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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1916.
Auf 10 Stellen abgekürzt ist dieser Logarithmus in den »Formeln und
Tafeln zur Berechnung von Merkatornetzen«, Reichs-Marine-Amt, Berlin 1904, richtig
angegeben.
Der zugehörige Numerus ist 7915.704416 7897819600 142611),
nach Cotes?) 7915.70446 7897819,
Delambre®) 7915.7046741,
Germain?) 7915.704674,
Germain®) 7915.70447,
Littlehales®) 7915.7044558,
Atherton") 7915.704456,
Der Divisor ist 0.000126331143874 24456920907,
nach Halley®8) 0.000126331143874 244569212,
Robertson ®) 0.0001263311438.
Die strenge Formel zur Berechnung der Meridionalteile hat hauptsächlich
für die Theorie der Loxodromen Bedeutung. Abraham Gotthelf Kästner, Weitere
Ausführung der mathematischen Geographie, Göttingen 1795, und Siegmund
Günther, Geschichte der Lozodromischen Kurve, Halle 1879, behandeln diese Theorie
so ausführlich, daß ich mich auf eine Ergänzung beschränken kann. Gerhard
Mercator hatte bereits 1587 die Winkeltreue der stereographischen Karte be-
wiesen.1°) 1638 teilte Descartes seinem Korrespondenten Mersenne mit, daß der
Bogen der Proportional-Spirale, die 1704 von Varignon den Namen Logarith-
mische Spirale erhalten hat, proportional dem Fahrstrahl wäre und alle Fahr-
strahlen unter dem gleichen Winkel schnitte, also s= a -«r. E. Marini Mersenni
Minimi Cogitata Physico Mathematica, Paris 1644, III De Arte Nautica, seu
Histiodromia & Hydrostatica verweist bei der Besprechung von Loxodromen
auf diese Spirale, »cuyus descriptionem vide nostrae Harmoniae Gallicae lib. 2 de
motibus, prop. 8 & 9, vel Latinae prolegomenis, ubi describitur iter grauium per
plana ejusdem inclinationis ad centrum terrae contendentium«.!l) Das angezogene
Werk konnte ich nicht erhalten. 1640 hatte Torricelli die Proportional-Spirale
auf anderem Wege gefunden und ihre Rektifikation gezeigt. Er fand s=r sec £
(5 = Winkel zwischen Loxodrome und Fahrstrahl). In der stereographischen
Karte ist r = tang (45° —%)} Ist 2A der Polarwinkel, so ergibt sich leicht
dl= tg] dr und Zi = tang 5 log nat r = tang & log nat tang (45° — 3): Ohne
Kenntnis der Infinitesimalrechnung sind diese Schlüsse nicht so einfach zu ziehen.
Da man die Winkeltreue der stereographischen Karte kannte, konnte man zwar
Schließen, daß die Kugelloxodrome in dieser Karte eine Proportionalspirale wäre.
Es ist aber kaum anzunehmen, daß man auf Grund mathematischer Schlüsse
daraus die strenge Formel zur Berechnung der Meridionalteile gefunden hat,
Dies ohne Anwendung der Infinitesimalrechnung zu zeigen, war dem berühmten
1) Ohne logarithmische Rechnung kann man diese Zahl einer besseren Logarithmentafel un-
mittelbar entnehmen, z. B. J. C. Schulze, Sammlung logarithmischer und trigonometrischer Tafeln,
Berlin 1778. Obige Zusammenstellung beweist, wie wenig Vertrauen man in die Zahlenangaben vieler
Autoren setzen darf,
?) Roger Cotes, Logometria Philos. Transact, Vol. XXIX, 1714, Nr. 338, Harmonia mensurarum,
er 1722; Colin Maclaurin, Yreatise on Fluxions, Edinburgh 1742, art. 897: Philos. Transact.
Nr. 461,
”) Delambre, Astronomie, Bd. III.
*) A. Germain, Trait6 des Projections des Cartes g&ographiques, Paris 1867, S. 283.
A. Germain, Trait6 d’Hydrographie, 1882, S. 405.
G. W. Littlehales & J. S, Siebert. U. S, Hydr. Off, No. 91; Washington 1889.
John W. Atherton, Table of Meridional Parts for the terrestrial Spheroid, London
Philos. Transact. Vol. XVIII for 1694/95, London 1696. Nr. 219, S. 202,
) Robertson, The elements of navigation, 6. ed., London 1796, 2. Bd., S, 145.
©) G. Coordes, Kleines Lehrbuch der Landkarten-Projektion, 2. Ausg. von Dr. Koch, Leipzig
1896, S. 36. »Der Nachweis, weshalb sich die Loxodromen auf dieser (Mercator) Karte als gerade
Linien projizieren, wird hier als höhere mathematische Kenntnisse voraussetzend übergangen!«
1) Das Werk von Mersenne wird nirgends erwähnt. In der jetzigen Zeit ist namentlich seine
Abhandlung über Unterseeboote interessant.
1910. S