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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1916,
Die Beantwortung dieser Fragen hängt offenbar ab vom Ort, von der
Jahreszeit und von der Tageszeit (dabei ist wegen der Schwierigkeit von Angaben
über Sichtweiten bei Nacht, als Tageszeit zunächst nur die Zeit gemeint,
während der die Sonne ihren Tagbogen beschreibt).
Wie verschieden der Begriff der gewöhnlichen Sichtweite sein wird, je
nachdem man dabei an die Luft über unseren norddeutschen Flußmündungen
denkt oder an die fast immer durchsichtige Luft gewisser subtropischer Gebiete,
leuchtet ohne weiteres ein. Aber auch die Begriffe v = sehr sichtig, m = dunstig,
f=— neblig — von durch Unterstreichen bezeichneten Stärkegraden ganz abgesehen
— sind alles andere als eindeutig. Die Aufzeichnungen werden ganz nach
der jeweiligen Auffassung der Beobachter gemacht. Bekannt ist, wie verschiedene
Angaben über Sichtweiten z. B. vor den Seeämtern gemacht werden, und bekannt
sind auch Klagen über Nichtabgeben von Nebelsignalen durch die Nebelsignalstellen
bei dickem Wetter. Man hat das Nichtabgeben von Nebelsignalen wohl
der Trägheit der Wärter zugeschrieben; wenn man sich aber überlegt, daß diese
vielerorts für das Abgeben von Nebelsignalen besonders bezahlt werden, so wird
man es vielmehr der Unsicherheit bei der Beurteilung der Sichtigkeitsverhältnisse
zurechnen müssen. Um zunächst einmal zu bestimmteren Angaben zu
kommen, sind vom Verfasser von April 1915 bis April 1916 regelmäßig um
9!/, Uhr vorm. von der Deutschen Seewarte aus Beobachtungen angestellt, und
zwar wurde als Sichtweite für ein Seemannsauge vermerkt:
Sichtweite wenn von der Seewarte aus Entf. in Metern
0, der obere Turm der Landungsbrücke nicht zu sehen war (150)
„€ « < erkennbar war 150
2, « Tunnelturm auf Steinwärder 600
2, das Elbdock von Blohm & Voß 1100
4, « Gerüst « « « « 1300
5, der Riesenkran von Blohm & Voß 1370
5, das Gerüst der Vulkanwerft 2500
7, der Köhlbrandstrand „2... 2800
8, die Mühle und der Wasserturm auf Finkenwärder erkennbar waren 6000
9, der Kamm der Haake erkennbar war .. .. .. 11 000
10, der Kamm der Höhe hinter Neukloster erkennbar war . . . 26000
Die Ent ernungen sind aus der Karte entnommen. Bessere Abstufungen
und größere Entfernungen als 26 km boten sich nicht dar,
Da vom 1. April 1915 bis zum 31. März 1916 nur an 311 Tagen Beobachtungen
vermerkt sind (durchschnittlich an 26 Tagen im Monat), so wurden die
angeschriebenen Sichtweiten zunächst in Prozenten ausgedrückt, was die folgende
Tabelle ergibt.
Tabelle 1.
Häufigkeit der Sichtweiten in % um 9!/, Uhr M. E. Z, von der Seewarte aus. 1915/16.
Sichtweite
1915
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezemher
1916
Januar
Februar
März
Jahr
10
%
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7
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