Gehrke, J.: Über die Sauerstoffverhältnisse der Nordsee,
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Sehr eigentümlich ist ferner der Unterschied zwischen den Sauerstoffprozent-
sätzen an den beiden naheliegenden Stationen D Nordsee 9 und 10; sie wurden
an demselben Tage untersucht und liegen nur etwa 22 Sm voneinander, oo; und
in den oberen Schichten betrugen:
D Nordsee 9
(.
€“
m
)
. Y
4U
50
/
21.34
22.68
23.46
24.21
25.33 |
25:92
9654 |.
100
102
102
102
102
100
100
D Nordsee 10
0.
®
22.04 —
22.20 101
25.50 117
26.60 118
27.02 | 123
27.41 | 110
97531 | 95
Wie man sieht, sind die Sauerstoffprozentsätze an den beiden Stationen
so verschieden, daß man aus den Messungen an der einen Station keine Schlüsse
in betreff der Verhältnisse an der anderen Station hätte ziehen können, und die
gesamten Faktoren, die die Sauerstoffentwickelung bzw. den Sauer-
stoffverbrauch bedingen, können augenscheinlich an nahe beiein-
ander gelegenen Stationen mit sehr ungleicher Intensität wirken.
Daß die vertikalen Mischungsprozesse in den mittleren Schichten der
Norwegischen Rinne so schwach sind, daß sie das Entstehen großer, . vertikaler
Gradienten in @ nicht verhindern können, zeigt sich an D 10 sowohl auf der Strecke
10 bis 15 m, wo auch der o:-Gradient groß ist, als auf der Strecke 30 bis 50 m, wo
die owr-Gradienten bereits recht mäßig sind; und daß die annäherungsweise
horizontalen Zirkulationen innerhalb Wasserschichten desselben spezifischen
Gewichts im Sommer auch nicht stark genug sind, um zu verhindern, daß sich
senkrecht zur Längsrichtung der Norwegischen Rinne große Differenzen in w auf
kurze Entfernungen bilden können, sieht man z. B., wenn man die Verhältnisse
in 15m an D 10 und 30 bis 40 m an D 9 vergleicht.
Daß der Unterschied zwischen den beiden Stationen kaum auf einem reinen
Zufall beruht, ist aus folgenden Serien vom 22. August 1906 ersichtlich (von denen
die hier mitgeteilten Messungen sicherlich alle bis auf eine volumetrisch sind):
D 9
DD 10
+
oO
04
€
24.38 nn
24.82 97
25.122 | 98
25.31 i 95
2630 | 102 1
26.98 | 95
In beiden Sommern erreichten die intermediären Über-
sättigungen also höhere Werte mitten in der Norwegischen Rinne
als näher an der norwegischen Küste. Die Differenz zwischen den beiden
Stationen ist nun allerdings nicht so groß wie im Jahre 1905; ist aber doch deut-
lich ausgesprochen und beträgt in gewissen Schichten 12 °/,. "Vergleichen wir die
Messungen aus den beiden Sommern an D 10, so ergibt sich ein bedeutender Unter-
schied, indem das intermediäre Maximum von @ im Jahre 1905 um 16°/ höher
war als im Jahre 1906, Die Faktoren, welche die Übersättigungen. be-
dingen, können also an demselben Orte in den verschiedenen Jahren
mit sehr ungleicher Intensität wirken. .
Eine ähnliche Vergleichung wie die oben zwischen D 9.und D 10 angestellte,
Jäßt sich leider nicht zwischen D 7 und D 8 ausführen, da für die oberen Wasser-
schichten keine erschöpfenden Sommerserien an D 7 vorliegen. An D 8 fand. man
indessen am 18. August 1906:
5.m:99% , 10m: 99%, 20m: 98%, 30m: 110%, 40 m: 94 %/,
23.21 100
23.29 107
9441 | 107
26.76 | . 107
27.23 | 96
2734 Ö 91