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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1916, 
1. an der Winterstation des »Gauß«, 2. an der Zweigstation auf Kerguelen und 3. auf 
der Seefahrt des »Gauß« enthalten. Für diese Veröffentlichung konnte das Schema 
der Stationen I. Ordnung angewandt werden, so daß man dort die stündlichen Werte 
der Hauptelemente der Witterung (Luftdruck, Lufttemperatur, absolute und relative 
Feuchtigkeit, Windrichtung und -Stärke, Bewölkung, Boden- bzw. Meerestemperatur) 
angegeben findet, und zwar für folgende Zeiträume: für die Winterstation des 
»Gauß« vom 19. Februar 1902 bis 18. Februar 1903 (unter Zuziehung von einigen 
Tagen der Eistrift des Schiffes), für die Kerguelen Station vom 8. Januar 1902 bis 
15, Februar 1903, für die Seefahrt vom 22. August 1901 bis 23. November 1903 mit 
Ausnahme der Zeiten, in denen das Schiff in Häfen oder an der Winterstation lag. 
Die im Textbande bisher veröffentlichten Untersuchungen behandeln 
zunächst die Witterungsverhältnisse an der Winterstation, die bekanntlich im 
indischen Quadranten des Südpolargebiets gelegen war (66° 2’ S-Br., 89° 38’ O-Lg. 
von Gr.). Wegen der außerordentlich günstigen, von lokalen Einflüssen freien 
Lage dieses Ortes war es möglich, die Ergebnisse der dortigen Beobachtungen 
in weitgehendem Maße zu verallgemeinern, wobei noch die zeitweiligen Beobach- 
tungen an dem südlicher gelegenen Gaußberg gute Dienste leisteten. Darüber 
hinausgehend vermochte sich die Darstellung unter Verwendung der Ergebnisse 
der früheren und gleichzeitigen Südpolar-Expeditionen zu einer umfassenden Be- 
trachtung über die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre im Bereich der höheren 
südlichen Breiten zu erheben, Die daraus abgeleiteten Schlußfolgerungen haben 
zu einer wesentlich anderen Auffassung über die Luftdruck- und Windverteilung 
und über den Wasserhaushalt im Südpolargebiet geführt, wie sie bis dahin üblich 
war!), Und wenn das neu gewonnene Bild auch noch in manchen Zügen einer 
Verbesserung fähig ist, so darf doch angesichts der z. B. von W. H. Hobbs da- 
gegen geäußerten Bedenken mit Genugtuung darauf hingewiesen werden, daß 
u. a. auch die Ergebnisse der Amundsenschen Südpolar-Expedition nach der vor 
kurzem erschienenen eingehenden Bearbeitung von H. Mohn, wie dieser Forscher 
am Schlusse hervorhebt®), eine neue Bestätigung dafür gebracht haben. 
Mit der eingehenden Durcharbeitung der an der Winterstation gesammelten 
Beobachtungen ist der wesentlichste Teil der Untersuchungen über die meteoro- 
logischen Ergebnisse der Deutschen Südpolar-Expedition selbst als erledigt an- 
zusehen. Die noch nicht veröffentlichte Diskussion der Beobachtungen an der 
Kerguelen-Station und auf der Seefahrt des »Gauß« wird allerdings noch zu einigen 
interessanten Einzelergebnissen führen, aber kaum eine so allgemeine Bedeutung 
für die Aufklärung bisher unbekannter Verhältnisse gewinnen können, wie jene 
Beobachtungen am Rande der Antarktis. 
Neben dem im engen Anschluß an die Expedition aufgestellten Arbeits- 
programm ist die Verwertung des Beobachtungsmaterials in Angriff genommen, 
das durch die Internationale Meteorologische Kooperation gesammelt 
wurde, Man wird sich erinnern, daß die meteorologische und erdmaghnetische 
Erforschung des Südpolargebiets, die zu Anfang des Jahrhunderts von je einer 
deutschen, englischen, schwedischen, schottischen und französischen Expedition 
erstrebt wurde, dadurch eine breitere Grundlage erhielt, daß gleichzeitig mit 
diesen Unternehmungen an allen Observatorien und auf allen Schiffen, die süd- 
lich von 30° S-Br. bestanden bzw. fuhren, nach einem einheitlichen Plane Beob- 
achtungen gemacht wurden. Die Anregung zu diesem internationalen Unter- 
nehmen war von deutscher Seite ausgegangen und besonders durch den rührigen, 
stets nach großen Gesichtspunkten drängenden Dr. Bidlingmaier gefördert 
worden, um dessen frühen, auf dem Felde der Ehre erlittenen Tod wir heute 
trauern. Die durch ihn und seine Fachgenossen organisierte internationale 
meteorologische und erdmagnetische Kooperation hat dann ein sehr wertvolles, 
die höheren südlichen Breiten umfassendes Beobachtungsmaterial geschaffen, das 
nach der Rückkehr der Expeditionen in Berlin und London zusammenkam. 
1) Einen gedrängten Überblick über meinen Standpunkt findet man in der Geogr. Zeitschr, 1914: 
TE und Probleme der meteorologischen Forschung in der Antarktis. Vgl. auch Meteor, Zeitschr, 
1911, S. 347 ff. 
. 2) R. Amundsen, Antarctie Expedition. Scientific results, Meteorology by H. Mohn. 
Kristiania 1915, S. 76.
	        
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