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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Wedemeyer, A.: Die Tafeln der Meridionalteile.

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genügte zum Zeichnen .der Karte.) Er zeichnet die Karte genau So, wie: wir es
noch heute tun; zum Argument x errechnen wir. y, siehe Wagner, Tafel 17,
Trotzdem schreibt Eugen Gelcich: »im praktischen Gebrauch können diese Tafeln
gar nicht benützt worden sein, denn sie sind unpraktisch und unbequem. Erstens
sind die zumeist gegebenen Elemente Kurs und Distanz nur zur Hälfte gegeben,
was Stevin. ganz richtig ausgestellt hat; zweitens. hätten lieber die Breiten in
ganzen Graden angegeben werden sollen, denn im nautischen Gebrauch des
ganzen 16. Jahrhunderts war ja die Breitendifferenz das bekannte Element, worauf
 man sich verließ, während die Länge eben zu suchen war. Solchergestalt
würde die Interpolation leichter ausgefallen sein.« Gelcich übersicht vollkommen,
daß Wright nur die Karte. zur Besteckrechnung verwandte, genau wie wir es
noch heute tun, und die Rumbentafeln nur zum Einzeichnen der Rumben in
Karten benutzte. Wright hat dies sehr ausführlich auseinandergesetzt, Gelcich
schwebten wohl die Strichtafeln unserer nautischen Tafeln vor, deren Begründer
Thomas Addison 1625 gewesen ist. ; _
„Adrian Metius, Nieuwe geographische onderwysinghe, waering ghehandelt
wordt die beschrijvinghe ende afmetinghe des Aertsche Globe, ende van zijn
ghebruyek, Franeker 1614, bringt dieselbe Tafel wie Wright, die Werte weichen
jedoch um 1’ ab. Für 24 = 50° hat er 44° 21’, während Wright richtig 44° 39
gibt. In einer Sondertafel werden. dann die Distanzen aufgeführt, z. B. 10°,
14° 9', 20°, 28° 18’, 30°, 42° 27.
Edmund Gunter ist der erste, der die Distanzen mit in die Tabelle aufnimmt,
 aber als Argument die Breite benutzt, Die Tabelle hat folgende Form:
The fourth Rumb, North-east . North-west
from the Meridian South-east South-west
La Long Dist _ La Long Dist La Long Dist
10° 10°05 14°9°14 40° 43°.71 569.65 70° 99°,48 989,99
20° 20°.42 28°,28 50° 579,91 70°.71 80° 139°,59 113°%.14
200° 31047 42043 60° 75949 84°,85 90°

Die Entwicklung der Rumbentafeln nach Gunter hat Zugen Gelcich in
seinen »Vermischten Studien zur Geschichte der mathematischen Geographie«,
Kettlers Zeitschrift f, wiss. Geographie, V, Wien 1885, S. 300, ausführlich geschildert.
 Die Rumbentafel von Wright läßt sich ebenso wie die Tafel der vergrößerten
 Breiten mit der Mechanischen Quadratur errechnen; es ist dp=dı- Set wo.
Mercatorfunktion. In neuerer Zeit hat man die Tabelle der Meridionalteile
zur Lösung trigonometrischer Rechnungen herangezogen und ihr eine den Tafeln
der log tang in den Nautischen Tafeln ähnliche Gestalt gegeben, um zur Funktion
des Winkels x schnell auf die Funktion seines Komplements übergehen zu können.
Wright erfand die Meridionalteile und wußte nicht, daß sie Logarithmen waren,
Man hat dann mit den ‚Zahlen gerechnet, unbekümmert. um. ihre Herkunft; man
verwandte sie als Streckenmaße. 300 Jahre etwa nach ihrer Erfindung besinnt
man sich darauf, daß die Zahlen Logarithmen sind, und zwar natürliche Logarithmen
 der Tangenten. . Napier hat zuerst die Tafeln der natürlichen Logarithmen
berechnet, um damit das Rechnen mit großen Zahlen zu erleichtern. Aber schon
wenige Jahre nachher. fand man, daß die Briggschen Logarithmen vor den
Napierschen den Vorzug hatten, Seitdem sind aus den Tafeln die natürlichen
Logarithmen nach und nach verschwunden. Durch die Mercatorkarte wurde
Wright auf die erste Tafel der Log tang geführt; durch eben diese.Karte, in die
man Höhengleichen einzeichnen wollte, wurde man wieder darauf geführt, daß
die Meridionalteile Logarithmen der’ Tangenten sind, und wunderte sich nun, daß
man damit alle trigonometrischen Rechnungen erledigen konnte. Daß:man mit
einer Tangententafel alle trigonometrischen Rechnungen durchführen kann, wußten
schon. Wright und die arabischen‘ Geometer vor ihm, Man ‘brauchte wirklich
nicht durch künstliche Schlüsse diese seit Jahrhunderten ' bekannten. Tatsachen
zu beweisen. €. W. Wirtz (Nautische Astronomie, Enecyklopädie der Mathem,

1) Bei dieser Gelegenheit sagt Wright ausdrücklich, daß seine Tafel‘ von 1594. in .10’ Intervall
gerechnet ist. Er rechnet dort auch mit 1° Intervall,
            
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