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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Reinicke, G.: Beobachtungen ‚über die Sichtigkeit der Luft. 
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\ 
Wäre’ täglich beobachtet worden, so ergäbe sich daraus die 
Tabelle 2. Zall der Tage mit Sichtweiten, 
Sichtweite 
10 
8 
Q 
„ 
fi 
4 
7 
DI 
0 
1915 
April 
Mai | 
Juni 
Juli | 23 3 2 „2 1 — 
August 11 13 - 3 2 — | 1 
September 3 9 7 5 2 3 
Oktober 
November 
Dezember 
L 
a 
| = |= 
3 14 | 4 3 — = | 2 
‘| 8 | 4 2. 1 — 1 
5 9 —_ 4 1 
1 1 
4 — 
1916 
Januar 3 11 4 7 1 — — — 3 
Februar | 4 2 1 10 2 1 4 — |] 2 | 
März _ 0| 5 3 0 8 3 zn 5 
Jahr | 105 1 68 | 4 | 61 | 23 | 23 | 122 | 2129| 918 
Um die Änderungen der Sichtweiten mit der Jahreszeit noch deutlicher 
hervorzuheben, wurden mit den tatsächlich angestellten Beobachtungen als Unter- 
lage die folgenden mittleren Sichtweiten berechnet, ; 
Mittlere Sichtweiten um 9!/, Uhr vorm. in Kilometern, 
1915 
April | Mai | Juni | Juli | Aug, | Sept. | Okt. | Nov. ı Dezbr. 
1916 
Januar! Febr. | März 
km | 85 | 125 | 185 | 125 | 95 | 27 | 25 | 13 | 27 | zu | 61 | 57 
In diesen Zahlen zeigt sich eine verhältnismäßig regelmäßige Schwankung 
der Sichtweite mit einem .Höchstbetrage (18.5 km) im Juni und. einem Mindest- 
betrage (1.3 km) im November; aber es fällt sofort auf, daß der regelmäßige 
Verlauf der Sichtigkeitskurve durch eine hohe. Zahl im Januar und durch eine 
niedrige im März (1916) beeinträchtigt wird. Die Ursache davon wird klar, 
wenn man zu den 23 tatsächlich angestellten Sichtweitenbeobachtungen im Januar 
1916 (um 9!'%, Uhr vorm.) die Windbeobachtungen bringt. Es entfallen dann 
nämlich 19 Beobachtungen auf mäßige bis starke westliche, drei Beobachtungen 
auf leichte bis schwache Östliche Winde und eine Beobachtung — mit Sicht- 
weite 0, also starkem Nebel — auf Windstille, Der März dagegen mit verhältnis- 
mäßig zu niedriger Sichtweite hat sich durch Vorherrschen östlicher, im all- 
gemeinen schwacher Winde ausgezeichnet. Die größeren Sichtweiten haben bei 
den westlichen, die geringeren bei den östlichen Winden stattgefunden, 
Diese Tatsachen führen dazu, die Windverhältnisse mit den beobachteten 
Sichtweiten in Verbindung zu bringen, und dabei stellen sich — immer wurden 
die Sichtweiten um 9'/, Uhr, der Wind schon um 8 Uhr beobachtet — die 
folgenden monatlichen Verhältnisse heraus, 
1915. April. Ziemlich gleichmäßig auf alle vier Kompaßviertel verteilte, 
leichte bis höchstens mäßige Winde, — Die Sichtweiten 10 bis 7 = 26 bis 3 km 
sind bei Winden aus allen Richtungen und von Stärke 2 bis 4, die Sichtweiten 5 
= 1.4 km sind bei leisen bis höchstens schwachen östlichen Winden notiert. 
Mai. Die östlichen Winde haben im Verhältnis von 3:1 überwogen und 
nur einmal die Stärke 4 erreicht, meistens nur Stärke 2. — Die vier Beob- 
achtungen mit den kleinen Sichtweiten 7 bis 8 = 3 bis 6 km sind bei leichten 
östlichen und bei leichten westlichen Winden vorgekommen; nur einmal herrschte 
bei der Sichtweite von 6 km Südwind, Stärke 7. 
Juni... Die östlichen Winde haben sich zu den westlichen wie 17:11 ver- 
halten, die östlichen, unter denen südöstliche überwiegen, waren im allgemeinen 
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