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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1916,
Vergleichen wir die oben angeführten Sauerstoffprozentsätze aus dem zen-
tralen Teil der Nordsee mit den Tabellen aus anderen Gebieten, so finden wir
folgendes interessante Resultat:
Die niedrigsten Sauerstoffprozentsätze, die überhaupt
in den Jahren 1902 bis 1908 in irgendeinem der hier be-
handelten Teile der Nordsee und des Skagerrak beobachtet
worden sind, fanden sich am Boden des offenen Gewässers
inmitten der Nordsee.
Selbst in der isolierten Senkung mitten im Skagerrak
ist der jährliche Durchschnittswert von w in der Schicht
400 bis 700 m etwa 20 %%, höher als die Mittelzahl der in
der obenstehenden Tabelle angegebenen w’s von „No-
vember I“ an D Nordsee 3, 4 und 5.
Die mangelhafte Kenntnis sowohl der Stromstärken als auch der Größe
des organischen Sauerstoffverbrauchs, die man bislang hat, gestattet keine exakte
Erklärung dieser auffälligen Erscheinung. Es scheint aber bis auf weiteres an-
gemessen, anzunehmen, daß die Hauptursache in einem starken, organischen Sauer-
stoffverbrauch in der Unterschicht mitten in der Nordsee zu suchen ist.
Kurzwierige Schwankungen der Sauerstoffmengen.
Die Frage von kurzwierigen Schwankungen des hydrographischen Zustandes
hat wie bekannt in den späteren Jahren viele Aufmerksamkeit in Anspruch ge-
nommen. Es würde auch von Interesse sein, diese Frage in betreff der Sauerstoff-
verhältnisse zu untersuchen; was man aber bisher darüber weiß, ist nur sehr wenig.
Das Material beschränkt sich auf ein paar kurze Serien, die von Dr. A. C. Reichard
in der Nähe von Helgoland angestellt worden sind.
Die eine dieser Serien umfaßt 12 Oberflächenmessungen, die mit Zwischen-
räumen von 1 Stunde von 8% V bis 7b N am 14. September 1906 „im Strome zwischen
Helgoland und Düne‘ ausgeführt wurden. Das Minimum des absoluten Sauerstoff-
gehalts des Wassers war 5.69 ccm, einem @ von 99.6 °/, entsprechend; es trat 2% N
und 6 N ein. Das Maximum des absoluten Sauerstoffgehalts war 5.87 ccm, einem w
von 102.8 °/, entsprechend; es trat 3b N ein, und im Laufe einer Stunde unterlag
der Sauerstoffprozentsatz also einer zufälligen Schwankung von 3.2 %.
Die zweite Serie umfaßt Messungen jede zweite Stunde in 0m und 39m
Tiefe von 8: N am 26. September bis 6e V am 27. September 1907 in der „Tiefen
Rinne“ vier Sm SSW von Helgoland. An der Oberfläche war das Minimum des
absoluten Sauerstoffgehalts des Wassers O0, = 5.91 ccm, einem w von 100.3 °%%
entsprechend; es trat 44 V ein. Das Maximum von O0, war 6.18 ccm, einem w von
104.9 °/, entsprechend; es trat 6» V ein, und im Laufe von zwei Stunden schwankte
w also um 4.6 9%.
Eine bedeutend größere Schwankung fand sich am Boden; hier war:
Minimum von O0, = 4.94 ccm, einem & von 85.2 °%/ entsprechend, 128 N
(26. September).
Maximum von OO, = 5.81 ccm; einem w von 100.3 °% entsprechend; 6b V
(27. September),
und im Laufe von 6 Stunden schwankte w somit um 15%. Die
Temperatur blieb im Laufe der 6 Stunden konstant = 15°0, und der Salzgehalt
schwankte nur wenig, nämlich von 32.94 °/49 auf 33.17 °/. Das Bodenwasser stand
an diesem Orte nicht in direkter Verbindung mit der Atmosphäre, da man an der
Oberfläche
126 N: 14°5 — 30.93 %/q0, 6h V: 14°7 — 31.47 %/wo
fand; aber sogar an Orten, wo man im Winter homohalines und homothermes Wasser
in der ganzen Säule von der Oberfläche bis auf den Boden hat, kann Ä& dann und
wann bedeutenden, zufälligen Schwankungen unterliegen. So fand man an D
Nordsee 1: