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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1916.
VI. Archangel.
Nach einer Meldung vom 24. XI. fingen die Eisverhältnisse dort an sehr
schwierig zu werden, Anfang Dezember trat wieder Tauwetter ein und vom
24. XIl. wurde gemeldet, das Weiße Meer sei noch befahrbar, aber das Eis der
Dwina mache Schwierigkeiten, wenn auch die Eisbrecher den Schiffen, die bis
nach Maimaksa kämen, Wege bahnten. Verschiedene Meldungen berichten dann
über immer schwierigere Eisverhältnisse und Havarien, bis am 24, I, gemeldet
wurde, die Schiffahrt habe aufgehört.
Über den Aufbruch wurde bereits Mitte April gemeldet, es sei dem großen
Eisbrecher »Canada« gelungen, sich vom Weißen Meere einen Weg nach Archangel
zu bahnen. Am 30. IV. begann das Eis der Dwina aufzubrechen und am 6. V.
wurde gemeldet, der Hafen von Archangel sei eisfrei. Es hätten sich aber auf
der Barre Eisstopfungen gebildet, die erst am 8. V. vom Eisbrecher soweit durch-
gestoßen seien, daß ein Dampfer habe einkommen können. Schwere Eismassen
im Weißen Meere wurden dann noch im Mai gemeldet; am 31. V. ist die Schiff-
fahrt nach Archangel amtlich als eröffnet erklärt worden.
VII. Das Schwarze Meer.
Aus dem Schwarzen Meere sind keine Meldungen bekannt geworden, wohl
aber vom Asowschen. Danach hat sich die Bucht vor Taganrog am 9. XL zu-
erst mit Eis bedeckt. Am 28, XII. wurde von Mariupol strenge Kälte und zu-
nehmende Stärke des Eises gemeldet.
Bei schwerem Nordostwinde ist am 6. II. das Eis im Don plötzlich auf-
gebrochen und hat unter den Schiffen, die dort im Winterlager gelegen haben,
viel Schaden angerichtet, Mariupol meldete am 20, II, mildes, regnerisches
Wetter und daß das Eis der Schiffahrt nicht mehr hinderlich sein würde. Am
17. III. ist das Eis vor Taganrog in Bewegung gekommen und am 27, III, wurde
gemeldet, das Asowsche Meer sei eisfrei.
Der Mittagshafir und -halazun von Abul Hassan.
Die älteste Meßkarte zur Bestimmung von Sonnenhöhen,
Von A, Wedemeyer.
Der marokkanische Astronom Abul Hassan hat in einem Werke, das den
Titel »Anfang und Ende« führt, eine Beschreibung der astronomischen Instrumente
der Araber gegeben. Im 2. Buche findet sich die Konstruktion des Hafir und
des Halazun. Aus diesen Meßkarten soll man für jeden Tag und jede Stunde die
Länge des Schattens des Stiftes einer Horizontalsonnenuhr entnehmen, Da die
Schattenlänge nur von der Höhe der Sonne über dem Horizonte abhängt, dient
die Meßkarte indirekt zur Bestimmung der Höhe (h) der Sonne. Das Bild des
Hafir besteht aus einem Polarkoordinatensystem, dessen Polarwinkel die Sonnen-
längen (2) und dessen Fahrstrahlen die trigonometrischen Tangenten der zu-
gehörigen Höhen der Sonne um Mittag, um 1, 2, 3, 4 und 5h nachmittags sind.
Die Zeichnung dieses Hafır soll in der Weise geschehen, daß für je 10° Sonnen-
länge die Kurve punktweise berechnet wird. Durch einen stetigen Linienzug
werden dann die Punkte miteinander verbunden. Durch Einschalten kann man
also die einer beliebigen Sonnenlänge entsprechende Schattenlänge entnehmen.
In der Nähe der Sommersonnenwende ändert sich die Abweichung (0) der Sonne
nur gering, daher ist auch die Höhenänderung gering. Der Mittagshafir ver-
läuft in jener Gegend sehr flach, außerdem hat die Kurve für ÖOrter in der ge-
mäßigten Zone dort Wendepunkte. Daraus folgt, daß das Einschalten an diesen
Stellen ungenaue Ergebnisse liefert. Im Sommerhalbjahr sind die Schatten ebenso
lang wie im Winterhalbjahr. Die Zeichnung der halben Kurve genügt daher für
den praktischen Gebrauch. Um die Sicherheit des Einschaltens zu erhöhen, ver-
doppelte Hassan die Polarwinkel, während er die Fahrstrahlen ungeändert ließ,
Er erreichte dadurch, daß die Schattenlängen eines Halbjahrs auf den Vollkreis