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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Köppen, W.: Landnebel und Seenebel, 
253 
Jugend von der Südostküste der Krim, wo sie in 50 m Höhe über‘ dem Meere 
sehr dicht sein können, während 50 m höher strahlender Sonnenschein“ herrscht. 
Sie entstehen auf dem Meere und werden vom Seewind 'an die gebirgige Küste 
getrieben. 
Im offenen Teile des Schwarzen Meeres treten nach den Beobachtungen 
auf den Dampfern der Russischen Dampfschiffahrtsgesellschaft Nebel am häufigsten 
im April und Mai auf, gewöhnlich bei stillem Wetter; sie sind dicht, aber von 
kurzer Dauer. Auch die offen liegenden Küstenpunkte von der Westspitze der 
Krim bis nach Sotschi im Kaukasus haben die häufigsten Nebel im Mai oder 
Ende April, ebenso Sinop; die kolchische Küste von Suchum bis Trapezunt da- 
gegen früher, im März oder April; Büjük-Dere, Burgas und Varna im März 
oder April und im Oktober. Dagegen bringen an den Orten im Nordwesten von 
Constantza bis Tendra und auf jenen am Asowschen Meere sowie auch in der 
Straße von Kertsch die Wintermonate, die in‘ den bis jetzt besprochenen Gegenden 
nebelarm sind, am häufigsten Nebel. Die nebelreiche Zeit ist hier Oktober bis 
April, seltener bis Mai. 
Als das deutsche Segelhandbuch für das Schwarze Meer erschien, fehlte 
es noch an Angaben über die Nebelverhältnisse der rumänischen und bulgarischen 
Küste. Es mögen deshalb hier Mittelwerte für einige Orte Platz finden, nämlich 
Varna und Burgas 1899 bis 1911, Constantza 1885 bis 1900 und Sulina 1876 bis 
1900 nach den Jahrbüchern der betreffenden Institute, dazu Braila 1879 bis 1898 
nach einer besonderen Veröffentlichung über dessen Klima von Hepites, 
Tabelle 20. Westküste des Schwarzen Meers. 
Burgas ‚,... 
Varna .... 
Constantza . . 
Sulina :.. 
Braila .... 
Zahld. 
Jahre 
17 7 
2 ]|:1 
151] 47 
95 h 32 
DN 66 
Jan. | Febr. März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. 
| 
R 
2 23 
77 | 14 
2.3 | 3.3 
| 15 1 1.1 
11 | 05 
1.0 
0.4 
0.5 
09 
017 
1,5 P 
N6 | 03 
0.9 0.6 
0.2.| 08 
0.1 D6 
7 
A 
$ 
DD 
3 
5 
Sept. | Okt. | Nov. | -Dez. 
PR S 
2.6 | 29 
„1 | 22 
16 | 2.9 
17 | 46 
33 | 33 
235 | 41 
14 | 4.1 
28 | 8.7 
69 | 85 
Vom Adriatischen Meere liegen Mittelwerte der Nebelhäufigkeit meines 
Wissens nur für die kleine Insel Pelagosa vor (Met. Zeitschr. 1908, S. 365). Die 
13jährige Beobachtungsreihe 1894 bis 1907 hat folgende Zahl der Tage mit 
Nebel ergeben, mit Maxima im Februar und Mai. Die entsprechenden Zahlen 
im sechsjährigen Mittel von Kairo mögen ihnen entgegengestellt sein. 
‚ Jan. |Febr.| März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. | Jahr 
En 
Pelagosa ..... 16/| 34 | 24 | 22 | 34| 1.7 | 2.0 1.7 | 2,7 | 25 | 1.3 | 15 [204 
Kairo (Abassia) | 5.2 | 55 | 25| 05 | 02| oo | oo | 02 | 27 | 32 | 43 | 65 | 308 
Über Nebel am Mittelmeer ist sehr wenig bekannt, das Wenige ent- 
nehmen wir den Segelhandbüchern. Sie sind dort recht selten; in Athen werden 
sogar nur 1 bis 3 Tage mit Nebel im Jahr gezählt, an der algerischen Küste 
allerdings 13 bis 14, wovon die Hälfte auf den Sommer, der Rest auf Frühling 
und‘ Herbst fallen, Auch von den übrigen Küsten werden Nebel aus den Winter- 
monaten nicht erwähnt. Als bevorzugte Zeit ihres Auftretens wird für die 
Straße von Gibraltar besonders der Juni (im westlichen Teil, mit Winden vom 
Ozean, naß, aber kurzdauernd), in der Straße von Bonifacio »und an andern 
Küsten des nördlichen Mittelmeeres« der Mai, in den Vormittagsstunden, an der 
syrischen Küste der April, »zur Zeit der heißen Winde«, vormittags, Von Klein- 
asien ‚und Syrien wird trockener Dunst als im Sommer häufig angegeben. Ob 
aber die nächtlichen Nebel an den Küsten, vor denen gewarnt wird, weil sie 
die Leuchtfeuer verdecken (während am Schiffe selbst kein Nebel ist) und daher 
Irrtümer veranlassen, nicht doch vorwiegend in der kälteren Jahreszeit auf- 
treten, ist nicht gesagt.
	        
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