v. Horn, A.: Bodenbewegungen der Niederlande,
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Fortdauer der Senkung des Bodens der Niederlande.
Über die Fortdauer der Senkung sind die Meinungen sehr geteilt. Doch
geben die Pegelbeobachtungen neben anderen Erscheinungen darüber einen
guten Anhalt, insofern regelmäßige Beobachtungen in Amsterdam von 1700 bis
1860 angestellt worden sind, die von 1717 bis 1880 eine Senkung von 4 cm bis
15.5 cm oder im Mittel von 8 cm im Jahrhundert ergeben. Die Pegelbeob-
achtungen von den Helder seit dem Jahre 1832 sind in nebenstehender Figur
graphisch dargestellt md zeigen, daß die von 1874 bis 1906 gefundene Senkung
des Bodens sich auch auf längere Zeit erstreckt. Alle Pegelbeobachtungen nörd-
lich am Hoek van Holland ergeben somit eine, wenn auch ungleiche Senkung
des Bodens und genügenden Anlaß zur Annahme, daß auch in Zukunft eine
weitere Senkung an der Küste auf dieser Strecke stattfinden wird, zumal geo-
logische Zeitperioden nicht von kurzer Zeitdauer sind und kein Grund zu ihrer
plötzlichen Endigung vorliegt. Es erübrigt noch zu untersuchen, inwieweit diese
Senkung sich zu anderen Untersuchungen über längere Zeit stellt. Die Geologie
kann die ältesten Unterlagen dafür liefern.
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1930
020m N.A.P
030m N.A.P.
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N.A.P. = Neu-Amsterdamer Null
Professor Molengraaff, »Die Senkung des Bodens der Niederlande«, sagt
darüber Seite 405: daß »mindestens seit der jungen Tertiärzeit sich der Boden
der Niederlande gesenkt hat, jedoch nicht fortdauernd vollkommen gleichmäßig,
sondern dann und wann durch kürzere oder längere Perioden der Ruhe oder
entgegengesetzte Bewegung unterbrochen«, und weiter auf Seite 407: »Der Boden
der Niederlande ist mindestens seit der Pliocän Zeit fortwährend gesenkt und
verharrt noch in derselben großen, senkenden Periode.« Als sicher ist daraus
zu schließen, daß die Senkung eines großen Teils des eingedeichten Polderlandes
noch stets fortdauert. .
‚Was die Senkung in letzter historischer Zeit betrifft, so ist die geo-
graphische und geologische Lage der Niederlande eine heikle; Staat und Volk
müssen sich der Möglichkeit eines Wiedereinsetzens oder einer Verschärfung der
Senkungsbewegungen des Bodens bewußt und der beherzten Devise der Provinz
Zeeland »Luctor et Ernergo« stets eingedenk' bleiben« 1).
Wenn auch die Flut- und Ebbeströmungen durch die Vertiefung des See-
bodens sicherlich der Küste die gegenwärtige Form gegeben haben, so werden
jedoch die Bodenbewegungen.. auf die. Lage der Bänke vor der ‘Küste, sowie
möglicherweise die örtlichen Abweichungen in der Senkung und dadurch .ver-
A ns anders Zuzmmnnchunhng des Prdene nm? die. Wnarman der Rönka
und Rinnen von Einfluß gewesen sein.
Außer den genannten sind noch andere Unterlagen anzuführen, die noch
mehr über den Zustand Aufklärung verschaffen und die Richtung angeben, in
1) Vgl. Prof. Molengraaff und van Waterschoot v. d. Gracht, Handbuch der
Regionalen Geologie. Niederlande. SS. 67.