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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1916.
banks befördert werden, um dort im Verein mit der besseren Kohle des Mata-
nuska-Reviers den lokalen Bedürfnissen zu dienen.
Mit dem Susitna-Flachland erschließt die Susitna—Nenana-Linie ein Gebiet,
welches das vornehmste landwirtschaftliche ganz Alaskas zu werden verspricht.
Schätzungsweise können 2000 Quadratmeilen für den Ackerbau nutzbar gemacht
werden, Kartoffeln und Futtermittel wurden schon mit gutem Erfolg angebaut,
und voraussichtlich werden hier die schon in der Tanena-Niederung kultivierten
Feldfrüchte besser gedeihen, da mit einer längeren Periode des Wachstums zu
rechnen ist. Der größte Teil des Gebietes ist bewaldet; durch Fällen und Roden
zur Urbarmachung des Landes würden große Quantitäten an Nutzholz gewonnen
werden, wobei natürlich Sorge zu tragen ist, daß ein genügender Bestand für
die lokalen Bedürfnisse verbleibt.
Jedoch nicht allein das Hinterland des Prince William Sound ist von großer
ökonomischer Bedeutung, sondern auch die unmittelbare Umgebung. Die beiden
wichtigsten Industrien sind die Erzeugnisse der Minen und die Fischerei. Das
Hauptmineral ist das Kupfer; aber auch einiges Gold wird gefunden. In den
Jahren 1913 und 1914 betrug der Wert der Produktion dieses Distrikts 1328000
und 1200000 Dollar. 1914 förderte eine Mine auf Latouche Island, im westlichen
Teile des Sundes, 4500 Tons Kupfererz monatlich. Latouche Island und das im
Norden angrenzende Knight Island sowie die Ostküste des Sundes sind die haupt-
sächlichsten Mineralien bergenden Gebiete, Das Ellamar-Gebiet, an der nordöst-
lichen Küste, fördert das meiste Kupfer.
Der wichtigste der hier gefangenen Fische ist der Lachs. Die hauptsäch-
lichsten Fischgründe befinden sich seewärts vom Mündungsgebiet des Copper
River. In Orca, nahe bei Cordova, ist eine Fischkonservenfabrik errichtet, welche
im Jahre durchschnittlich 50000 Kisten Konserven fertigstellt und verschifft,
Diese Industrien und Handelsmöglichkeiten haben die Ansiedelung einer
ziemlich bedeutenden Bevölkerung im Küstengebiete des Sundes zur Folge gehabt.
Die beiden Hauptstädte sind Cordova und Valdez, Cordova hatte im Jahre 1910
eine Bevölkerung von 1200 Köpfen, Valdez, einschließlich der militärischen Be-
satzung, eine solche von 1500 Köpfen. In beiden Städten befinden sich Hotels,
Warenhäuser, eine Bank, Schulen, Kirchen, Telephon, elektrische Beleuchtung,
täglich erscheinende Zeitungen, Feuerwehr u. s. w., so daß sie durchaus den Ein-
druck des Wachsens und Gedeihens machen. Andere Ansiedlungen sind Orca —
in der Nähe von Cordova —, Land Lock und Ellamar an der Ostseite des Sundes.
Seward, die Ausgangsstation der Susitna-Nenana-Eisenbahnlinie nach dem Westen,
hatte 1910 500 Einwohner,
Die Wichtigkeit des Prince William Sound als Einfallstors in das Innere
Alaskas hat ihm vorzügliche Verbindungen mit der Außenwelt verschafft. Der
meiste Handel geht nach Puget Sound; aber auch der Verkehr mit San Francisco
ist beachtenswert; durch Kabel wie auch durch regelmäßige Dampferverbindung
besteht direkter Verkehr mit Seattle. Von den beiden Dampfergesellschaften,
welche den Verkehr vermitteln, läßt die eine ihre Dampfer jeden sechsten Tag,
die andere dreimal im Monat von Seattle laufen. Diese Dampfer sind bei etwa
300 Fuß Länge 3000 Brutto-Registertons groß. Die Entfernung von Cordova bis
Seattle beträgt 1766 Sm, die Reisedauer fünf Tage.
Die natürliche Gestaltung des Sundes macht ihn zu einem idealen Schiff-
fahrtshafen. Die Südabhänge der Chugach Mountains, in welche die See ein-
dringt, bilden eine große Zahl von Fjorden, Buchten und Zugängen, deren tiefes
Wasser und sehr geschützte Lage der Schiffahrt guten und sicheren Ankerplatz
bieten. Valdez liegt an der Spitze eines Fjordes, Cordova an einer Bucht der
Küste, geschützt durch eine vorgelagerte Insel.
Die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten des Prince William Sound sind
augenscheinlich, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die neue Ara des
Eisenbahnbaues bedeutend zu seiner weiteren vollen Entwicklung beitragen wird.