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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1916.
ganz erheblich kälter ist als während der Wintermonate. Diese Tatsache wird durch
den Umstand zu erklären sein, daß die Auftrieberscheinungen, soweit sie in der
San Diego-Region überhaupt auftreten, ihre größte Intensität zeitlich im Sommer
erreichen, ja vielleicht auf diese Jahreszeit beschränkt sind. Auch stimmen die
Tiefen, bis zu denen hinab diese besondere Auskühlung im Sommer sich findet,
nach ihrer Größenordnung ganz gut mit denen überein, die anderwärts als untere
Grenze der unmittelbar erkennbaren und beteiligten »Auftrieb«-Schichten er-
mittelt wurde; schon 1902 wurde an der Hand des »Valdivia«-Materiales!) ge-
sagt: »im allgemeinen sind also die Einzelerscheinungen des Auftriebes und
Anstaues auf die oberen 200 bis 300 m Tiefe beschränkt«.
Tiefenwasser vor San Diego, Californien (32 bis 33° N-Br., 117 bis 118° W-Lg.).
Tiefe
N
50
75
©
‚yo
200
400
500
300
‚000
‚400
Februar/März | Juni/August |
+ö +°
4.4
14,7
13.3
11,7
11.2
98
19.3
13.4
11.3
10.2
9.7
9.5
Mittel
+°
7
4.0
12,3
‚0.9
‚0.4
9,7
vo
3.1
5.2
5.1
47
33
Salzgehalt
On
Dichte
gt
33.65
3)
52
67
‚85
34.03
24
26
38
952)
1.024.44
25-07
25.40
25-84
26-00
26:26
26-51
26-69
27-06
27.09
34.45 (für 1240 m) | 27,37
Die in der soeben gegebenen Tabelle an dritter Stelle stehende Reihe, die
den Jahresdurchschnitt der Tiefentemperaturen nach dem neuen amerikanischen
Material darstellt, weicht z. T. recht erheblich von den Temperaturen ab, die
1910 von Schott und Schu in ihrer die Wärmeverhältnisse des gesamten Stillen
Ozeans behandelnden Arbeit?) für die Umgegend von San Diego berechnet worden
sind, und zwar sind die aus Mc Ewens Material berechneten Werte höher als
die der zwei deutschen Bearbeiter.
Tiefe in m
Mc Ewen/Schott 1915 .
Schott/Schu 1910 .
‘)
100
1
200 | 400
500
300 1 1000 | 1400
10.4 92 | 8.1 | 6.2 | 5.1 | 4.7 | 33
95 | 78 6.0 4.9 42 3.8 29
a2) | 09 | 14 | 21 | 13 | 09 | 09 | 04
A
|
Da die Beobachtungen älteren Datums wegen der früher benutzten Art
der Tiefseethermometer fast stets höhere Werte als die neuzeitlichen richtigeren
Beobachtungen liefern, ist das hier umgekehrte Verhältnis auffallend. Entweder
kommt den Gewässern ganz nahe der San Diego-Küste tatsächlich eine höhere
Temperatur als den etwas mehr seewärts gelegenen Gewässern zu: dann sind
die Karten von Schott-Schu für die Küstengewässer zu verbessern (in Gegenden
mit Auftrieb pflegt aber das kälteste Wasser unter Land zu sein); oder die neuen
amerikanischen Messungen haben häufig die beabsichtigte Tiefe in Wirklichkeit
nicht ganz erreicht, z. B. infolge Abtrift, Jedenfalls wird eine zu erhoffende
Bearbeitung des Originalmaterials durch die amerikanischen Forscher selbst zu
diesem Punkte Stellung nehmen.
1) Wissenschaftl, Ergebnisse der D. Tiefsee-Expedition 1898/99, I. Band, Oceanographie,
Jena 1902. S. 175,
?) Nur 1 Messung in 730 m.
3\ Annalen der Hydrographie 1910. S.3f£, Taf. 1 bis 14.