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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Gehrke, J.: Über die Sauerstoffverhältnisse der Nordsee.

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Wir betrachten demnächst die Sauerstoffprozentsätze des Bodenwassers und
beginnen mit der Norwegischen Rinne.

A. Der äußere Querschnitt D Nordsee 7 bis 8.
Untenstehende Tabelle enthält alle in der Nähe des Bodens angestellten
Messungen von & an diesen beiden Stationen; die vor November 1904 ausgeführten
Analysen sind volumetrisch, der Rest titrimetrisch. Die mittlere Tiefe von w ist
an D7 281m und an DS 327 m.

1902—1903
1903—1904
L904—1905
L905—1906
1906—1907 |
1907 —1908

August

Sp

88

E D Nordsee 7 Sn
November! Februar | Mai

nn  D Nordsee 8 ]
August !November! Februar | Mai

81]

92

a

Qi
35
Q4

97 --94
 87
- | 88 88
89 t—

89
| 94
95 | gl

88

Die Sauerstoffprozentsätze des Bodenwassers haben
also eine ausgeprägte jährliche Periode; an jeder Station
sind sämtliche w’s aus dem Monat Mai größer als sämtliche
aus dem Monat November vorliegenden.
Man muß selbstverständlich darauf gefaßt sein, daß die Intervalle vom
November und Mai ineinander eingreifen werden, wenn das Beobachtungsmaterial
hinlänglich groß wird; und bereits jetzt findet sich an Station D 8 nur ein Unterschied
 von 1° zwischen dem niedrigsten @ im Mai und dem höchsten & im November.
 Man darf doch aber aus der Tabelle folgern, daß auch bei langen Beobachtungsreihen
 eine überwiegende Mehrzahl von niedrigen w’s im November und von
hohen w’s im Mai vorliegen wird.
Der Unterschied zwischen aufeinander folgenden
Sauerstoffprozentsätzen im Mai und November unterliegt
großen Schwankungen,
So ist es an D 7 ein Unterschied von 12 °/, zwischen w im November 1904 und
im Mai 1905, aber nur ein Unterschied von 3 °/, zwischen w im November 1906 und
im Mai 1907; und an D 8 ein Unterschied von 13 °% zwischen w im November 1902
und im Mai 1903, aber nur ein Unterschied von 5° zwischen w im Mai und November
 1905. .
Ein Teil dieser Schwankungen rührt natürlicherweise davon her, daß der
Monatsdurchschnitt‘ von & in jedem einzelnen November oder Mai in den verschiedenen.
 Jahren verschieden ist. Man muß aber auch erwarten, daß w von Tag
zu Tag kurzwierigen Schwankungen unterliegt, und einen wie großen Einfluß dies
auf die angeführten Differenzen hat, läßt sich noch nicht klarlegen.
An jeder Station wurde der höchste, bisher vorgefundene
 Sauerstoffprozentsatz im Winter beobachtet.
Er beträgt 99°, an D 7, 95% an D 8. — Der höchste Vierteljahrswert wird
also oft schon im Winter eintreffen. Daß in der Norwegischen Rinne aber auch
Schwankungen vorkommen können, deren höchster Vierteljahrswert erst im Mai
eintrifft, geht aus folgender Serie in 240 bis 235 m an D Nordsee 16 hervor:
1. September 1907 28. November 1907 4. März 1908 23. Mai 1908
89 9% 84. %/ 86 9%, 92 9/.
Der Zeitpunkt des Eintreffens des Maximums ist also augenscheinlich etwas
abhängig von zufälligen Umständen, aber in großen Zügen ist die Ursache dieser
Periode der Sauerstoffprozentsätze leicht verständlich. Das im Winter und Frühjahr
 in die tiefen Schichten einströmende Wasser ist im Herbst und Winter in der
Nähe der Rinne durch Konvektionsströme mit. der Oberfläche in lebhaftem Kontakt
 gewesen.. Es ist dadurch mit Sauerstoff beinahe gesättigt worden, und sein
@® wird nur wenig reduziert, bevor es an den Observationsplätzen ankommt. Hier
            
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