v, Horn, A.: Bodenbewegungen der Niederlande,
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Wahrscheinlich ist es, daß eine Bodenhebung oder geringe Senkung mit
Dünenbildung gepaart geht. So zeigt sich in Zeeland, wo einige Pegel auf
Bodenhebung weisen, Dünenbildung, ebenfalls bei Texel, wo die Senkung nur
gering ist, während die Dünen in Holland, wo große Senkung herrscht, mehr
und mehr weggeschlagen sind. . Dieser Verband geht noch mehr aus den Beobachtungen
des belgischen Geologen Rutot hervor, der annimmt, daß die Senkung
der belgischen Küste in 1200 und die der niederländischen in Zeeland ungefähr
in 1570 zum Stehen gekommen ist. Auch stimmt dies mit der Beobachtung von
van Baren, der aus alten Karten den Schluß zieht, daß bei Serooskerke seit
1546 sich eine Düne von 10 km Länge, !/, km Breite und 10—20 m Höhe gebildet
hat.
Daß bei der Dünenbildung die örtliche Senkung, also Furchen und Querfurchen,
eine große Rolle gespielt hat, geht auch aus Bohrungen hervor. Wo an
der Binnenseite der Dünen eine größere Senkung zu konstatieren ist, ist zu
folgern, daß der Streifen, wo die Dünen sich stehend gehalten haben, sich
weniger gesenkt hat, mithin auch die Notwendigkeit der Annahme eines Strandwalles
und der Bildung von Dünen in offener See darauf, wie bis jetzt angenommen
ist, entfällt. Auch jetzt bilden sich keine Strandwälle mit Dünen in
See, aber wohl Dünen gegen ältere Dünen oder Höhen,
Eine Erklärung dafür, daß .die Sandbänke vor der Küste sich wohl durch
die Seeströmungen umformen, doch so lange stehend halten, ist darin zu suchen,
daß sie auf Stellen von geringer Senkung gebildet sind und mehr Widerstand
gegen Fortspülen bieten können.
Für die Entstehung der Dünen lassen sich nun auf Grund der Beobachtungen
usw. folgende Perioden unterscheiden: ;
x) Vor dem Durchbruch der Meerenge von Calais. 1. Entstehung
von Dünen in einer oder mehreren Perioden während Hebung der Küste, weit
seewärts und vermutlich auch landwärts und an die englische Küste anschließend;
2, Entstehung einer Moorschicht in den Dünen, allein denkbar in den Furchen
und Querfurchen,
6) Nach dem Durchbruch der Meerenge von Calais, der vermutlich
durch eine allgemeine Senkung und somit Abschlag von Dünen und einer
Furchenvertiefung u. a., wo jetzt der Tiefwasserkanal gelegen ist, vorbereitet ist:
il. Neue Dünenbildung in einer. Periode von Hebung; 2. Abschlag, wie aus den
Überbleibseln und aus der Nehallenia bei Domburg und der Brittenburg bei
Katwyk hervorgeht; 3. Fortdauernde Abnahme der Dünen von Nord- und Südholland
und neue Dünenbildung in Zeeland, alles in Verbindung mit Bodenbeobachtungen.
d) Moore. Die Hochmoore in den Niederlanden sind in den breiten,
durch die Urströme verlassenen- Tälern entstanden, wodurch eine. vollständige
Entwässerung eintrat. Nach den Untersuchungen von Dr. Weber, Botaniker an
der Moorversuchsstation in Bremen, ist die Aufeinanderfolge der verschiedenen
Torfschichten auf derselben Stelle durch die . wechselnden Speisungs- und
Feuchtigkeitszustände verursacht. Letztere können sehr wohl zum Teil auch
der ungleichen Senkung des Bodens zugeschrieben werden, d. i. der Furchenbildung,
wodurch die Moore sich auf derselben Stelle bis zu einer Dicke von oft
8 m entwickeln konnten. ‚Jedenfalls aber kann ein ausgedehntes Studium der
Moore in Verbindung mit den Senkungserscheinungen auch hier wieder zur
näheren Kenntnis der Bodenbewegungen beitragen.
e) Wasserstandsbeobachtungen in Amsterdam. In dem offenen Y sind die
Wasserstände von 1700 bis 1860, d. i. bis zum Abschluß bei Schellingwoude,
aufgenommen. Von diesen 161 Jahren sind 58 ausgerechnet, nämlich die Jahre:
1700, 1717, 1725, 1749, 1775, 1796 bis 1813, 1825 und 1843 bis 1860. Die Beobachtungen
dieser ausgerechneten Jahre zeigen in der graphischen Darstellung
sehr regelmäßig verlaufende Linien der höchsten, mittleren und niedrigsten
Stände, verdienen somit großes Vertrauen. Es empfiehlt sich, die fehlenden
Jahre auch noch auszurechnen, nicht nur wegen der größeren Schwankungen