accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Schott, G.: Die Gewässer des Mittelmeeres, 
a 
Die Gewässer des Mittelmeeres. 
Vorzugsweise nach den Arbeiten des dänischen Forschungsdampfers „Thor“ 1908—1910, 
Von Prof. Dr, Gerhard Schott- Hamburg, Deutsche Seewarte. . 
(Hierzu Tafeln 6, 7, 8.) (Schluß.) 
5. Die horizontale Verteilung der Wassertemperatur, 
A. An der Meeresoberfläche. (Tafel 6). 
Die räumliche und zeitliche Abänderung der Wassertemperatur im Bereiche 
des ganzen Mittelmeeres ist trotz der offenbaren und einschneidenden Bedeutung 
des Faktors nicht nur für die Ozeanographie, sondern auch für die Klimatologie 
merkwürdigerweise nocht nicht, soviel ich sehe, behandelt worden, Die nur für 
wenige große Flächen berechneten Mittelzahlen, die die Deutsche Seewarte 
1905 veröffentlichtel), können und sollten auch s. Zt. keine Darstellung der 
regionalen Wärmeverschiedenheiten im einzelnen bieten; wichtige Gebiete, wie 
z. B. die Ägäis, waren gar nicht berücksichtigt. Der Bearbeiter der Hydrographie 
der »Thor«-Eypeditionen, Nielsen, hat bei. der Natur des ihm zur Verfügung 
stehenden Materials dies Thema auch nicht behandeln können, Daher schien es 
an der Zeit, zumal weil in großer internationaler Vereinigung die Gesamtheit 
der mittelmeerischen Gewässer von 1916 ab?) erforscht werden soll, wenigstens 
eine vorläufige Grundlage dieser Wärmeverteilung nach den verdienst- 
vollen Beobachtungen unserer deutschen Handelsdampfer zu geben; 
wichtig sind auch verschiedene Reihen von Messungen durch unsere Kriegs- 
schiffe, Manche Gegenden freilich konnten gar nicht oder nur mit ganz 
unsicheren Isothermen versehen werden, so z. B. daß Syrten-Meer von Sfax bis 
Bengasi, Wir dürfen hoffen, daß, nachdem das Hydrographische Amt zu Genua 
einen maritim-meteorologischen Beobachtungsdienst auf den italienischen Schiffen 
organisiert hat, diese und andere Lücken, z. B. westlich von Sardinien, in ab- 
sehbarer Frist sich ausfüllen lassen. . 
Februar, Gegen Ausgang des Winters wie auch schon vom Herbst ab und 
im Winter selbst erscheint das durch die Straße von Gibraltar hereintretende 
atlantische Wasser relativ warm bei Temperaturen von rund. 15° und etwas 
darüber, besonders auf der afrikanischen Seite, an die das Wasser sich anlehnt; 
im Sommer tritt es uns mindestens bis nach Algier hin als vergleichsweise kühl 
entgegen. Für das ganze westliche Mittelmeerbecken hat im übrigen im Februar 
die Temperatur von rund 13° weitreichende Gültigkeit; dies ist ja auch 
der Temperaturwert, den.wir mit kleinen Abweichungen am ‚Boden (S. 67) finden, 
In der südlichen Hälfte des Westbeckens und besonders in der SO-Ecke des 
Tyrrhenischen Meeres dürfte die mittlere Februartemperatur etwas über 14° sein, 
in der nördlichen Hälfte des Westbeckens nach der Riviera hin liegt sie dagegen 
ein wenig unter 13°, Aus noch unveröffentlichten vielfachen Messungen vor 
Monaco, die der Direktor des ozeanographischen Museums, Dr. Richard, mir 
Freundlichst zur Verfügung stellte, berechnet sich ein Durchschnittswert für die 
Oberfläche im Februar zu 12.9° für eine etwa 1.5 Sm von dem Strand entfernte 
Station I in 43° 43’ N-Br., 7° 26.5’ O-Lg., und ebenso auch für eine 3.5 Sm vom 
Strand entfernte Station II in 43° 41’ N-Br., 7° 28.5’ O-Lg.; die Schwankung von 
Jahr zu Jahr war mit den Extremen 12.4 und 13.4 gering. 
Sehr auffällig sind die ungemein niedrigen Wassertemperaturen, die wir 
von Marseille ab westwärts bis in den innersten Teil des Golfe du Lion beobachten 
und die südwärts über Kap Creus bis Barcelona und zur Ebro-Mündung ver- 
folgbar erscheinen; hier kommen Wärmegrade bis 8° herunter vor. Das Wort 
‚Auftrieb« muß hier natürlich bei den besonderen Verhältnissen des Mittelmeeres 
1) »Wind, Strom, Lauft- und Wassertemperatur auf den wichtigsten Dampferwegen des Mittel- 
meeres«, Beilage zu den Annal..d. Hydrogr. 19053. 
2 Das Manuskript ist im Frühjahr 1914 geschrieben,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.