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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

232 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1916. 
verlagerte sich dieses Hochdruckgebiet wieder südostwärts, und abermals breitete 
sich das ozeanische Tiefdruckgebiet vom Nordmeer südwärts und über Skandi- 
navien aus. Bei schwachen, vielfach umlaufenden Winden herrschte meist leichter 
Frost; der 10. brachte an der preußischen Küste starke Schneefälle, der 11. und 
12. führten dort leichtere Niederschläge herbei; im übrigen waren diese Tage 
trocken. 
Vom 13. bis 15. herrschte eine Wetterlage ähnlich der für vom 2. bis 9. 
angeführten; Tiefdruckausläufer drangen von Frankreich nordostwärts nach der 
Ostsee vor, so daß die Winde zwischen Südost und Südwest schwankten, Am 16. 
aber entwickelte sich in einem am Morgen nach der Nordsee reichenden Tief- 
druckausläufer ein tiefes Teilminimum, das an diesem Tage in einer Tiefe unter 
720 mm nach dem Rigabusen fortschritt und von sehr schweren Stürmen an der 
ganzen Küste begleitet war, insbesondere aber am 16. an der Nordsee eine sehr 
schwere Sturmflut hervorrief. In seinem Rücken dehnte sich das im Süd- 
westen lagernde Hochdruckgebiet von Frankreich am 18. über Kontinentaleuropa 
aus. Die südlichen bis westlichen Winde ozeanischer Herkunft führten am 14. 
wieder an der ganzen Küste Tauwetter herbei, und die folgenden Tage brachten 
nur im Osten teilweise etwas Frost; täglich wurden fast überall Niederschläge 
beobachtet, 
Ein bereits am 18. über der Nordsee heranziehender Tiefdruckausläufer 
breitete sich in der Nacht zum 19. über ganz Deutschland und bis zu den Alpen 
aus und trennte sich an diesem Tage von dem ozeanischen Tiefgebiet ab, um 
als selbständiges Tiefdruckgebiet weiter südostwärts fortzuschreiten, während ein 
Hochdruckgebiet über Frankreich und Großbritannien vordrang und mit einem 
bereits seit dem 18. über Skandinavien liegenden flachen Hochdruckgebiet in 
Verbindung trat. Dieses am 20. und 21. teilweise ganz Mitteleuropa beherrschende 
Hockdruckgebiet verlagerte sich schnell ostwärts, während ein neuer Tiefaus- 
läufer in der Nacht zum 22. nach dem Westen Kontinentaleuropas vordrang und 
sich dort ausbreitete. Die in diesen Tagen meist leichten bis mäßigen Winde 
wehten zunächst aus östlichen und dann unter dem Einfluß des Hochdruckgebiets 
aus nördlichen, am 22. aus nordwestlicher bis westlicher Richtung und führten 
wieder kälteres Wetter, schwachen bis mäßigen Frost über dem ganzen Gebiet 
herbei; Niederschläge stellten sich nur vereinzelt ein, ; 
Eine in den Hauptzügen gleichbleibende Wetterlage boten die Tage vom 
23. bis 29. Februar, eingeleitet durch eine am 22. beobachtete Veränderung eines 
Hochdruckausläufers, der sich von einem Hochdruckgebiet über Rußland nach 
Nordskandinavien erstreckte und an diesem Tage unter starker Zunahme an 
Höhe südwärts verlagerte. Gegenüber diesem sich von Rußland über Skandi- 
navien ostwärts fortsetzenden Hochdruckgebiet, das sich: über Rußland zeitweise 
vom Eismeer bis nach dem Schwarzen Meere erstreckte, erhielt sich das er- 
wähnte, vom Ozean ostwärts über Kontinentaleuropa ausgedehnte Tiefdruckgebiet. 
Diese Wetterlage hatte östliche und südöstliche, wie angegeben vielfach steife 
und teilweise stürmische Winde im Gefolge. Strenger Frost trat aber nur im 
äußersten Osten am 23. und 24. auf, wo die niedrigsten Temperaturen des Monats 
beobachtet wurden; dann aber stellte sich zunächst im Osten Erwärmung ein, 
und diese breitete sich in der Folge westwärts bis nach der Nordsee aus — 
eine Folge der weiten Ausdehnung des russischen Hochdruckgebiets nach Süden 
hin, die ein Zuströmen milder Luft von Südosteuropa veranlaßte. Nach ver- 
einzelten Niederschlägen an der Nordsee am 23. brachten der 24. bis 26, über- 
all, der 27. noch an der Ostsee verbreitete und der 28, nur noch im äußersten 
Osten vereinzelte Niederschläge. 
Druck und Verlag von E. S, Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei, 
Berlin SW, Kochstraße 68—71.
	        
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