Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1916.
So scharfe Grenzen finden wir in der Klimatologie, außer im Gebirge,
sehr selten,
Von Mittelschweden sind die Zahlen Mittelwerte der Zahl der Nebeltage,
für die Außenreihe von Storjungfrun, Understen und Landsort, für die Innen-
reihe von Gefle, Stockholm und Nykjöbing. Der mittlere Abstand beider Reihen
voneinander beträgt 40 km.
Daß zwischen den Seenebeln der Ostsee und jenen der Nordsee und des
Ozeans auf der Strecke von Bornholm bis zur Südspitze Norwegens die Nebel
auf dem Wasser ebenso wie auf dem Lande in der kalten Jahreszeit weitaus
häufiger sind als im Spätfrühling und Sommer, scheint unmittelbar von der
Engigkeit dieser Gewässer bedingt zu sein. Die Beobachtungen der dänischen
Feuerschiffe zeigen diese Tatsache unverkennbar; auf kleinerem Raume sehen
wir ganz dasselbe an den englischen und holländischen Feuerschiffen im öst-
lichen Teile des Kanals und den Hoofden. In bezug auf die Nebelverhältnisse
erscheint also die Ostsee als großer See und Großbritannien als Halbinsel.
Im Nordwesten können wir dieses Bild durch die dänischen Kolonien und
durch die deutschen Herrnhuter-Missionen in Labrador ergänzen. Sie zeigen
alle dasselbe sommerliche Maximum der Nebel wie die Küsten Schottlands und
Norwegens, nur noch weiter nach der Mitte des Sommers verschoben, außer Rama,
das am geschlossensten, im Fjord zwischen hohen Bergen liegt. Nach der Ab-
handlung von Willaume-Jantzen, die als Beilage dem Jahrbuch des Dänischen
Instituts von 1895 (2. Band) beigegeben ist, und der Meteorologischen Zeit-
schrift Jahrg. 1896, habe ich die Tabelle 19 der Zahl der Tage mit Nebel zu-
sammengestellt.
Tabelle 19. Faröer, Island und Grönland.
„5%
SE E SS | = 2 | Ss | > 8 =
a8] 1£1|: S | a Ss = S a | X 3 S 1
z] SS | | 3 | Si ] SS | Ss | = | 5 | S
SS EIS ZIS)E El lIRISI1ZlRIS
Thorshavn, Faröer ...
Serie .
rimsey ..
Westmannö | Island
Stykkisholm
Ivigtut ...'
Godthaab‘ .* Grönland!
Üpernivik .;
Rama. ...)
Hebron .. |
Nain ...-.
Zoar ... |
25. 1 1 ö 9 oo 51
23 | 15 | 15 | 15 20 |21 | 19 4 | 21?
22) ıl 119 7 | a | 4 0.4| 5?
18] 31] 2121] >15 | 686/417 2 | 5?
>52 | 93 0.3! 0.3] 0.8! 1,5) 6 10 27| 23| 0,31 0.4| 9
161 94 02 07 21 21 ur 01 8 | 3| 1| 05| 04| 29
| 1 LI 1 380 2 61|2|11] 04|s
2112131315: 6 91101] 611121212 [|
7 28 2 7.3| 10.5| 11.7) 5.5 8.0| 6.5 4.7] 3.3 10| 1.9| 66
0.0| 9.01 0.2) 0.0] 0.7/ 1.3/ 3.0| 2.2/ 0.3| 0.3/ 0.0) 0.0| 8
DU 0.0 0.0 0.5| 25 1.7) 60 35 13 0.6 0.0| 0.3| 16
O0l 10! 10) 15 45) 25| 82| 3.7 10 12 Ol 0O| 25
Labrador |
In extremster Ausbildung finden wir diesen jährlichen Gang der Nebel
auf dem Polarmeer. Die dreijährige Trift der »Fram« ergab in 80° bis 85° N-Br.
die folgende Verteilung der Tage mit Nebel über das Jahr:
Jan. | Febr, | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. Sept. | Okt, | Nor. | Dez. | Jahr
oo 100 | 17 | o7 | 20 | 103 12038 | 160 1100 | 45 | 10 | 00 | 66.5
Trotz der Geringfügigkeit der täglichen Temperaturschwankung waren
diese Nebel größtenteils auf die Stunden 8* N bis 2% V beschränkt.
Über Norddeutschland habe ich bereits oben gesprochen. Ich übergehe
das übrige kontinentale Europa, wo im Flachlande ziemlich einförmig überall
die Nebel im Herbst und Winter am häufigsten, im Frühling und Sommer am
seltensten sind!), und wende mich den Südküsten unseres Festlandes zu.
Die eigenartigen Frühlings- und Sommernebel sind auch für einige Küsten
des südlichen Europas charakteristisch. Persönlich kenne ich sie aus meiner
‘) Im Gebirge herrschen verwickeltere, durch die Hebung der Luft an geneigten Flächen be-
herrschte Verhältnisse. Für die Schweiz sind diese von G. Streun in den Annalen der Schweiz.
Met. Zentralanstalt 1899 dargestellt.