accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

van der Wyk, P.’H.:  Nebelsignale. ‘. 
209 
um: eine »vertikale« Achse gedreht und’ nach Belieben in der Achsenrichtung 45° 
sowohl: nach Steuerbord als auch 45° nach Backbord ‘gestellt .werden ‘ kann! 
Der Zweck hiervon ist, den Schall der Dampfpfeife sowohl vier: Strich. nach 
Steuerbord wie auch ebensoviel nach Backbord senden ‚zu können, Diesen 
Zweck erreicht man noch besser durch ein än der Vorkante der Dampfpfeife in 
der Längsschiffsrichtung ‘anzubrin- 
gendes Schott oder »Schallbreitt«, 
welches verhindern soll; daß der an 
der einen Seite mit der Dampfpfeife 
gegebene Ton an der anderen 
Seite gehört wird. ; 
In der Höhe des Schalltrichters 
wird das Schott eine Öffnung haben 
müssen, um dieses Instrument hin- 
durch zu lassen, Nebenstehende 
Zeichnung erklärt die Absicht wohl 
genügend. Bei Nebel muß ‚dann ein in Fahrt befindliches Dampfschiff mit 
Zwischenräumen von nicht mehr als 2 Minuten anstatt einen langen Ton zwei 
lange Töne geben, wovon der erste Ton auf vier Strich an Steuerbord, der 
zweite Ton auf vier Strich an Backbord zu geben ist. 
Die Absicht hiervon ist, daß man aus dem Unterschied in der Stärke des 
gehörten Schalles. imstande ist, bestimmen zu können, ob .das gehörte Fahrzeug 
uns die Steuerbord- oder die Backbordseite zugewendet hat, woraus weiterhin zu 
schließen ist, in welchem Halbkreis das Fahrzeug sich fortbewegt. Daß sich 
diese Wahrnehmung tatsächlich gut machen läßt, hat sich bei meinen Ver- 
suchen, angestellt mit unserem Bergungsfahrzeug »Dordt«, auf welchem ich eine 
solche Vorrichtung angebracht habe, zur Genüge gezeigt. 
Ein Dampfschiff, welches in Fahrt ist, aber seine Maschine gestoppt hat 
und keine Fahrt durch das Wasser macht, sollte dagegen nur einen langen Ton 
mit der Dampfpfeife geben dürfen anstatt zwei, und zwar mit dem Schall- 
trichter Mittschiffs gestellt. Es braucht also an den Bestimmungen zur Ver- 
hütung des Zusammenstoßes der Schiffe nichts anderes verändert zu werden als eine 
Umsetzung von unter a und b des Artikels 15. 
Wie man nun den richtigen Ort fest- Beispiel 1. 
stellen kann von einem in Fahrt befindlichen 
Schiff, welches bei dichtem Nebel Signale gibt, 
werde ich nachstehend durch einige Beispiele 
erklären, I 
A östlich steuernd hört mit Zwischen- 
räumen von 2 Minuten zwei lange, gleich 
starke Töne recht voraus. Hieraus folgert er, daß ein Dampfschiff recht 
voraus ist, welches entweder einen recht entgegengesetzten Kurs oder aber 
einen gleichen:Kurs steuert, also in letzterem Falle ein sogenannter »Mitgeher« 
ist, welchen. man aufläuft. 
B hört dieselben Dampfpfeifensignale von A und zieht denselben Schluß, 
weshalb beide Schiffe einige Striche: nach Steuerbord ausweichen, um einander 
sicher passieren zu können. 
A Östlich steuernd hört zwei lange 
Töne recht voraus, wovon. der zweite 
stärker als der erste (in der weiteren Be- 
schreibung zu nennen »schwachstark«), woraus 
er annehmen muß, daß ein Dampfschiff recht 
voraus ist, welches ihm die Backbordseite zu- 
gekehrt hat. Allerdings kann man nun nicht ; 
genau. wissen, welchen Kurs B anliegt, doch dies ist in der. Praxis auch nicht 
unbedingt notwendig. 
- Was man aber. wohl wissen‘ muß, ist, ob es einen nördlichen oder süd- 
lichen Kurs steuert, und hiervon kann man sich vollkommen: überzeugen. durch 
Ann. d, Hydr. usw. 1916, Heft IV. 
„P-
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.