Neuere Veröffentlichungen.
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Die Glieder dieser Reihe zeigen indeß den wirklichen Verhältnissen ‚gegenüber so große Abweichungen,
daß bier von einem wissenschaftlich befriedigenden Ergebnis nicht gesprochen werden kann, : Ahnliches
gilt von den Arbeiten späterer Forscher, welche in derselben Richtung vorwärtsstrebten. ;
Den neuesten großartigen Versuch, in das wenig übersichtliche Zahlenwerk der Astronomie
mehr Licht zu bringen, finden wir in dem oben erwähnten Buch. In ihm hat der genannte Autor
seine auf langjähriger Forscherarbeit beruhenden, umfangreichen Ermitilungen niedergelegt. - Durch sie
wird. die Betrachtung: des Sonnensystems und des Universums in eine ganz neue Beleuchtung gerückt,
Wie vielseitig diese sein muß, läßt sich aus dem Umstand ermessen, daß Ruths, von den Planetoiden
abgesehen, das ganze ihm zugängliche, zuverlässige Zahlenmaterial in den Kreis,seiner Untersuchung
gezogen hat, vor allem die großen Bahnachsen und Umlaufszeiten der Hauptplaneten sowie die Um-
Jaufszeiten ihrer Monde, sodann aber auch noch die Massen, die Durchmesser, die Dichten, die Rotations-
zeiten. und die Bahnexzentrizitäten der Hauptplaneten allein. Wir sehen außer den Quotienten der
genannten astronomischen Konstanten auch deren Produkte, Summen und Differenzen bei der Unter-
zuchung verwertet. Nach streng kritischer Sichtung der gesamten Resultate gipfeln die Ergebnisse in
mehreren Hauptsätzen, von denen beispielsweise der folgende mitgeteilt sei: »Zwischen den Achsen
sowie zwischen den Umlaufszeiten der acht Hauptplaneten bestehen Quotienten- und Summenrelationen,
in denen eine Art periodischen Systems erkennbar iste. Gleichzeitig aber zeigen sich die "ermittelten
Beziehungen ‚im Gegensatz zu der durch Laplace für unser Sonnensystenr aufgestellten Stabilitäts-
hypothese von einer ausgesprochenen Tendenz zu einfachen rationalen Zahlenverhältnissen beherrscht.
In‘ überaus vielen Gleichungen, deren Richtigkeit bis auf einige hundertstel Prozent gesichert ist,
findet das seine volle Bestätigung. - Selbst das schwer lösbare Problem der Massenverteilung .in unserem
Sonnensystem sehen wir nicht ohne Erfolg in Angriff genommen. Darüber belehrt uns die zusammen-
fassende Bemerkung: »Zwischen den Massen der acht Hauptplaneten bestehen gesetzmäßige Beziehungen,
die sich als Quotientenrelationen und ‚einfache Zahlenverhältnisse darstellen und die wenigstens. teil-
weise einen Anschluß insbesondere an die Achsenverhältnisse: der Hauptplaneten erkennen lassen. Die
Sonnenmasse nimmt an diesen Beziehungen teil«. .
Als verwegenste Kühnheit muß es wohl manchem erscheinen, wenn Ruths es unternimmt;
auch räumlich getrennte Körper wie die Monde eines Planeten mit denen. eines anderen in ent-
sprechender Weise- zu verknüpfen oder wenn er es wagt, die Glieder unseres Sonnensystems mit den
Veränderlichen der Fixsternwelt in zahlenmäßige Verbindung zu setzen, Wer jedoch den klaren und
hochinteressanten Ausführungen, die hierzu gegeben sind, mit Aufmerksamkeit folgt, wird es verständ-
lich finden, daß dieser Forscher bei seinen ersten Ergebnissen nicht stehen blieb, sondern Schritt für
Schritt und planmäßig zur Erweiterung seiner Untersuchung nach der angedeuteten Richtung hin sich
fortdrängen ließ. Frei von dem Bann, alles Weltgeschehen nur unter dem Gesichtspunkt des Attraktions-
gesetzes verstehen zu wollen, wird man an der Hand der geistvollen Darlegungen des Buches auch
diese ungewohnte, überräumliche Verknüpfung der Himmelskörper wohl begreiflich finden, Mit Staunen
sehen wir, ‚wie das spröde Zahlenmaterial sich in gefügiger Weise in immer neue Faktorenreihen.auf-
lösen läßt und so zu vielen überraschenden und charakteristischen Gruppierungen Veranlassung gibt.
