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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1916.

So überaus sorgsam auch der maritime Beobachtungsdienst an Bord der
holländischen Schiffe eingerichtet und versehen wird, so konnte er doch nicht
alles Material des vorliegenden Werkes liefern; neben einigen französischen und
zahlreichen englischen Beobachtungen (besonders über Luftdruck, Luft- und
Wassertemperatur) hat deshalb handschriftliches deutsches Material der Seewarte,
besonders über Stromversetzungen, das in gegenseitigem Austausch geliefert wurde,
mitbenutzt werden können.
Die Darstellung umfaßt den eigentlichen Indischen Ozean und die Gewässer
des malajischen Archipels; schon die Chinasee und die ostasiatischen sowie die
ostaustralischen Gewässer liegen außerhalb, während die Seewarte bei ihren
letzten zwei größeren Veröffentlichungen, dem » Atlas der Meeresströmungen« (1913)
und der 2. Auflage der »Monatskarten für den Indischen Ozean«, aus inneren
Gründen, d, h. aus Rücksicht auf deutsche durchgehende Schiffahrtslinien, diese
Gewässer mitberücksichtigt hat. Es reichen die holländischen Kartenblätter von
10° O bis 140° O-Lg. und von 20° N bis 50° S-Br.
Von anderen Neuerungen abgesehen, liegt eine wichtige neue Methode bei
den Tabellen und den zeichnerischen Abbildungen des Materials in den Stabilitätsberechnungen
 der Meeres- und Luftströmungen; hiervon ist schon in dieser
Zeitschrift 1911 S. 387 die Rede gewesen. Das Verfahren hat seither weitere
Verbreitung und Anklang gefunden, Während aber im ersten Quartalshefte und
Quartalsatlas die vektoriellen Azimute und Strecken (Generalkurse und Distanzen)
dieser zwei Faktoren für 5°-Felder gegeben sind, enthalten die Karten der
Meeresströmungen in den seit 1911 veröffentlichten Quartalen diese Werte, zugleich
 wieder unter Kennzeichnung der Stabilität, für 2°-Felder. Das bedeutet
bei der Schärfe mancher Stromgrenzen, z. B. in den Gewässern westlich von der
Sunda-Straße, die Möglichkeit einer besseren Absonderung der zusammengehörigen
Wasserversetzungen und somit einen erheblichen Fortschritt. In den entsprechenden
Windkarten (Allgemeene Luchtbeweging) ist man auch in den drei letzten Quartalsheften
 bei 5°-Feldern stehengeblieben.
Die jeweils die einzelnen Atlashefte eröffnenden Stromkarten legen
einen Vergleich mit dem 1913 erschienenen Stromatlas der Deutschen Seewarte
nahe. Ganz streng vergleichbar sind allerdings die in beiden Werken gegebenen
»‚Stromsterne« um deswillen nicht, weil in der niederländischen Darstellung auch
Besteckunterschiede von weniger als 6 Sm noch als Strom mitgerechnet worden
sind, und daher Stromstillen so gut wie gänzlich fehlen, während in der deutschen
Arbeit erst Versetzungen von mehr als 6 Sm auf 24 Stunden als Strom betrachtet
wurden, so daß hier verhältnismäßig große Prozentzahlen für Stromstillen in den
einzelnen Feldern auftreten. Auch sind die Stärkestufen anders gewählt, im
niederländischen Atlas von 6 bis 10 Sm, 11 bis 15 Sm u. s. f, ab 30 Sm von
10 zu 10 Sm, im deutschen Atlas sind die Stufen von !/, zu !/, kn, also von 7
bis 12 Sm, 13 bis 24 Sm, 25 bis 36 Sm u. s. w. Gleichwohl kann eine überaus
befriedigende Übereinstimmung des beiderseitigen Ergebnisses festgestellt werden.
In manchen Gegenden, z. B. zwischen Ceylon und der Sunda-Straße, hat der
niederländische Atlas noch erheblich mehr Material zur Verfügung gehabt als
der deutsche,
Sehr klar und lehrreich sind die niederländischen Karten der Meeresströmungen
 nach der Stabilitätsrechnung, also die Karten mit nur je 1 Pfeil im
Feld, zur Kennzeichnung der »allgemeene waterbeweging aan het zeeoppervlak«.
Diese Karten dürften in mancher Hinsicht der in rot gedruckten zweiten deutschen
Abbildungsart im genannten Atlas überlegen sein, auch um deswillen, weil die
Versetzungen zwischen 0 und 6 Sm systematisch in die Berechnung der Stabilität
eingehen, während diese selben Werte im deutschen Atlas als etwas Besonderes
(Stromstillen) durch besondere Signatur von den kleinen Pfeilen der KEinzelversetzungen
 abgetrennt sind.
Die Windsterne in den niederländischen Atlasheften geben die prozentische
 Häufigkeit der Winde nur nach 8 Strichen, die deutschen »Monatskarten
{ür den Indischen Ozean« nach 16 Strichen. Nach des Berichterstatters Eindruck
wäre in dem niederländischen Werk ein kleiner Vorteil vermehrter Klarheit
            
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