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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1916.
Zu 5. Diese Annahme habe ich nicht gemacht. »Solche geometrischen
Feinheiten« kannte der Araber zwar aus der Theorie nicht, wohl aber würde er
die Unbequemlichkeit der Wendetangenten bei der Zeichnung der Kurve in
großem Maßstabe ebenso empfunden haben, wie ich. Jedenfalls ist es Tatsache,
daß Hassan durch Verdoppelung des Polarwinkels die Wendetangenten zum Ver-
schwinden gebracht hat; das habe ich behauptet. Zweifellos hat Herr Schoy
Recht, daß der von mir gewählte Ausdruck »zum Verschwinden bringen« nicht
einwandfrei ist, Ich hatte diesen Ausdruck aus der Infinitesimalrechnung
entlehnt.
Zu 6. Nach brieflicher Mitteilung von Prof. Günther steht die chinesische:
Beobachtung in P. Antoine Gaubil, Trait&€ d’Astronomie Chinoise, 3 vol., Paris 1732,
Wedemeyer.
3. Dampferwege zwischen Südafrika und Ostindien. Nach P. H. Galle:
De Stoomwegen van Zuid-Africa naar Oost-Indie, (Mitteilungen des Königlich
Niederländischen Instituts, Nr. 102.)
Betrachtet man diese Wege ohne Rücksicht auf die besondere Eigenart
der Schiffe oder ihrer Ladungen und besonderen Bestimmungen nur vom
meteorologischen und ozeanographischen Standpunkte, so hat man zu berück-
sichtigen: 1. Die Äquatorialströmung und andere östliche Strömungen bei der
Linie; 2. die Südäquatorialströmung und die ostwärts setzende Windtrift im
Süden von 35° S-Br.; 3. die Westaustralische Strömung; 4. den Nordost- und den
Südwestmonsun; 5. den Südostpassat; 6. die östlichen Winde südlich von 30° S-Br.;
7. die westlichen Winde südlich von 35° S-Br. Die monatliche Anderung dieser
Faktoren würde vom obigen Standpunkte aus eine beständige Verlegung der
einzuschlagenden Wege erfordern; dem entgegen steht aber das berechtigte
Bestreben nach Vereinheitlichung der Wege. Eine solche Vereinheitlichung dürfte
im Indischen Ozean ausgeschlossen sein, wie wohl große deutsche und britische:
Schiffahrtslinien ihren Schiffen für Reisen zwischen Südafrika und Australien
schon bestimmte, wenig voneinander abweichende Wege vorgeschrieben haben.
Es ist aber auch schon' viel gewonnen, wenn sich nicht mehr jedes Schiff seinen
eigenen Weg sucht und wenn die Reisen in der Nähe schon befahrener Wege
gemacht werden. Darum werden, in vollkommener Übereinstimmung mit den
von der Deutschen Seewarte auf ihren Monatskarten für den Indischen Ozean
vorgezeichneten Wegen,!) Sommerwege und Winterwege vorgeschlagen. Sommer-
wege von Oktober bis März, beide Monate eingeschlossen, Winterwege von
April bis September, beide Monate eingeschlossen.
1. Von Durban nach Poeloe Bras und Padang. Im südlichen Sommer:
sind die größten Kreise einzuschlagen. Der südliche Winter mit seinem zu voller
Stärke entwickeltem Südostpassat zwingt zu anderen Wegen. Nach Poeloe Bras
fahre man auf der Ostseite des Mozambique-Kanals nach Norden und, um nicht
in Ausläufer des Südostpassates zu gelangen, bei Mah6 vorüber und durch den
Anderthalbgrad-Kanal. Dieser Weg ist nach Poeloe Bras im Winter am empfehlens-
wertesten; nach Padang, wohin man, um einen allzu großen Umweg zu vermeiden,
bei Diego Garcia vorüberfahren müßte, bietet der südliche, obenein orkanfreie
Weg ebenso gute Aussichten, Dieser führt von Durban im größten Kreise nach
30° S-Br. in 70° oder 80° O-Lg. und von da im größten Kreise nach Padang.
Vom östlicheren Schnittpunkte hat man raumeren Passat,
2. Von Durban nach der Sundastraße und Tjilatjap nehme man
im vollen Sommer die größten Kreise. Im Winter ist der südliche Weg: im
größten Kreise nach 30° S-Br., in 85° O-Lg. nach der Sundastraße und in 90° O-Lg.
nach Tjilatjap, vorzuziehen. Auf diesem Wege sei man nicht ängstlich, Süd an-
zuholen und laufe lieber 2° südlich, als 1° nördlich von 33° S-Br. ostwärts und
1) Die Angaben der Deutschen Seewarte nehmen weitgehendere Rücksicht auf die Eigenart
der Schiffe, die bis jetzt solche Reisen gemacht haben, auch sind in ihren Monatskarten für den
Indischen Ozean aus Rücksicht auf die Klarheit der Zeichnung gemeinschaftliche Wege oder mehreren
Wegen gemeinsame Schnittpunkte überall da eingezeichnet worden, wo die Umstände Schiffen ohne
Nachteil gestatten, die eingezeichneten Wege und Schnittpunkte auf ganz verschiedenen Reisen ein-
zo ten.