Köppen, W.: Landnebel und Seenebel,
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Jugend von der Südostküste der Krim, wo sie in 50 m Höhe über‘ dem Meere
sehr dicht sein können, während 50 m höher strahlender Sonnenschein“ herrscht.
Sie entstehen auf dem Meere und werden vom Seewind 'an die gebirgige Küste
getrieben.
Im offenen Teile des Schwarzen Meeres treten nach den Beobachtungen
auf den Dampfern der Russischen Dampfschiffahrtsgesellschaft Nebel am häufigsten
im April und Mai auf, gewöhnlich bei stillem Wetter; sie sind dicht, aber von
kurzer Dauer. Auch die offen liegenden Küstenpunkte von der Westspitze der
Krim bis nach Sotschi im Kaukasus haben die häufigsten Nebel im Mai oder
Ende April, ebenso Sinop; die kolchische Küste von Suchum bis Trapezunt da-
gegen früher, im März oder April; Büjük-Dere, Burgas und Varna im März
oder April und im Oktober. Dagegen bringen an den Orten im Nordwesten von
Constantza bis Tendra und auf jenen am Asowschen Meere sowie auch in der
Straße von Kertsch die Wintermonate, die in‘ den bis jetzt besprochenen Gegenden
nebelarm sind, am häufigsten Nebel. Die nebelreiche Zeit ist hier Oktober bis
April, seltener bis Mai.
Als das deutsche Segelhandbuch für das Schwarze Meer erschien, fehlte
es noch an Angaben über die Nebelverhältnisse der rumänischen und bulgarischen
Küste. Es mögen deshalb hier Mittelwerte für einige Orte Platz finden, nämlich
Varna und Burgas 1899 bis 1911, Constantza 1885 bis 1900 und Sulina 1876 bis
1900 nach den Jahrbüchern der betreffenden Institute, dazu Braila 1879 bis 1898
nach einer besonderen Veröffentlichung über dessen Klima von Hepites,
Tabelle 20. Westküste des Schwarzen Meers.
Burgas ‚,...
Varna ....
Constantza . .
Sulina :..
Braila ....
Zahld.
Jahre
17 7
2 ]|:1
151] 47
95 h 32
DN 66
Jan. | Febr. März | April | Mai | Juni | Juli | Aug.
|
R
2 23
77 | 14
2.3 | 3.3
| 15 1 1.1
11 | 05
1.0
0.4
0.5
09
017
1,5 P
N6 | 03
0.9 0.6
0.2.| 08
0.1 D6
7
A
$
DD
3
5
Sept. | Okt. | Nov. | -Dez.
PR S
2.6 | 29
„1 | 22
16 | 2.9
17 | 46
33 | 33
235 | 41
14 | 4.1
28 | 8.7
69 | 85
Vom Adriatischen Meere liegen Mittelwerte der Nebelhäufigkeit meines
Wissens nur für die kleine Insel Pelagosa vor (Met. Zeitschr. 1908, S. 365). Die
13jährige Beobachtungsreihe 1894 bis 1907 hat folgende Zahl der Tage mit
Nebel ergeben, mit Maxima im Februar und Mai. Die entsprechenden Zahlen
im sechsjährigen Mittel von Kairo mögen ihnen entgegengestellt sein.
‚ Jan. |Febr.| März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. | Jahr
En
Pelagosa ..... 16/| 34 | 24 | 22 | 34| 1.7 | 2.0 1.7 | 2,7 | 25 | 1.3 | 15 [204
Kairo (Abassia) | 5.2 | 55 | 25| 05 | 02| oo | oo | 02 | 27 | 32 | 43 | 65 | 308
Über Nebel am Mittelmeer ist sehr wenig bekannt, das Wenige ent-
nehmen wir den Segelhandbüchern. Sie sind dort recht selten; in Athen werden
sogar nur 1 bis 3 Tage mit Nebel im Jahr gezählt, an der algerischen Küste
allerdings 13 bis 14, wovon die Hälfte auf den Sommer, der Rest auf Frühling
und‘ Herbst fallen, Auch von den übrigen Küsten werden Nebel aus den Winter-
monaten nicht erwähnt. Als bevorzugte Zeit ihres Auftretens wird für die
Straße von Gibraltar besonders der Juni (im westlichen Teil, mit Winden vom
Ozean, naß, aber kurzdauernd), in der Straße von Bonifacio »und an andern
Küsten des nördlichen Mittelmeeres« der Mai, in den Vormittagsstunden, an der
syrischen Küste der April, »zur Zeit der heißen Winde«, vormittags, Von Klein-
asien ‚und Syrien wird trockener Dunst als im Sommer häufig angegeben. Ob
aber die nächtlichen Nebel an den Küsten, vor denen gewarnt wird, weil sie
die Leuchtfeuer verdecken (während am Schiffe selbst kein Nebel ist) und daher
Irrtümer veranlassen, nicht doch vorwiegend in der kälteren Jahreszeit auf-
treten, ist nicht gesagt.