accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Brennecke, W.: Neue ozeanographische Forschungen an der Ostküste der Vereinigten Staaten. 307 
über den größeren Tiefen, jedoch beträgt auch hier der Sprung meist über 5° 
auf 9 m Tiefenzunahme. Die Tiefenlage der Sprungschicht ist bei. benachbarten 
Stationen und infolgedessen auch’ die Temperatur im gleichen Niveau oft recht 
verschieden, so ergeben sich z. B. für 27 m Tiefe Temperaturunterschiede von 
etwa 10° zwischen den Stationen 1 und 2 sowie 3 und 4. . 
In den Tiefenschichten unter. 100 m. nimmt die Temperatur bodenwärts 
regelmäßig ab, es zeigt sich jedoch, daß die Temperaturen in der Nähe des Steil- 
abfalles bis etwa 300 m Tiefe niedriger sind. als im gleichen Niveau weiter ent- 
fernt von der Küste, so daß die Isothermen von 7°, 8°, 9°, 10° und 11° mehr 
oder weniger steil landwärts ansteigen. Dies würde auf Auftrieb deuten, der 
nach Krümmel?!) als Kompensation. für die Wassermassen, die durch die Ober- 
Fflächentrift mit stark ablandiger Komponente fortgeführt werden, eintritt. Zu 
betonen ist aber, daß dieser Auftrieb nicht bis zur Oberfläche geht, sondern 
sich nur in bestimmten Tiefenschichten unter der Oberfläche geltend macht, was 
zu komplizierten Wasserbewegungen Anlaß geben muß. ; 
Betrachten wir jetzt die Ergebnisse der neuen Beobachtungen Bigelows, 
und zwar zunächst die Temperaturschnitte quer zur Küste (vgl. Tafel 9). 
Der nördlichste Schnitt C führt vom Golf von Maine über die George- 
Bank zur Kontinentalböschung. Station 57 und 58, im Westbecken des Golfs ge- 
legen, weisen etwas niedrigere Temperaturen auf als die August-Stationen im 
Schnitt B, da die Beobachtungen Anfang Juli gemacht wurden; die relativ 
niedrigen Oberflächen- und hohen Bodentemperaturen bei Station 60 sind schon 
oben erklärt als Mischungseffekt, Für die Temperaturverteilung bei Station 61 
gewähren uns die drei vereinzelten Tiefenbeobachtungen des »Grampus« im Jahre 
1913 wenig Anhalt; entsprechend dem. Isothermenverlauf im Libbey-Schnitt und 
der südlicheren Schnitte können wir annehmen, daß in 60 bis 80 m. Tiefe ein 
Temperatur-Minimum auftritt von weniger als 8°, während darunter das wärmere 
Wasser der Golfstromtrift lagert, ; ; 
Schnitt D, südwestlich der Nantucket Shoals gelegen, zeigt klar die kalte 
Bodenschicht auf dem Schelf, auch die wenigen Temperaturbeobachtungen des 
Jahres 1913 stimmen gut zu den in ähnlicher Position. beobachteten Tempera- 
turen .Libbeys vom Jahre 1889. 
Bei Schnitt E, auf der Breite von New York, sehen wir, daß das kälteste 
Bodenwasser sich von der Küste selbst entfernt hält und nur am Rande des 
Schelfs an. der Grenze zum Steilabfall hin vorhanden ist. Station 65 zeigt hier 
auch deutlich die Unterlagerung des kalten Schelfwassers mit wärmerem Golfstrom- 
wasser — die Isothermenzeichnung zwischen Station 65 und 64 ist stark hypo- 
thetisch wegen Mangels an Beobachtungen, 
Die beiden südlichsten Schnitte F und G zeigen ebenso wie die 
anderen Schnitte noch die kalte Zwischenschicht am Außenrande des Schelfs, 
anscheinend jedoch mit etwas höheren Temperaturen. Die vorliegenden Messungen 
sind allerdings sehr spärlich, so daß auf die Zeichnung von Isothermen zum Teil 
verzichtet werden mußte, da kein Anhalt dafür ‚vorliegt, ob die kalte Zwischen- 
schicht auch weiter seewärts noch vorhanden ist. Sowohl die Oberflächen- wie 
auch die Bodentemperaturen unter der Küste sind höher als weiter nördlich und 
als in einiger Entfernung von der Küste; da aber die Tiefe nur etwa 20 m und 
der Temperaturunterschied 12° beträgt, erreicht die Temperaturabnahme zwischen 
Oberfläche und Boden sehr hohe Werte, Auf Station 81 wurden in 9 m Tiefe 
23.4°, in 13.m Tiefe 11.7° beobachtet, oder 11.7° Unterschied auf 4 m Tiefen- 
zunahme! — Die Temperaturen in 274 m Tiefe sind um 1° bis 2° höher als die 
Temperaturen des Libbey-Schnitts im gleichen Niveau. ; 
Um ein möglichst vollständiges Bild von den eigenartigen. Verhältnissen 
auf dem Schelf zu gewinnen, wurde aus den Stationen eine Anzahl ausgewählt, 
um zwei Längsschnitte auf dem Schelf zu zeichnen, und zwar Schnitt H, nahe 
der Küste auf Tiefen von 20 m bis 40 m verlaufend, und Schnitt J, nahe den: 
\ Handbuch der Ozeanographie. 2. Aufl. 2. Bd.; S. 583. '
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.