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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1916. 
Spitzbergen. Sehr ungünstige Eisverhältnisse im Westen der Insel, wie 
sie äußerst selten vorkommen. Im Juni lagen westlich von Spitzbergen so dicht 
gepackte und ausgedehnte Treibeismassen, daß, das Erreichen der Fjorde ganz 
ausgeschlossen war; die ganze Küste war bis Prinz Karl-Vorland mit Eis blockiert, 
das sich bis etwa 8° O-Lg. nach Westen erstreckte. Auch im Juli war die ganze 
Westküste, die in der Regel in diesem Monat eisfrei wird, von Eis besetzt, so 
daß die Dampfer große Schwierigkeiten hatten und oft mit dem Eis treiben 
mußten, Auch im August und September waren die Eisverhältnisse ungünstiger 
als in anderen Jahren. Längs der Nordküste waren die Verhältnisse günstiger, 
aber nur bis zur Hinlopen-Straße, deren Durchfahrt nicht möglich war. 
Kapitän Speerschneider weist darauf hin, daß den ungünstigen Eis- 
verhältnissen bei Spitzbergen außerordentlich günstige in der Kara-See gegen- 
überstehen, so daß ein Zusammenhang nicht ausgeschlossen sei. Auch sei viel- 
leicht weniger Eis längs der Ostküste Grönlands südwärts getrieben, da die KEis- 
verhältnisse in der Davis-Straße so günstig gewesen seien. Schließlich sei es 
auch nicht ausgeschlossen, daß ein Teil von dem Eis an der Ostküste Grönlands 
in 78° N-Br. nach Osten abgetrieben sei und sich dem Eis an der Westküste 
Spitzbergens beigesellt habe. Nach Ansicht des Referenten dürfte der HEis- 
reichtum an der Westküste Spitzbergens im Zusammenhang mit dem außer- 
gewöhnlichen Andrang des Eises bei der Bären-Insel stehen, beides deutet auf 
eine Verstärkung der das Eis zuführenden Strömung an der Ostseite von Spitz- 
bergen; eine Bearbeitung der Luftdruck- und Windverhältnisse des Gebiets für 
längere Zeiträume würde vielleicht Anhaltspunkte für ursächliche Zusammen- 
hänge ergeben, 
Ostgrönland. Im ganzen günstige Eisverhältnisse wie 1914. Im April 
und Mai lag die Eisgrenze im nördlichen Gebiet bedeutend westlicher als in 
normalen Jahren, später scheint die Lage des Eises normal gewesen zu sein, 
Von Herbst 1914 bis August 1915 war weniger Packeis bei Angmagsalik als 
gewöhnlich, anderseits verschwand das Eis erst Ende September vollständig von 
der Küste. Die Schiffe hatten keine Schwierigkeit, die Station zu erreichen, 
Island. Ungünstige Eisverhältnisse, ähnlich denen des Jahres 1914. Von 
Mitte März bis Anfang April hinderte das Eis den Dampferverkehr bei Kap 
Nord. Anfang Mai erschien das Eis an der Nordküste und lag Ende des Monats 
verschiedentlich dicht unter der Küste; im Juni und Juli war der Dampfer- 
verkehr an der Nordküste noch vielfach durch Eis behindert, aber das Eis ging 
nicht weiter östlich als bis Kap Langenäs, während es in sehr ungünstigen Jahren 
bis zur Ost- und Südküste Islands vordringt. 
Neufundland-Bank. Günstige Verhältnisse, viel weniger Eis als 1914. 
Nur wenige Eisberge gelangten bis 40°—42° N-Br., ein vereinzelter Berg wurde 
im Mai auf 839° 53’ N-Br., 47° 24’ W-Lg., eine Eisscholle von etwa 20 m Länge 
und 2 m Höhe im April auf 36° 55’ Nr., 48° 32’ W-Lg. (zwischen den Bermudas- 
und Azoren-Inseln) angetroffen. 
Davis-Straße und Baffin-Bai. Günstige Eisverhältnisse. In der Davis- 
Straße wurde nördlich von Frederikshaab im Winter 1914/15 und im Sommer 
1915 kein Packeis beobachtet. Das West-Eis lag ziemlich östlich, und schon im 
November 1914 wurde es auf der Route Upernivik—Holstenborg angetroffen, im 
Januar 1915 lag es dicht längs der Küste, Das Wintereis erreichte bei ruhigem 
Wetter eine beträchtliche Dicke, brach im April aber schon auf, und im Juni 
wurden die Häfen in Nordgrönland eisfrei. Im Smith-Sund erreichte das Eis 
infolge des strengen Winters ebenfalls eine große Dicke, es brach früh im Mai 
auf, trieb aber aus den Buchten erst im Juli ab. 
Beaufort-See. Im Mai war die Bristol-Bai eisfrei und im Beringsmeer 
soll nur wenig Eis gewesen sein. Im Juli und August lag das Eis ziemlich 
dicht unter der Küste zwischen Icy Cape, Pt. Barrow und Camden-Bai (143° W-Lg.). 
Von Herschel-Insel bis Banks-Land war die See eisfrei. 
Der dänischen Zusammenstellung ist ein Bericht der Mitglieder der Canadian 
Arctic Expedition (Stefansson) für die Jahre 1914/15 über ihre Beob- 
achtungen in der Beaufort-See beigefügt. Erwähnenswert aus dem Bericht ist,
	        
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