Beicht:. Prince William Sund, das Tor zum Innern Alaskas usw. 157
Östlich der Mündung des Copper River und eine kurze Strecke binnenlands liegt
das Bering River-Kohlenfeld, dasjenige der beiden Alaska-Kohlenfelder, welches
den größten Bestand an hochwertiger Kohle aufweist. Die ausgemessenen Teile
dieses Feldes umfassen etwa 22 Quadratmeilen mit Anthrazitkohle und 28 Quadrat-
meilen mit halbbituminöser und Halbanthrazitkohle. Der größte Teil dieser Lager
ist bisher gänzlich unberührt geblieben, da es an Abfuhrmöglichkeiten mangelt.
Eine Ausfuhr über See ist bei dem ungeschützten oder zu flachen Charakter der
einzigen in Betracht kommenden Häfen Katalla und Controller Bay nur sehr
schwer zu erreichen. ;
Die Alaska Railroad Commission hat den Bau einer Zweiglinie der Copper
River-Bahn empfohlen, welche dieses wichtige Gebiet berühren und gleichzeitig
die vor einigen Jahren bei Katalla entdeckten Petroleumfelder erschließen soll.
Ungefähr 100 Meilen oberhalb seiner Mündung nimmt der Copper River
einen von Osten kommenden großen Nebenfluß, den Chitina, auf. Ein bedeutender,
über 100 Meilen langer und 5 bis 10 Meilen breiter Kupfererzgürtel liegt in
dessen Tal. Seit dem Jahre 1911 ist dieses Gebiet durch eine Eisenbahn zu-
gänglich gemacht, die von der Hauptlinie bei Chitina abzweigt und das Tal
65 Meilen bis Kennicott hinaufsteigt. Hier liegt die Bonanza-Mine, welche
monatlich für 1 Million Dollar Kupfer fördert und verschifft. Unmittelbar an-
grenzend liegt auch der Nizina Gold Placer-Distrikt. Durch Weiterführung dieser
Zweigbahn nach Osten über den Skolai-Paß könnte im Quellgebiet des White River
ein anderes Kupfer führendes Gebiet von großer Bedeutung erschlossen werden.
Beim Erreichen des Tanana tritt die Copper Delta River-Bahn in eins
der wichtigsten Ackerbaugebiete des Landes. Allein im Tanana-Tal, unterhalb
des Delta River, befinden sich nach einem kürzlich erstatteten Gutachten
4500 000 Acres pflügbares Land, von denen sich zur Zeit nur einige Hundert
unter Kultur befinden. Da das Pflanzenwachstum jahreszeitlich nur sehr kurz
ist (90 bis 120 Tage), kann die aus der hohen Breite resultierende Länge des
Tageslichtes als zum Teil kompensierender Faktor betrachtet werden. Die haupt-
sächlichsten Erzeugnisse sind in erster Linie Kartoffeln, dann andere harte
Gemüsearten; auch eignet sich das Gras gut zum Verfüttern. Obgleich Getreide
bisher nicht in größeren Mengen angebaut ist, steht doch fest, daß dasselbe aus-
reift. Wenn auch nicht erwartet werden kann, daß das Land diese Produkte für
den Export erzeugen wird, wenigstens nicht unter den zur Zeit herrschenden
Bedingungen, ist doch alle Aussicht vorhanden, daß es das Versorgungszentrum
für den lokalen Markt werden wird,
Im Jahre 1910 hatte das Land eine Bevölkerung von über 4000 Köpfen,
welche sich hauptsächlich in dem Fairbanks Gold-Distrikt konzentriert. Seit der
Entdeckung dieser Goldfelder im Jahre 1902 haben dieselben für 153 Millionen
Dollar Gold gefördert. Der Wert der Goldausfuhr betrug im Jahre 1912 unge-
fähr 4300 000 Dollar, im Jahre 1914 über 2 700 000 Dollar.
Die Bodenschätze, die die Susitna-—Nena-Linie erschließt, sind von nicht
geringerer Bedeutung. Längs dem die obere Fortsetzung des Knik-Arms bildenden
Tale, das sich ungefähr 50 oder 60 Meilen von einem Punkte 25 Meilen ober-
halb der Spitze seines Zuganges erstreckt, liegt das Matanuska-Kohlenbecken.
Dieses und das schon vorher besprochene Bering River-Feld sind die wichtigsten
Kohle bergende Gebiete Alaskas. In dem aufgemessenen Teile dieses Feldes wird
das abbaufähige Gebiet auf 74 Quadratmeilen geschätzt. Die Güte der Kohle ist
verschieden; sie wechselt zwischen einer braunkohleartigen bis bituminösen und
Anthrazitkohle. Die bituminöse ist jedoch die vorherrschende.
Das Matanuska-Kohlenrevier kann am besten durch eine von der Spitze
des Knik-Arms ausgehende Zweiglinie der Seward-Fairbanks-Eisenbahn er-
reicht werden,
Jenseits der Alaska Range, an ihrem äußeren Abhange, liegt das Nenana-
Kohlenfeld, Obgleich es das größte zur Zeit bekannte Feld.Alaskas ist (150 Qua-
dratmeilen), ist noch kein Versuch gemacht worden, dasselbe auszubeuten, da es
an Transportmitteln fehlt, Die Kohle hat einen braunkohleartigen Charakter;
immerhin könnte sie, da das Feld nördlich der Alaska Range liegt, nach Fair-