Kleinere Mitteilungen,
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daher leicht auf und nieder schwanken, Dieses heiße deshalb hier kurz das
bewegliche Bild im Gegensatz zu dem festen, das nur an S und S’ gespiegelt ist
ınd von dem Strahl GSS’F erzeugt wird. Das feste Bild bewegt sich natürlich
tatsächlich auch ein wenig im Gesichtsfeld, da man den Sextanten mit der Hand
nicht ganz ruhig halten kann, es erscheint aber verhältnismäßig ruhig zu dem
beweglichen Bild Im Fernrohr scheint also das bewegliche Gestirnsbild von
Lage I nach Lage II hin und her zu tanzen. Hat man dieses Bild erfaßt, so hebt
oder senkt man den Sextanten so weit, bis das bewegliche Bild in >
seiner Bewegung über das feste F hin und her schwingt (Fig. 2). S
Ein erhebliches Seitwärtsschwanken des beweglichen Bildes kann nicht © Q ©
stattfinden, da der Pendelspiegel durch sein enges Gehäuse an Seiten- ei ®
bewegungen gehindert wird.
Bei einigen Versuchen, die ich mit dem Instrument angestellt habe, schien
es von Vorteil zu sein, das Bild F nicht in die Mitte zwischen den Grenzlagen I
und II einzustellen, sondern das eine Mal das Bild F oben von I, das andere Mal
unten von II berühren zu lassen und aus beiden Beobachtungen das Mittel zu
nehmen. . Das Erfassen dieser Ränderberührungen schien mir sicherer zu sein als
das Einstellen auf die Mitte.
Ein Hauptvorteil des Instrumentes vor ähnlichen Libellen- und
Pendelquadranten scheint mir der zu sein, daß sich jede Neigung der
Sextantenebene gegen die Vertikale, die nicht unerhebliche Fehler in
die Messung hineintragen kann, sofort dadurch anzeigt, daß das be-
wegliche Bild unbeweglich wird.
Von Nutzen ist es mitunter, die Hand oder das Instrument nur leicht zu
stützen, ohne sich gerade zu fest zu stemmen. Zu diesem Zweck wendet man
mit Vorteil einen leichten, hohlen, teleskopartig verschiebbaren Stock an, der oben
ein Lager für den Arm oder den Sextanten trägt. Man stützt sich dann beim
Beobachten mit dem beobachtenden Arm oder dem Instrument auf ihn, der nur
durch den auf ihm lastenden Druck in ungefähr vertikaler Stellung gehalten wird,
Ob sich das Instrument in der Luftfahrt bewährt, können nur Versuche
entscheiden. Auf See wird man wohl nur an Bord sehr großer Schiffe und bei
sehr ruhigem Wetter Vorteil davon haben, da bei größeren Rollbewegungen des
Schiffes die Abweichung der, wahren von der scheinbaren Schwererichtung zu
groß wird. (Vgl. den Artikel von Prof. v. Hasenkamp in Ann. d, Hydr. 1916,
Heft II, S. 77.)
Dr. J. Möller aus Elsfleth,
z. Zt. Hauptmann in einem Landsturm-Bataillon.
2. Die Eisverhältnisse der nordpolaren Meere im Jahre 1915. (Nach
Danske meteorologiske Instituts nautisk-meteorologisk Aarbog 1915.)
Wie in früheren Jahren wird im folgenden hier wieder ein kurzer Über-
blick über die Verteilung des Eises in den arktischen Gewässern auf Grund der
bei der Sammelstelle, dem Dänischen meteorologischen Institut in Kopenhagen,
eingegangenen und von Kapitän Speerschneider bearbeiteten Einzelberichte
gegeben.
Kara-See. Sehr günstige Eisverhältnisse. Die Expedition von Jonas Lied,
die dieses Jahr wieder erfolgreich die Fahrt zur Jennissei-Mündung betrieb, be-
richtete, daß die Kara-See im August und September völlig eisfrei‘ gewesen sei,
Barents-Meer, Im ganzen normale Verhältnisse, Franz Joseph-Land
soll von einer russischen Expedition besucht worden sein; Wilkizki’s Expedition,
die bei Kap Tscheljuskin überwintert hatte, gelang in diesem Jahr die nördliche
Umschiffung Asiens von Osten aus. Nur bei der Bären-Insel wurde außer-
ordentlich viel Eis angetroffen. Hier lag das Eis von April bis Ende Juni
viel weiter südlich als gewöhnlich, im Juli lag die Grenze des Packeises nur
50 Sm nördlich der Bären-Insel, während sie in normalen Jahren in diesem Monat
bei Edge Land angetroffen wird. Die Schiffahrt im Weißen Meer wurde 1914
bis Mitte Dezember, 1915 bis Ende des Jahres durch Eisbrecher offen gehalten.
Archangelsk wurde am 31. Mai 1915 für eisfrei erklärt.