werden, nachdem sie innerhalb der Einfahrts-
huken sind. In letzterem Falle kann jedoch von der Behörde dem Lotsen das Lots-
geld zugesprochen werden, wenn infolge schlechten Wetters das Lotsenboot nicht
hat in See gehen können. Alle lotspflichtigen Schiffe müssen schon vor der Einfahrt
die Haus- oder die Nationalflagge zeigen.