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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1916, 
von denen der Nordsee dem Kaiserlichen Küstenbezirksamt in Wilhelmshaven 
übersandt; auf den Küstenbezirksämtern zu Sammeltelegrammen zusammen- 
zestellt, wurden diese Telegramme an bestimmte Behörden, darunter die Deutsche 
Seewarte, sofort telegraphisch weitergegeben. Eine Unterbrechung der Eisbeob- 
achtungen und Eismeldungen während des Winterhalbjahres fand nur auf der 
Station Memel statt, verursacht durch den Einfall der Russen in die Stadt Memel 
während der Zeit vom 19. bis 23. März 1915. 
Von einer Veröffentlichung der täglichen Eismeldungen im allgemeinen, 
sowie auch in den Wetterberichten der Deutschen Seewarte mußte aus militärischen 
Gründen abgesehen werden. 
Auf Grund der von den Stationen eingesandten Monatsübersichten über 
die Eisverhältnisse und Monatsberichte wurde nach Schluß der Eisbericht- 
erstattung eine entsprechende tabellarische Übersicht über die Eisverhältnisse 
des ganzen Winters zusammengestellt. Diese Ubersicht ist in zwei Tabellen 
(I und II) hier beigefügt und gewährt ein ziemlich klares Bild der Eisbesetzung 
an den verschiedenen Teilen der Küste. Für eine jede Station sind acht ver- 
schiedene Angaben vorgesehen. Die erste Horizontalreihe enthält die Summe 
der Tage, an denen während des Winters eine schwache, die Schiffahrt nicht 
hindernde Eisbesetzung festgestellt worden ist; die nächsten vier Reihen ergeben 
die Zahl der Tage, an denen die Segelschiffahrt durch Eis erschwert war, die 
Segelschiffahrt geschlossen werden mußte, die Dampfschiffahrt nicht mehr möglich 
war und an denen endlich Eisbrecher tätig waren. Die mit Nummer 6 be- 
zeichnete Zeile ergibt sodann die Zahl aller Tage, von denen überhaupt Eis- 
meldungen vorliegen, und die beiden letzten Reihen enthalten schließlich das 
Datum der ersten bzw. letzten Eismeldung des Winters. 
Hervorzuheben sind noch die von einzelnen Seeuferstaaten übersandten 
tabellarischen Eisbeobachtungen in verschiedenen Häfen; auch diese bilden ein 
wertvolles Material und wurden bei der vorliegenden Beschreibung der Eisver- 
hältnisse an den deutschen Küsten zur Kontrolle bzw. Ergänzung der auf den 
obengenannten Tabellen aufgeführten Eisbeobachtungsstationen benutzt. 
Ein Blick auf die tabellarischen Übersichten läßt große Unterschiede in 
der Eisbildung an den verschiedenen Stationen erkennen. Selbst benachbarte 
Beobachtungsstellen weisen vielfach nicht unerhebliche Verschiedenheiten in der 
Dauer und Stärke der Eisbildung auf. Der Grund hierfür liegt fraglos nicht in 
erster Linie an den Abweichungen der Temperaturverhältnisse, da diese für be- 
nachbarte Stationen erfahrungsgemäß nur wenig voneinander abweichen; die 
Unterschiede sind vielmehr auf die örtlichen Eigentümlichkeiten und die geo- 
graphischen Lagen der Beobachtungsstellen, die Gezeitenströmungen, die Tiefen- 
verhältnisse, den jeweiligen Salzgehalt des Wassers und die Windverhältnisse 
zurückzuführen. So bedeutend aber auch Einflüsse solcher Art in ihrer Wirkung 
hervortreten können, so regelt sich doch ganz überwiegend die Eisbesetzung 
durch die thermischen Verhältnisse der Luft, dargestellt durch die Intensität, 
Dauer und Häufigkeit des Frostes, 
Die folgende kleine Tabelle gibt für die Orte Borkum, Keitum, Rügen- 
waldermünde und Memel die Abweichungen der Mitteltemperatur der Winter- 
monate 1914/15 von den langjährigen Mittelwerten. Die mit -+ bezeichneten 
Werte liegen über und die mit — bezeichneten unter den langjährigen Mittel- 
werten. 
Hanate 
November 1914 . 
Dezember « . 
Januar 1915 . 
Februar « 
März « 
April 
Borkum 
x 
42% 
423 
40.6 
+01 
4102 
Keitum 
+25 
. 
+09 
40.7 
03 
1.05 
| 
Rügenwalder- i Memel 
münde SE 
x 
+-3.2 
+16 
+10 
—14 
4.0 
— 20 
43.4 
0.6 
0.5 
—29 
0.1
	        
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