Dadurch wird Faden um Faden ‚von Gestirn zu Gestirn gespannt zu einem Netz, welches nach seiner
einstigen Vollendung eine neue, ungeahnte Struktur. des Weltalls erkennen lassen wird, Bemerkens-
wert ist, daß dabei die Gruppe der Saturnmonde eine ganz hervorragende Rolle spielt.
Wenn auch schon die einzelnen Ruthsschen Relationen künftig zu einem festen, wertvollen
Besitztum der Himmelskunde werden dürften, so ist ihnen in ihrer Gesamtheit doch noch eine be-
sondere Bedeutung beizumessen. Ihre Gültigkeit Jäßt sich nämlich nicht erklären aus dem das Al
beherrschenden Attraktionsgesetz: Ihr Vorhandensein deutet vielmehr auf Ursachen hin, die neben
der Schwerkraft auf die Bildung und Entwicklung der Sternenwelt eingewirkt haben, Die Erforschung
der hierbei befolgten Gesetze, welche die entdeckten Beziehungen bedingt haben, dürfte späterhin. unter
die vornehmsten Aufgaben.der Astronomie zu rechnen sein. In welchem Sinne diese weltgestaltenden
Ursachen nach dem bisher Ermittelten sich geltend machten, ist von Ruths zum Ausdruck gebracht
worden in dem Satz: »Die Umlaufszeiten der Haupt- und Nebenplaneten und die’ mittleren regel-
mäßigen Perioden im Lichtwechsel der veränderlichen Fixsterne lassen gleiche Bildungstendenzen er-
kennen, die durch Quotientenbeziehungen und durch einfache rationale Zahlenverhältnisse mit gemein-
samen universellen Wertgruppen .. . charakterisiert sind.« Gerade die letzteren, welche selbst wieder
in sehr einfachen Beziehungen zueinander stehen, geben die verknüpfenden Bänder für ganze Gruppen
von Himmelskörpern ab. Die einfachen rationalen Zahlen dagegen oder ihre Produkte und Potenzen
bilden die Verbindungsstücke von einem Gestirn‘' zum anderen.
Wie in den beiden letzten Abschnitten der Ruthsschen Schrift dargetan wird, greift die Be-
deutung der angestellten Untersuchungen. noch weit über das Gebiet der. Astronomie hinaus. Es er-
geben sich wertvolle Fingerzeige dafür, daß das gesuchte Strukturgesetz auch dem Reich der Atome
nicht fremd sein kann. Ebenso sind bedeutsame Anzeichen vorhanden, welche eine Parallele zwischen
manchen astronomischen Erscheinungen und gewissen psychischen Prozessen rechtfertigen. Eine Fort-
setzung der Untersuchung auch nach dieser Seite hin‘ eröffnet für die Wissenschaft einen ganz be-
sonders reizvollen Ausblick. Professor Dr. J. Schneider.
B. Neueste Erscheinungen im Bereich der Seefahrt und der Meeres-
kunde sowie auf verwandten Gebieten.
a. Werke.
Witterungskunde. ; | .
Groll, M.: Der Stille Ozean. 120 > 110 cm (Karte), — Der’ Atlantische Ozean. 95 >< 120 cm
(Karte). .— . Der ‚Indische Ozean: ‘90 >< 110 cm (Karte). Berlin, Hamburg, Braunschweig:
G. Westermann. je 15.00