Brennecke, W.: Neue. ozeanographische Forschungen an der Ostküste der Vereinigten Staaten, 309
uns den Typus geringer Zunahme des Salzgehalts-mit wachsender Tiefe, wie er auf
den Bänken mit starker Gezeitenbewegung beobachtet wird, den wir auch schon an
der Ostseite des Golfs von Maine auf der German-Bank kennengelernt haben.
In einzelnen Fällen ist der Salzgehalt auf der George-Bank so ausgeglichen, daß
zwischen Oberfläche und ‚etwa 50m Tiefe kein Unterschied besteht. Bietet
Station 60 einen Spezialfall, so zeigt Station 70 die Regel, nämlich schnelle Zunahme
des Salzgehalts mit der Tiefe (siehe auch die Schnitte, Tafel 9 und 10).
Station 74 zeigt wieder eine Ausnahme, die nur im südlichsten Teil des Schelfes
auftritt, indem auf eine starke Zunahme eine ebenso starke Abnahme des Salzgehalts
folgt; noch ausgeprägter ist dies bei Station 77 der Fall, wie aus dem
Schnitt J zu entnehmen ist. Die letzte Eigenart der Salzgehaltsverteilung veranschaulicht
Station 76 am Steilabfall des Schelfs zur Tiefsee: In den oberen
Schichten nimmt hier der Salzgehalt schnell mit der Tiefe zu, bis in etwa 80 bis
100 m Tiefe rein atlantisches Wasser angetroffen wird, dessen Salzgehalt ganz
allmählich mit wachsender Tiefe abnimmt. Die gleiche vertikale Verteilung wie
Station 76 zeigen auch die anderen am Steilabfall gelegenen Stationen 64 und 71.
Diese Verschiedenartigkeiten der Salzgehaltsverteilung veranschaulichen
auch unsere Schnitte, die den Temperaturschnitten entsprechend zusammengestellt
worden sind. Betrachten wir zunächst die Querschnitte zum : Schelf
(Tafel 9), so.tritt klar der Unterschied zwischen dem nördlichen und südlichen
Teil des Gebiets hervor. So zeigen Schnitt C und D nur relativ geringe Salzgehaltsunterschiede
im Bereich des Schnittes, indem der Salzgehalt langsam von
der Küste nach See zu und von der Oberfläche zur Tiefe größer wird, War der
höchste. im Schnitt D auftretende Salzgehalt 33.62%. in 91 m Tiefe, so finden
wir bei Schnitt E in der gleichen Tiefe schon 35.18°/, ohne daß der Salzgehalt
an: der Oberfläche zugenommen hätte, Bei Schnitt F finden wir schon an der
Oberfläche einen Salzgehalt von 35.25°% ) in geringer Entfernung von der Küste,
und schließlich bei dem südlichsten Schnitt G an der Oberfläche wieder geringen
Salzgehalt, aber hohen Salzgehalt keilförmig in das auf dem Schelf befindliche
Wasser niedrigen Salzgehalts eindringend. Da hier das Oberflächenwasser besonders
stark angesüßt ist, so. ist die Salzgehaltszunahme mit wachsender Tiefe
sehr groß; bei Station 77 wurden an der Oberfläche 31.32% 2, in 18 m 34.96 % 09
Salzgehalt beobachtet, trotzdem die Station schon beträchtlich entfernt von der
Küste. liegt. N |
Einen guten zusammenfassenden Überblick über die Verhältnisse auf dem
Schelf geben nun unsere Längsschnitte (vgl. Tafel 10). Der Schnitt H, in der
Nähe der Küste verlaufend, zeigt eine große Gleichförmigkeit der Verhältnisse,
die nur im Süden bei der Chesapeake-Bai durch die große Zufuhr salzarmen
Wassers gestört wird, das sich bis etwa 20 m Tiefe hier geltend macht. Ferner
ist noch das Auftreten der 33%.) Isöhaline bei der Hudson-Rinne zu erwähnen,
hier ist. bei Station 82 trotz oberflächlicher Ansüßung das Wasser in 18 m Tiefe
salzreicher als südlich und nördlich der Rinne, indem wahrscheinlich infolge der
eigenartigen Bodenverhältnisse eine Ansaugung von. Wasser aus tiefer gelegenen
Teilen stattfindet. Bei dem Längsschnitt.J, der in der Nähe des Steilabfalls des
Schelfs zur Tiefsee verläuft, ergeben sich bedeutend größere Unterschiede, Im
nördlichsten Teil, beim Golf von Maine, finden. wir die Oberflächenschicht relativ
salzarm, ebenso im südlichsten Teil querab der Chesapeake-Bai, Fast den ganzen
Schnitt. durchläuft die 33.0°/g Isohaline, sich von der Oberfläche im Süden langsam
absenkend gegen den Golf von Maine. Je weiter wir nach Süden gehen, um so
stärker wird die Zumischung salzhaltigeren Wassers, bis wir bei den beiden südlichen
Stationen, 74 und 77, das atlantische Wasser mit über 35°, Salzgehalt in
einer Mächtigkeit von etwa 20m zwischen bedeutend salzärmerem Wasser am Boden
und an der Oberfläche gelagert finden. ;
Die aus Temperatur und Salzgehalt sich ‚ergebenden Dichtewerte sind
nur in den. Tabellen. (ohne Verbesserung für die Tiefenlage) zusammengestellt,
ihre Anzahl ist nicht sehr groß, da Temperatur und Salzgehalt nicht immer gleichzeitig
in den einzelnen Tiefen beobachtet wurden. Der höchste Wert der Dichte
an der Oberfläche wurde mit 1.0289 bei Station 71 zusammen mit. dem. Maximum