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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

zn 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie. Februar 1915, 
Über eine Anderung des Gyroskops von Foucault. 
Die Erwiderung von J. R. G. Isbrücker auf die von A. J. Treurniet ge- 
äußerten Bedenken gegen die Richtigkeit der Lösung der Preisfrage (siehe »Ann. 
d. Hydr. usw.« 1914, S. 649ff.) hat dem letzteren Veranlassung gegeben, nochmals 
auf den Gegenstand zurückzukommen und seine Bedenken weiter zu begründen, 
worauf auch ersterer die Antwort nicht schuldig geblieben ist. Um jeder Seite 
Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, geben wir im folgenden auch noch diese 
beiden Ausführungen nach »De Ingenieur« Nr. 45/1914. 
A. J. Treurniet führt aus: 
Der Gedankengang der Preisfrage-Lösung war kurz folgender: 
Die Bewegungsgleichungen für die betreffende Bewegung in bezug auf die 
Erde, eines willkürlichen Körpers, dessen Schwerpunkt auf seiner Stelle ge- 
halten wird, in bezug auf die Erde, sind: 
A f8”—(y'— w)? sin OcosO } +6 { DPA (WW — 6) c08O } (y— e)sin@ + 
+ @! (A — OsindcosO= Null. . 1... 
d f p u A, 
4 [c{® + (& — w)cos 6 }| —Null . 
d 'c { PD’ + (4 — w) cos O } cos 9 + A (w’— w) sin? 6] =Nul .... 
(40) 
(41) 
Dabei gelangt Isbrücker, ausgehend von der fehlerhaften Annahme, 
daß das Gewicht (die Resultierende der Kräfte mg) in dem festgehaltenen Schwer- 
punkt angreift, zu der Schlußfolgerung, daß die zweiten Glieder der Gl. (40), (41) 
und (42) für jeden beliebigen Körper = Null sind, 
Elimination von 7’ und ®%’ aus diesen drei Gleichungen führt dann zu der 
Differentialgleichung in 9: 
Ad at S d ( el Ya e? (A — C)sinO cosO = Null . 
— AdcosO 
db rs 
VP-+Qcos@— R cos? 0 —$Scos!t9 
worin S = w? A(C — A), während der Ausdruck S cos*® in Gl. (51) von dem 
Ausdruck w? (A — C) sin@ cos® in Gl. (48) abstammt. Dieser Ausdruck S cos* ® 
gestaltet Gl. (51) durch algebraische oder goniometrische Formeln unlösbar. Lösbar- 
keit kann erzielt werden: 
1. Durch S = Null, also für A = C bei dem ungeänderten Gyroskop; 
2. durch Anderung des Gyroskops in der Weise, daß ein Moment auftritt, 
das in dem 2. Glied der Gl. (40) einen Ausdruck w* (A — C) sin 0 cos 0 gibt, wo- 
durch in Gl. (51) S = Null wird. Dieses geschieht durch Anbringung einer Feder. 
Soweit Herr Isbrücker. 
Gegen dieses Verfahren habe ich folgende Bedenken entwickelt (siehe 
»Ann. d. Hydr. usw.« 1914, S. 649 u. ff.). 
Die zweiten Glieder der Gleichungen (40), (41) und (42) sind nicht 
gleich Null, weil die Resultierende der Kräfte mg nicht durch den Schwer- 
punkt geht, vielmehr in bezug auf den Drehpunkt ein Moment M hat, das die 
Resultierende ist von: 
a) dem Moment M’ durch die Anziehungskraft der Erde; . 
b) dem Moment M” durch die Anziehungskraft der übrigen Himmels- 
körper; 
c) dem Moment durch die Massenkräfte, die jedem der Teilchen die Be- 
schleunigung der Erde in entgegengesetzter Richtung geben würde; 
d) dem Moment M” durch die Zentrifugalkraft infolge der Achsendrehung 
um die Erde, 
Die Entbundenen dieser Momente bzw. um OD, OZ, und 0Z kommen in 
den zweiten Gliedern der Gl. (40), (41) und (42) vor. 
ader
	        
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