v. Horn, A.: Bodenbewegungen der Niederlande,
6. der Pegel, das Nivellement und die Grundbohrung bei Hoorn zeigen
auf eine kleinere Senkung; .
7. der Rücken und das Nivellement bei Rosendaal zeigen auf eine kleinere
Senkung; ;
8. die Bohrungen in der Middelzee zeigen auf eine größere Senkung usw.
Die unter a bis g genannten Erscheinungen deuten an, daß in den Nieder-
landen neben allgemeinen Bodenbewegungen noch viele örtliche stattgefunden
haben und noch stattfinden, Die Richtung der Hügelreihen, der Ströme, der
Moore, der Rinnen in den Watten, der Küsten der Zuiderzee und die Form der
Dünen zeigen darauf hin, daß diese Störungen sich mit vielen Unterbrechungen
aus den Rücken und Furchen in Belgien, Limburg, Nord-Brabant und Deutsch-
land entwickelt haben können, da sie alle. ungefähr eine SO—NW-Richtung an-
geben, die einigermaßen furchenartig verläuft. Beinahe überall kann man die
Formen in den Niederlanden auf zwei Richtungen, nämlich ungefähr SO—NW
und SW—NO zurückführen,
Wenn nicht daran zu zweifeln ist, daß die Furchenbildung sich heutigen
Tages noch verschärft — sei es auch in säkularen Zeiträumen —, so muß dieses
auch an der Oberfläche sichtbar sein, weil diese nun nicht mehr durch Sedimente
ganz oder beinahe ganz verwischt wird. Die Rücken in und unter dem Alluvium
sind nicht überall gleich breit und können durch Erosion oder durch das von
ihnen fließende Regenwasser verkleinert sein.
Versalzung des Grundwassers.,
Die Bewegung des Grundwassers ist von der Zusammensetzung, der Lage
und .der Neigung der verschiedenen Formationen abhängig. Der Salzgehalt des
Untergrundes ist sehr verschieden; in Friesland ist eine Salzgrenze, die beweist,
daß die Versalzung nicht von dem Abstand von der Küste abhängig ist, sondern
von der Bodenbeschaffenheit, Wo in kurzem Abstand voneinander Salz- und
Süßwasser angetroffen wird, kann man annehmen, daß das Süßwasser auf den
Rücken und das Salzwasser in den Furchen angetroffen wird.
A. von Horn, Wasserbauinspektor a. D.
Der niederländische Atlas zur Ozeanographie und Meteorologie des
Indischen Ozeans.”
Mit der im September 1914 erfolgten Ausgabe der Beobachtungen für das
meteorologische Vierteljahr März, April, Mai ist wieder einmal der große nieder-
ländische Atlas der Ozeanographie und Meteorologie des Indischen Ozeans zum
Abschluß gelangt, und es ist angebracht, einen Blick auf das Gesamtwerk zu richten,
Das erste Heft der neuen Ausgabe mit Atlas für die Monate September,
Oktober, November erschien 1908 und wurde in den »Annalen der Hydrographie«
1911, S. 387 angezeigt; es umfaßt die Beobachtungen der Jahre 1856 bis 1904.
Das zweite Heft (Monate Juni, Juli, August) folgte in 1911 und berücksichtigte
die Beobachtungen noch bis 1908, das dritte (Monate Dezember, Januar, Februar)
kam 1913 heraus und umfaßte das Material bis 1910; das vierte (März, April,
Mai) beschloß 1914 die Reihe, und in ihm sind alle Beobachtungen aus dem
57 jährigen Zeitraum 1856 bis 1912 verarbeitet. Mehr als 7 Millionen einzelner
Beobachtungssätze haben in den Tabellen und dem Atlas Verwendung gefunden!
und schon kündigt der Hauptdirektor des Institutes an, daß das 1908 ausgegebene
erste Quartal wiederum neuaufgelegt werden soll, um die Beobachtungen bis
einschließlich 1913 mithereinzurechnen. 8
) Kon, Nederlandsch Meteorol. Instituut, Nr. 104: Oceanographische en meteorologische
Waarnemingen in den Indischen Oceaan. 4 Hefte Text (Tabellen) und 4 Hefte Atlas; Gesamtpreis
fi. 25. Utrecht 1908 bis 1914.