Defant, A.: R. v. Sterneck, Zur hydrodynamischen Theorie der Adriagezeiten,. 91
T? ist, falls (x) eine theoretisch mögliche Wertereihe ist, von der Wahl der
beiden Stellen x, und x, vollkommen unabhängig. Die auf diese Weise berechnete
Periode muß, falls die Theorie zutreffend ist, mit der betreffenden Gezeitenperiode
übereinstimmen,
Die Anwendung auf die Längsschwingungen des Adriatischen Meeres liefert
ein gutes Beispiel, Das Beobachtungsmaterial ist im Wesen dasselbe, das in den
früheren Besprechungen mitgeteilt wurde. Der Vollständigkeit halber teile ich
hier noch folgende Tabelle mit; sie enthält in der zweiten Kolonne den Beobachtungsort;
unter a’ steht die Hubhöhe der den Halbtagsgezeiten zur Zeit der
Syzygien entsprechenden Längsschwingung der Adria. Das positive Vorzeichen
der Hubhöhe besagt, daß das der Längsschwingung entsprechende Hochwasser
an der betreffenden Stelle zur Zeit der Syzygien um 3,8%, das negative, daß es
um 98h M. E. Z. eintritt. Die Tabelle enthält außerdem unter a, die Hubhöhen
der Eintagskomponente K,, soweit sie heute bekannt sind, darunter auch solche
für den Ort Brindisi. Die Untersuchung einer kurzen Beobachtungsreihe von
Brindisi ergab, daß hier die Amplitude der Eintagskomponente nahezu denselben
Wert hat wie in Ragusa, daß also die Amplituden der eintägigen Längsschwingung
von Ragusa bis Brindisi nahezu konstante Werte aufweisen. Die Annahme,
daß die Amplituden am südlichen Ende der Adria nahezu auf Null herabsinken,
entspricht also nicht den Tatsachen, Die hydrodynamische Theorie ergibt tatsächlich
auch, wie ich bereits nachweisen konnte, für eintägige Längsschwingungen
keine Knotenlinie an der Mündung in’das Jonische Meer,
Tabelle 1.
Querschnitt
Ort
»
Ar
Querschnitt
Ort
A,
cm | cm
cm | em
3udua
Teljine
zagusa
Urstenik
Delagosa
Vakarska
Vallegrande
esina
Sissa
Jomisa
Spalato
5. Andrea
Rogoznica
Sebenico
Zauri
Zaravecchia
Sestrice
Zara
Eso
Punte bianche
?remuda >
Novaglia ;
Lussinpiccolo
Arbe ; \
Zu einer möglichst genauen Berücksichtigung der Gestaltverhältnisse der
Adria verwendet v. Sterneck nunmehr 40 senkrecht zur Mittellinie gelegte
Querschnitte.. Die Lage der Orte in bezug auf diese Querschnitte ist in der
ersten Kolonne bis auf Zehntel des Intervalls zwischen je zwei derselben an
gegeben.
Die Halbtagsgezeiten. Die. Anwendung der dargelegten Methode auf
die den Halbtagsgezeiten zur Zeit der Syzygien entsprechenden Längsschwingung
der Adria ergab folgende Tabelle 2. Kolonne 4 enthält die jedem Querschnitt
zugeordnete Hubhöhe a’, die also als doppelte Amplitude 2%, aufgefaßt werden
”
31.0
30.0
28.6
25.7
23.1
23,3
23.0
21.2
20.7
20.4
19.7
19,3
18.0
7.0
'A4
29.6|
29.6
-31.0
35.01
29,01
29.0
"7.9
5.7
19,8
"5,0
24,5
4.7
-21.5
+ 19.6!
21.9i
‘34
54
— 3.1
J_ 8.
0.V
163
} 4
5,5
5.4
2.7
7.5
70
6.5
4
KO
+0
Zengg
Unie
Veglia
Cherso
Dorer
Pola
Rabaz
Fiume
Rovigno
Parenzo
Pirano
Triest
Grado .
Venedig
Porto Corsini
Ancona
3. Benedetto di Tronto
Irtona
Tremiti
Manfredonia
Vieste ;
Bari
Brindisi’
— 22.0
—27,5
— 20.1}
— 24.9
32,3’
— 438.8
34.0
—972,6
57.1
7.2
235.8
33.1
ARE
31.2
280