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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Gehrke, J.: Über die Sauerstoffverhältnisse der Nordsee, 
183 
Sehr eigentümlich ist ferner der Unterschied zwischen den Sauerstoffprozent- 
sätzen an den beiden naheliegenden Stationen D Nordsee 9 und 10; sie wurden 
an demselben Tage untersucht und liegen nur etwa 22 Sm voneinander, oo; und 
in den oberen Schichten betrugen: 
D Nordsee 9 
(. 
€“ 
m 
) 
. Y 
4U 
50 
/ 
21.34 
22.68 
23.46 
24.21 
25.33 | 
25:92 
9654 |. 
100 
102 
102 
102 
102 
100 
100 
D Nordsee 10 
0. 
® 
22.04 — 
22.20 101 
25.50 117 
26.60 118 
27.02 | 123 
27.41 | 110 
97531 | 95 
Wie man sieht, sind die Sauerstoffprozentsätze an den beiden Stationen 
so verschieden, daß man aus den Messungen an der einen Station keine Schlüsse 
in betreff der Verhältnisse an der anderen Station hätte ziehen können, und die 
gesamten Faktoren, die die Sauerstoffentwickelung bzw. den Sauer- 
stoffverbrauch bedingen, können augenscheinlich an nahe beiein- 
ander gelegenen Stationen mit sehr ungleicher Intensität wirken. 
Daß die vertikalen Mischungsprozesse in den mittleren Schichten der 
Norwegischen Rinne so schwach sind, daß sie das Entstehen großer, . vertikaler 
Gradienten in @ nicht verhindern können, zeigt sich an D 10 sowohl auf der Strecke 
10 bis 15 m, wo auch der o:-Gradient groß ist, als auf der Strecke 30 bis 50 m, wo 
die owr-Gradienten bereits recht mäßig sind; und daß die annäherungsweise 
horizontalen Zirkulationen innerhalb Wasserschichten desselben spezifischen 
Gewichts im Sommer auch nicht stark genug sind, um zu verhindern, daß sich 
senkrecht zur Längsrichtung der Norwegischen Rinne große Differenzen in w auf 
kurze Entfernungen bilden können, sieht man z. B., wenn man die Verhältnisse 
in 15m an D 10 und 30 bis 40 m an D 9 vergleicht. 
Daß der Unterschied zwischen den beiden Stationen kaum auf einem reinen 
Zufall beruht, ist aus folgenden Serien vom 22. August 1906 ersichtlich (von denen 
die hier mitgeteilten Messungen sicherlich alle bis auf eine volumetrisch sind): 
D 9 
DD 10 
+ 
oO 
04 
€ 
24.38 nn 
24.82 97 
25.122 | 98 
25.31 i 95 
2630 | 102 1 
26.98 | 95 
In beiden Sommern erreichten die intermediären Über- 
sättigungen also höhere Werte mitten in der Norwegischen Rinne 
als näher an der norwegischen Küste. Die Differenz zwischen den beiden 
Stationen ist nun allerdings nicht so groß wie im Jahre 1905; ist aber doch deut- 
lich ausgesprochen und beträgt in gewissen Schichten 12 °/,. "Vergleichen wir die 
Messungen aus den beiden Sommern an D 10, so ergibt sich ein bedeutender Unter- 
schied, indem das intermediäre Maximum von @ im Jahre 1905 um 16°/ höher 
war als im Jahre 1906, Die Faktoren, welche die Übersättigungen. be- 
dingen, können also an demselben Orte in den verschiedenen Jahren 
mit sehr ungleicher Intensität wirken. . 
Eine ähnliche Vergleichung wie die oben zwischen D 9.und D 10 angestellte, 
Jäßt sich leider nicht zwischen D 7 und D 8 ausführen, da für die oberen Wasser- 
schichten keine erschöpfenden Sommerserien an D 7 vorliegen. An D 8 fand. man 
indessen am 18. August 1906: 
5.m:99% , 10m: 99%, 20m: 98%, 30m: 110%, 40 m: 94 %/, 
23.21 100 
23.29 107 
9441 | 107 
26.76 | . 107 
27.23 | 96 
2734 Ö 91
	        
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