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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1916.
Bewegungen des Tiefenwassers an der Küste von Bohuslän
im November 1915,
Hierzu Tafel 6.
Eines der wichtigsten Resultate der schwedischen Meeresforschung der
letzten Jahre ist die Entdeckung der ebenso schnellen als radikalen Veränderungen,
welche sich in der hydrographischen Situation unserer Fjorde beinahe unaufhörlich
abspielen. Seit Februar 1909 wird an unserer Versuchsstation Bornö die An-
ordnung der Schichten verschiedenen Salzgehalts im Wasser des Gullmar-
fjords täglich untersucht. Die Resultate dieser Observationsreihen, welche in
mehreren Abhandlungen von O0. Pettersson?!) und anderen veröffentlicht worden
sind, zeigen, daß diese Schichten in einer dauernden Bewegung stehen, daß sie
sich zurückziehen, verschwinden, wiederkommen und anschwellen, indem sie sich
gegenseitig verdrängen. Man erhält den Eindruck von gewaltigen Unterseewogen
(internen Wellen), welche langsam von außen in die Bornö umgebenden Teile des
Fjordbeckens hereinrollen und sich wieder zurückziehen. Die dabei beobachteten
Niveauänderungen der Schichtgrenzen können im Laufe von ein paar Tagen Werte
von 20 bis 30 m oder noch mehr erreichen.
Es erhebt sich nun die Frage, ob diese großen Verschiebungen lokalen
Charakters sind, die sich nur im Gullmarbecken selbst und in der unmittelbaren
Umgebung seiner Mündung im Skagerrak abspielen, oder ob sie einen Teil einer
allgemeinen, die ganze Küste von Bohuslän sowie die umgebenden Meeresgebiete,
das Skagerrak und Kattegat, umfassenden Bewegung der unteren Schichten des
Meeres bilden. Zwar erscheint es a priori unwahrscheinlich, daß so beträchtliche
Veränderungen sich nicht gleichzeitig auch bei anderen, außerhalb des Gullmar-
fjords gelegenen Orten bemerkbar machen sollten. Dennoch haben sowohl theo-
retische als experimentelle Untersuchungen des schwedischen Gelehrten Nils
Zeilon?) erwiesen, daß auch innerhalb des relativ kleinen Fjordbeckens ganz be-
trächtliche Niveauschwankungen der Schichtgrenzen entstehen können.
Augenscheinlich kann diese Frage
nur durch längere Reihen von an anderen
Orten vorgenommenen Parallelbeobach-
tungen entschieden werden. Allerdings
wirkt der sowohl für das Einsammeln
als für das Analysieren einer so be-
trächtlichen Menge von Wasserproben
erforderliche Arbeitsaufwand zuerst
etwas abschreckend.
Indessen existiert schon eine der-
artige Parallelbeobachtung von dem
Leuchtschiff „Skagen‘‘, wo am 16. Ok-
tober 1910 eine große Erhebung der
unteren salzreichen Schichten beob-
achtet wurde, die auch bei Bornö im
Gullmarfjord gleichzeitig eintrat. Die
eine Woche ‘später bei Skagen er-
folgende Wiederholung des Phänomens
in kleinerem Maßstabe schien bei Bornö
nur angedeutet zu sein.
Um die Verbreitung dieser in-
ternen Bewegungen in unseren Meeres-
teilen eingehender studieren zu können,
hat die Svenska Hydrografisk-Biologiska
Kommission nach einem von mir vorge-
schlagenen Plan eine synoptische Unter-
suciung der Bewegung der tieferen
Publications de Circonstance Nr. 47, Kopenhagen 1909. Auch Svenska Hydrografisk-
Kommissionens Skrifter, Bd. V.
Svenska Hydrografisk-Biologiska Kommissionens Skrifter, Bd. V.
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