Gehrke, J.: Über die Sauerstoffverhältnisse der Nordsee,
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Die jährliche Periode von @ finden wir wieder, wie die holländischen
Messungen zeigen, im südwestlichen Teil der Nordsee. In untenstehender Tabelle
sind alle vorhandenen holländischen Werte von w als zur Oberflächenschicht gehörend
befrachtet, weil die gleichzeitigen vertikalen Differenzen von Temperatur
und Salzgehalt klein waren. Und wenn an einer Station zwei gleichzeitige w-Bestimmungen
unternommen wurden, sind sie daher durch ihre Mittelzahl ersetzt.
Eine Ausnahme bilden nur die zwei ungewöhnlich niedrigen Sauerstoffprozentsätze
an der Oberfläche im August 1903 an. den Stationen H2 und H5. Falls sie überhaupt
richtig sind, vertreten sie kaum eine ausgedehnte Wasserschicht; und sie
sind deshalb ganz weggelassen. Das ganze holländische Material, das volumetrisch
ist, läßt sich dann in folgender Weise darstellen:
August 1903
November 1903
Mai 1904
1.
H2 |=E3 | H4 |H5 | H6' H7
}
HS
95 | 93 92 90 - 101° | 100 ! 95
90 91 |: 92 92 90 91 90 91
95 94 96 96 96 | 95 | 105
H9
96
93
Mittel
95%
91%
979,
w@ ist also überall im holländischen Gebiet, wo hinlänglich Messungen vorliegen,
im November 1903 kleiner als im Mai 1904, und die jährliche Periodizität
tritt somit klar hervor. Es ist ferner von Interesse zu sehen, daß die Differenz
zwischen den, beiden Monaten wiederum nur ein Bruchteil ist von
dem durchschnittlichen Unterschied zwischen den w’s der 5 m-Schicht
im Frühjahr und Herbst inmitten der Nordsee; und falls dies sich durch
weitere Untersuchungen als eine konstante Erscheinung herausstellt, wird es ja
bedeuten, daß die zentrale Nordsee nicht nur im Nordosten; sondern auch im Süden
an Küstengebiete grenzt, wo die jährliche Ä@-Periode in 5 m sich von den Verhältnissen
inmitten der Nordsee merklich abhebt.
Die holländischen w’s sind recht niedrig im Vergleich mit den im vorhergehenden
diskutierten, titrimetrisch bestimmten Sauerstoffprozentsätzen; und
die Annahme liegt nahe, daß dies zum Teil der benutzten volumetrischen Methode
zuzuschreiben ist.
Eine der Ursachen, die die jährliche w-Periode an den verschiedenen Orten
bedingen, ist ja sicherlich in der Tatsache zu suchen, daß das vegetabilische Plankton
in dem hellen Halbjahr mehr Sauerstoff erzeugt als in dem dunklen. Ferner wird
die Erwärmung des Wassers im Frühjahr und die Abkühlung im Herbst eine gewisse
Neigung zu Übersättigung mit Sauerstoff in ersterer und Untersättigung
in letzterer Jahreszeit hervorrufen. Wie groß die Wirkung jedes einzelnen dieser
Momente für sich auf die resultierende Sauerstoffspannung ist, und wie viel der von
Tieren und toten organischen Stoffen verursachte Sauerstoffverbrauch. im Laufe
des Jahres schwankt, läßt sich zur Zeit wohl kaum eingehender klarlegen; und
in betreff der Ursachen der örtlichen Verschiedenheiten der Periode kann man deshalb
nur Mutmaßungen aussprechen. So erscheint es natürlich, anzunehmen, daß die
verschiedenen Tier- und Pflanzenarten, die je nach den wechselnden, hydrographischen
Verhältnissen im Plankton ‚einer gewissen Jahreszeit in den ‘verschiedenen
Gebieten vorherrschen, nicht alle einen gleich lebhaften Stoffwechsel
besitzen, und daß ihr Anteil an dem Sauerstoffverbrauch. bzw. der Sauerstofferzeugung
daher auch kaum ihrer Individuenanzahl öder ihrem Gesamtvolumen
proportional schwankt.
Da die Verhältnisse überhaupt so wenig bekannt sind, kann es vielleicht
von einigem Interesse sein, darzutun, daß die Höhe der Sauerstoff prozentsätze
im Frühjahr nicht, wie man vielleicht erwarten könnte, mit der
Stärke der Erwärmung des Wassers parallelläuft. Aus den im Bulletin
trimestriel 1906—07, Partie Supplementaire S. 75 bis 76 angeführten Tabellen
kann man nämlich in erster Annäherung die Größe b der halben Jahresschwankung
der Mitteltemperatur in 5m an den am häufigsten besuchten Quartalstationen
berechnen: und weil b der Steigerung der Mitteltemperatur pro Zeiteinheit im Mai