246 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1916.
Nordatlantischen Ozean April 1910 nach englischen Schiffsbeobachtungen den
jährlichen Gang beider auf den vier Vierteln der Nordsee, 56° N-Br. und 4° O-Lg.
als Trennungslinien genommen. Wieviel Beobachtungen zur Verfügung standen,
Fig. 2 ist nicht angegeben. Wie man
a I . sieht, zeigen die dichten Nebel (f)
AS O0 N D J auf der westlichen Nordsee sehr
ausgesprochen denselben jähr-
lichen Gang wie auf den äußeren
Küstenpunkten Schottlands und
des westlichen Englands, während
die Notierungen mit m — Dunst
oder sehr leichtem Nebel — sich
gleichmäßig über alle Monate ver-
teilen. Es ist möglich, daß hier-
mit auch die Nebelarmut des
Winters bei Noord - Hinder und
Varne-Bank zusammenhängt, da
beide Feuerschiffe wenig Nebel
vermerkt haben und vielleicht
nur dichte Nebel notierten. Aber
die hier folgende Tabelle steht
damit nicht im Einklang.
Für den Ost- und West-
eingang des EnglischenKanals
und das Meer N-lich von Schottland in 59 bis 60° N-Breite ergibt eine (hand-
schriftliche) Zusammenstellung der Deutschen Seewarte keinen solchen durch-
greifenden Unterschied im jährlichen Gange der f und m, wohl aber dessen
stärkere Ausprägung bei den dichteren Nebeln,
Tabelle 8. 9%, Nebel.
an 9
= N = a - 3 z z :
1 3 | 38 |= |2|5|@|2 S
5 Dr GC 3 AM © S
3/38 Elm B181313 151218
Kanal, deutsche Schiffe.
00 vis 60 Ost { £ | 15) 187 27 97167 6 35| 71 70) 57) zo) 157
10 dis 109 West { £ | 23 23) 380 231,67 ,607 301 351 « 6 93 80
N-lich von Schottland, desgl.
0° dis 10° Westf £ | 92 38] 38| 38] 33] 126|13| 34| Al Sal 721 27
Die Aufzeichnungen des Varne-Feuerschiffs stehen mit diesen Zahlen in
nicht recht zu lösendem Widerspruch,
In dem von der Seewarte bearbeiteten und vom Reichs-Marine-Amt kürzlich
herausgegebenen Hefte »Nebel und Sturm in der Umgebung der Britischen
Inseln« ist neben der Verarbeitung der Beobachtungen von den britischen Leucht-
türmen der Versuch gemacht, für die befahrensten Meeresteile dieser Umgebung
deutsche und englische Schiffsbeobachtungen zu einem möglichst gesicherten Bilde
zu verbinden. Der Vergleich zeigte, daß die in den meteorologischen Karten des
Londoner Amtes für diese Gewässer veröffentlichten Zahlen von m -+f fast genau
doppelt so groß sind wie die aus den deutschen Schiffsjournalen sich ergebenden
(vgl. oben). Es wurden deshalb die englischen Zahlen, um sie auf die deutschen
zu reduzieren, zunächst auf die Hälfte verkleinert und darauf das Mittel aus
den deutschen und englischen genommen. Führt man, um die wahrscheinlichsten
Zahlen zu erhalten, eine gewisse räumliche und zeitliche Ausgleichung an diesen
Mitteln durch, so erhält man folgende Tabelle der prozentischen Häufigkeit der
Wachen mit Nebel oder stark diesiger Luft auf dem Wege der deutschen Schiffe