Defant, A.: R, v. Sterneck, Zur hydrodynamischen Theorie der Adriagezeiten, 93
Mit ‚diesem Proportionalitätsfaktor multiplizieren wir alle Werte von 25, und
erhalten so direkt die auf Grund der Gleichung 1 zu den 2&, gehörigen Ände-
rungen von 2%, die wir mit 24% bezeichnen wollen, Durch sukzesive Addition bzw.
Subtraktion derselben von den festgehaltenen Werten der Querschnitte 6 und 30
gelangt man zur 1. Näherung an die theoretische Wertereihe 2%. Die erste
Näherung stimmt, wie aus der Tabelle zu ersehen ist, in den Hauptzügen schon
mit den Beobachtungen überein. Die numerischen Beträge weichen jedoch
noch etwas stark voneinander ab. Zur Berechnung einer zweiten Näherung
geht man nun von den Werten 2% der ersten Näherung aus und verfährt genau
so wie im ersten Falle. Da sich noch bei der zweiten Näherung einige Ab-
weichungen gegenüber der ersten zeigen, kann man noch eine dritte Näherung
ermitteln. Die Ergebnisse der Berechnungen sowie die Unterschiede zwischen
den gegebenen Beobachtungsdaten und der dritten Näherung sind in obiger
Tabelle angegeben. Prozentuell sind letztere noch immer ziemlich groß, nament-;
lich bei den Querschnitten 1 bis 4 und später bei den Querschnitten 20 bis 27.
Im allgemeinen fügt sich aber doch der theoretische Verlauf der Werte 2%” den
Beobachtungsergebnissen gut an. (Siehe Fig. 1.)
Fig. 1.
90
-30
— 70
60
50
In
46
A
X
-M)
0
X
j
10
RM
36
40
1N
in
i
M
Dr
Zn
ap
40
‚++ Beobachtete Amplituden der halbtägigen Längsschwingung
= "Theoretische ” “
Die Knotenlinie der theoretischen Längsschwingung liegt genau beim Quer-
schnitt 13; nach den Beobachtungen liegt sie beim Querschnitt 12, also 20 km
weiter nordwestlich. Die Abweichung ist nur sehr gering. Es erübrigt noch,
nach Formel 3 die Schwingungsperiode zu ermitteln. Fixieren wir x, und x,
zu den Werten der Querschnitte 6 und 30, so wird T = 42465 Sekunden
= 11.80 Stunden, Diese Zahl steht in guter Übereinstimmung mit der Periode
der theoretischen Schwingungsdauer der Halbtagsgezeiten. Den Unterschied von
4.2 Prozent gegenüber der theoretischen Periode von 12.3 Stunden führt
R. v. Sterneck auf Reibungseinflüsse zurück, die eine Verkürzung der Schwin-
gungsperiode bewirken sollen. Auf diesen Punkt kommen wir später noch zurück,
Die von den Gleichungen 1 und 2 abhängige Theorie gibt keinen Auf-
schluß über die absolute Größe der Hubhöhen, solange wir keine Integration
vornehmen. Man erkennt sofort, daß eine den Differentialgleichungen genügende
Wertereihe der %,(x) und &,(x) auch dann noch den Differentialgleichungen ge-
nügt, wenn man sie mit einer willkürlichen Konstante multipliziert. Auch'die
Periode ändert sich hierbei nicht, da sich die multiplikative Konstante aus Zähler
und Nenner der Formel 3 weghebt. ı ;
Die Amplituden der Schwingungen in einem in ein offenes Meer mündenden
Kanal sind einerseits bestimmt dadurch. daß die Amplitude an der Mündung