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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1916,
daß die Deutschen lange nicht so oft dieses Zeichen anwenden wie die Engländer,
von denen in der Tat R. Scott (Quart, Journ, 1893, S. 229) sagt, daß mancher
Beobachter gewohnheitsmäßig fast jeden Tag mist oder haze einschreibe, Wir
müssen uns mit einigen Beispielen begnügen. Im Jahresmittel kommt auf 100 Be-
obachtungswachen im Englischen Kanal folgende Anzahl solcher mit m oder f:
Westlicher Eingang. Östlicher Eingang.
m f Summe. m f Summe.
nach deutschen Beobachtungen 0.71 0.25 0.96 1.23 0.39 1.62
nach englischen Beobachtungen 1.76 0,23 1,99 276 052 3.28.
Während also f in den deutschen und englischen Schiffstagebüchern un-
gefähr gleich häufig vorkommt, trifft man m in den englischen weit öfter an,
so daß beide Zeichen zusammen in ihnen gerade doppelt so oft sich finden wie
in den deutschen. In den englischen Wetterbüchern wird in diesen Gewässern
das Zeichen m 5- bis 8mal so oft eingetragen wie das Zeichen f, in den deutschen
nur dreimal. Natürlich ist dies Verhältnis in verschiedenen Meeresteilen, je nach
der Stärke der Nebel, verschieden. Einige charakteristische Zahlen für Fünf-
gradfelder mögen nach der sogenannten »Quadratpublikation der Seewarte« hier
aufgeführt werden. Nach der bekannten Numerierung!) dieser Felder stellt sich
das Verhältnis m/f im Quadrate 146c auf 0.4, in 149a auf 1.7, in 150b auf 0,5,
in 110c auf 2.8, in 115a auf 20.6, in 75a auf 83.4 und in 79a sogar auf un-
endlich, da hier kein einziges Mal wirklicher Nebel, f, verzeichnet wurde, während
Dunst, m, ziemlich häufig war. Mit abnehmender Breite nimmt eben f sehr viel
schneller ab als m, während es nördlich von 40° oder 45° N sogar, wie man sieht,
in manchen Quadraten doppelt so häufig ist als m.
Die räumliche Verteilung der Nebel ist genauer nur für den Nordatlan-
tischen Ozean bekannt?); aber auch für die übrigen Teile des Weltmeeres wissen
wir, daß Dunst und Nebel allgemein Begleiter von relativ zur Umgebung kaltem
Wasser sind, im vollen Gegensatz zu Gewitter und stärkeren Niederschlägen, welche
diese Gegenden meiden. Die Kaltwassergebiete an den SW-Küsten von Afrika
und Südamerika, bei Marokko und bei Guardafui sind bekannt gleichzeitig für
ihre, Regenarmut und ihre unsichtige Luft, und auch die Trübungen an der
Sahara-Küste werden nicht ausschließlich von Staub, sondern z. T. von Konden-
sationen über dem sehr kalten Küstenwasser herrühren. Die Nebel im Ochotskischen
Meere und im Oya Shio stehen den Neufundlandnebeln kaum nach, Allgemein
scheint dabei die Häufigkeit und Stärke der Trübungen eine Funktion nicht allein
der Temperatur, sondern auch des horizontalen Temperaturgradienten zu sein.
Die Nähe des Golfstroms ist schon oft als mitwirkend bei der Entstehung der
Neufundlandnebel bezeichnet worden; ein Versuch, die Rolle dieser beiden Ur-
sachen festzustellen, ist aber noch nicht gemacht worden.
Viel mehr Material liegt über die jahreszeitliche Verteilung der
Nebel vor, obwohl zusammenfassende Darstellungen nur für kleinere Gebiete er-
schienen sind. Wir wollen hier als Hauptsache das Verhältnis zwischen Land
and Meer ins Auge fassen und dazu eine Reihe von Küstengebieten der nörd-
lichen gemäßigten Zone untersuchen.
Am charakteristischsten stellt sich die Verteilung der Nebel in Groß-
britannien und Skandinavien dar durch den klaren Gegensatz zwischen den Winter-
nebeln im Binnenland und in von Land umgebenen Buchten und den Sommer-
nebeln auf dem Meere und an vorspringenden Küstenpunkten, von denen Buchan
ty Die Zählung der 10°-Felder geht nach internationaler Übereinkunft in Gürteln von O nach
W, die Gürtel folgen sich vom Äquator zu den Polen, Das an den O-Meridian westwärts grenzende
Feld heißt: 0 bis 10° N-Br. Nr. 1; 10 bis 20° Nr. 37, 20 bis 30° Nr. 73, 30 bis 40° Nr. 109, 40 bis
50° Nr. 145 usw., 0 bis 10° S-Br. 325 usw. Die 4 Fünfgradfelder jedes dieser Quadrate werden in
derselben Richtung als a, b, c, d gezählt.
2) Dargestellt nach deutschem Beobachtungsmaterial im Atlas der Deutschen Seewarte für den
Atlantischen Ozean, 2. Auflage (Hamburg 1902), und wiederholt in den Monatskarten, sowie genauer
für den Teil N von 40° Br. und W von 40° Lg. im Jahrgang 1897 der »Annalen der Hydrogr. u.
Mar. Met.«, Taf. 13 bis 24; nach englischem in den »Monthly Meteorological Charts« des Meteor.
Office von 1907 bis 1908 und späteren. namentlich 1910.