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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Köppen, W.: Landnebel: und‘ Seenebel: 
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im‘ ganzen übrigen Gebiet in:einem der: drei Sommermonate; Die Buchten, unter- 
scheiden ‚sich von den Vorsprüngen‘ der Küsten nicht:;merklich in: der jährlichen 
Verteilung, aber sehr auffallend. in der Häufigkeit der Nebel. Offenbar herrschen 
an den Küsten des nördlichen und. mittleren Japans :dieselben Verhältnisse, die 
von der Küste zwischen Nikolajewsk und: Wladiwostok beschrieben werden: im 
Sommer liegt dort viele Tage lang eine Nebelwand auf dem Meere, während in 
den Häfen (z. Bi Olgahafen) Sonnenschein herrscht, so daß ‚die Küstendampfer 
zuweilen wiederholt nach: vergeblichen Versuchen wegen. des dichten‘ Nebels in 
den Hafen zurückkehren. . ze 
Auch die Ebene im Norden von Tokio hat am häufigsten im Sommer 
Nebel; die großen Mittelzahlen werden hier von der Station Tsukuba bestimmt, 
die 90 Nebeltage- im Jahre aufzeichnet; sie sind also vielleicht durch persön- 
liche Abweichung des Beobachters bedingt. 
Daß das sommerliche Maximum: der Nebel: in Ostasien eine so viel weitere 
Verbreitung hat als in Europa und Nordamerika, dürfte im Monsunwechsel seinen 
Grund haben. . Der sonst typische Gegensatz zwischen der ‘jahreszeitlichen Ver- 
teilung der Nebel und ‚der-der Gewitter und starken Regen besteht in Monsun- 
gebieten nicht...‘ 
Es wird .dereinst eine interessante. Aufgabe sein, die physikalischen Ur- 
sachen für die Unterschiede in der Nebelbildung und ihrer jahreszeitlichen 
Verteilung näher. zu erklären aus den Temperaturverhältnissen der untersten 
Luftschicht und ihrer Unterlage... Allein vorläufig scheint mir unsere Kenntnis 
der Tatsachen: noch zu gering dazu. ‘0 
Schon jetzt ist freilich unverkennbar, daß- für jede Gegend: die nebel- 
reichste Jahreszeit die ist, in welcher diese Gegend kälter als ihre Nachbarschaft 
ist und die Nebelbildung ‚vorzugsweise über der jeweils kälteren Oberfläche vor 
sich geht. Es-ist jedoch nicht nur vorläufig noch. ganz unmöglich, diesen: Zu- 
sammenhang quantitativ und. auf die physikalischen Vorgänge zu untersuchen, 
sondern auch die‘ kleineren Verschiebungen des :jährlichen Nebelmaximums — 
Frühling auf ‚den: europäischen: Binnenmeeren, . Frühsommer an: den. Nordwest- 
küsten Europas und bei Neufundland, Hochsommer im: Polarmeer: und. an der 
Neuenglandküste — bedürfen noch der Erklärung. : 
Über die Ursachen der jahreszeitlichen Regenfälle in den westlichen 
Mittelmeerländern. 
Von Dr. W. R. Eckardt, Meteorologisches Observatorium Essen, 
(Schluß.) 
Die Atlasländer!), 
Die Atlasländer sind das ausgedehnteste Subtropengebiet . Afrikas; sie 
weisen infolge ihrer Lage zur Iberischen. Halbinsel mit vielen Landschaften 
dieser in klimatischer Beziehung große Ähnlichkeiten auf... Eine. sehr wertvolle 
Studie über die Regenverhältnisse der Atlasländer hat .Dr..K. Knoch?) veröffent; 
licht, doch sind .zur Erörterung der Ursachen der jahreszeitlichen Verteilung des 
Niederschlags darin infolge des meist noch recht dürftigen Beobachtungsmaterials, 
besonders des westlichen Teiles der Atlasländer, nur einige Ansätze gegeben 
worden. Ve . 5 en 
Wir haben. gesehen, warum auf der Iberischen Halbinsel im Süden der 
, 1) Eine vortreffliche, allgemeine Charakteristik des Klimas auch der Atlasländer, mit vielen 
Tabellen über Niederschlag, Wind, Bewölkung, Feuchtigkeit usw., hat Dr. H. Leiter gegeben in den 
Abhandlungen der k. k. Geogr. Ges. in Wien 1909, betitelt: »Die Frage der Klimaänderung während 
geschichtlicher Zeit in Nordafrika«. , 
2) Die Niederschlagsverhältnisse der Atlasländer, Dr.-Dissertation Marburg 1906, erschienen 
im Jahresber. des Frankfurter Vereins für Geogr. und Statistik 1905/06.
	        
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