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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

292 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1916. 
für die Nähe des oberen Meridians und eine ähnliche für die des unteren. Hierin bedeuten b, d, z 
und p der Reihe nach Polhöhe, Deklination, Zenitdistanz und Anzahl der Zeitminuten zwischen Beob- 
achtung und Meridiandurchgang. Die am Schluß auftretende Größe c ist gleich der »ersten Ver- 
H Q ‘ 
besserung“ aa (p? — 0.000 001586 pt). Die Verfasser bezeichnen den Faktor 1”.9635: 
(tg b-+tgd) mit A. Dann ist 1: A =tg bb: 1”.9635 + tg d : 1.9635 = Q, -+Q,. Diese Werte Q lassen 
sich aus einer und derselben Tafel entnehmen, indem man das einemal mit b, das anderemal mit d 
eingeht. Eine weitere Tafel gibt dann die reziproken Werte von Q, + Qu, also den Faktor A. Mit 
A und p entnimmt man der Tafel der ersten Verbesserung den Wert c, und mit diesem und der 
Gestirnshöhe h den Wert c, = 0,000 024 24 €? . cotg (b Ed) aus der Tafel der zweiten Verbesserung. 
Hier kann nämlich wegen der Kleinheit des Gliedes tang h statt cotg (b + d) genommen werden, 
Die Formeln sind also den bekannten ähnlich, die sich schon in anderen Tafelsammlungen (z. B. 
von Albrecht, Ambronn und Domke u, a.) befinden, nämlich = dö-+z-—Am-+-Nn, wo 
A=cos g cos $:sin zo, N= A?.cotgzy, m = 2 sin? g :sin 1”, n=2 sin‘ . :sinl’ ist, Die hier 
getroffene Anordnung erspart dem Rechner aber jedes Multiplizieren und Logarithmieren, worin 
mancher nautische Praktiker vielleicht einen Vorteil sehen wird. 
Durchaus modern und von gewissem pädagogischen Wert wird die Tafelsammlung dadurch, 
daß sie sich in anschauliche Beziehung zur Lösung der Ortsbestimmung durch Standlinien setzt. 
Es befinden sich am Schlusse auch noch Tafeln, die in Verbindung mit den vorhergehenden die Auf- 
lösung des Standliniendreiecks erleichtern. Dr. M. 
Meldau, Prof. Dr. H., Bremen, en Moritz, Kapt. A. J. L.,, Rotterdam: Het 
Kompass aan boord van ijzeren en stalen schepen. Rotterdam 1915. 
Das vorliegende, von Meldau in Gemeinschaft mit dem Rotterdamer Kapitän Moritz in 
holländischer Sprache herausgegebene Buch soll einem doppelten Zwecke dienen: es beabsichtigt 
einerseits eine Einführung in die Lehre vom Schiffsmagnetismus und vom Kompaß und seinen 
Deviationen zu geben und will anderseits in ähnlicher Weise wie Meldaus ausgezeichnetes Kleines 
Kompaßlexikon, zu dem es gewissermaßen eine systematische Ergänzung bildet, ein Ratgeber sein in 
allen an Bord auftretenden Fragen der Kompaßbehandlung. Dem letztgenannten Zweck dient ein 
ausführliches alphabetisches Register, während die systematische Anordnung des Stoffes und die ein- 
fache, klare Art der Darstellung das Buch zu einer ganz vorzüglichen Einführung in die eigentüm- 
lichen Schwierigkeiten dieses wichtigen Zweiges der nautischen Wissenschaften machen. 
Nach einigen einleitenden Kapiteln, in denen die Grundgesetze des Magnetismus, der 
Erdmagnetismus, die Beobachtungsmethoden und der Schiffsmagnetismus im all- 
gemeinen behandelt werden, werden in vier folgenden Kapiteln die semizirkulare, die quadran- 
tale Deviation, die magnetische Richtkraft an Bord eiserner Schiffe und die all- 
zemeine Deviationsformel in ähnlicher Weise, wie in dem von Meldau bearbeiteten Abschnitt 
über den Kompaß an Bord unserer Schiffe in Breusings Steuermannskunst dargelegt, wobei hier 
wie dort das Hauptgewicht auf möglichste Anschaulichkeit bei der Entwicklung der Formeln gelegt 
ist, Dieses synthetische Verfahren ist allerdings umständlicher als die Ableitung der Deviationsformel 
aus den Poissonschen Gleichungen, wie sie beispielsweise im Admiralty Manual gegeben ist; 
doch hat die gewählte Art der Darstellung für den Anfänger entschieden den Vorzug der Anschau- 
lichkeit und den, daß sie ihn allmählich in die Grundbegriffe der Deviationslehre einführt und ihn 
mit deren Handhabung vertraut macht. In einfacher Weise sind die in vielen Lehrbüchern auf- 
iretenden Unklarheiten bei der Einführung von A vermieden. Dieser Größe und der Richtkraft 
an Bord eiserner Schiffe ist noch ein besonderes Kapitel gewidmet, in dem die in den vorher- 
gehenden Abschnitten gelegentlich gemachten Bemerkungen zusammengefaßt und weiter ausgeführt 
werden. Bei der Besprechung der einzelnen Deviationskoeffizienten wird darauf hingewiesen, daß ein 
fehlerhaft angebrachter Steuerstrich nicht, wie in manchen Werken angegeben wird, als eine der Ur- 
sachen des Koeffizienten A angesehen werden darf. Die Deviation als der Winkel der N—S- Linie 
der Rose mit dem magnetischen Meridian hat mit dem Steuerstrich nichts zu tun. In dem Kapitel über 
die Veränderung der Deviation mit der Breite ist die Zerlegung der Koeffizienten der semizirku- 
laren Deviation in ihre beiden Bestandteile nach der von Guyon in seinem Manual des instruments 
nautiques mitgeteilten graphischen Methode des französischen Seeoffiziers E. Perrin gezeigt, die 
sich durch ihre Eleganz und Einfachheit sehr empfiehlt und eine anschauliche Vorstellung von dem 
Einfluß des remanenten Magnetismus auf die Deviation gibt und erkennen läßt, inwiefern die Größen 
® und = je nach Art des Schiffseisens und der Aufstellung des Kompasses als konstant betrachtet 
werden können, 
Nach. einer sehr klaren Darstellung der Krängungsdeviation und ihrer Berechnung folgt 
zine ebenso vorzügliche Behandlung des remanenten Magnetismus und seines Einflusses auf die 
Deviation, wobei das Entstehen der Gaussinschen Trägheitskoeffizienten kurz erklärt wird. In diesem 
Kapitel sind auch die vor kurzem von S. Mars (Der Schiffskompaß und der Schiffsmagnetismus, 
Batavia 1914, besprochen in dieser Zeitschrift, Jahrgang 1914) angegebenen Formeln zur Berechnung 
des Einflusses des remanenten Magnetismus angewandt. Die Verfasser empfehlen den Nautikern, ihre 
Brauchbarkeit für die Praxis durch die Praxis — nur so kam es geschehen — festzustellen und, wie 
der Unterzeichnete hinzufügen möchte, sie mit den von Koldewey gegebenen Formeln zu vergleichen. 
In dem Kapitel über Kompaßstörungen werden die Einflüsse behandelt, die bewegliche 
Eisenmassen, Eisenladung, schwere Stöße und Erschütterungen, Temperatur und elektrische Anlagen 
sowie Blitzschlag auf den Kompaß ausüben, Gegenstände, über die vielfach noch unklare Anschau- 
ungen herrschen. Der Wichtigkeit der Kompensation der Komnpasse entsprechend. ist dieses
	        
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