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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Brennecke, W.: Aufgaben und ‚Probleme der Ozeanographie. 
4.Br. 935° ya! 
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Salzgehalt %. 
Schnitt D-E 
00 Fache Übertiefung. 
Aber nicht immer bietet die Verteilung des Salzgehalts das beste Mittel, 
um sich ein Bild von den in einem bestimmten Vertikalschnitt vor sich gehenden 
Wasserbewegungen zu verschaffen. Als ein Beispiel führe ich das Gebiet der 
Weddell-See an, wo zwischen 60° und 70° S-Br. der Salzgehalt von 300 m Tiefe 
bis zum Boden keinerlei Unterschiede zeigt, die über den Beobachtungsfehler 
hinausgehen. Wir haben eine homohaline Wassermasse von mehr als 4000m Mächtig- 
keit, die wir auf Grund allein der Salzgehaltsbestimmungen für einheitlich gebildet 
und gleicher Herkunft halten könnten. Hier belehren uns aber die Temperatur- 
bestimmungen und auch der Sauerstoffgehalt der einzelnen Schichten, daß ein hete- 
rogenes Gebilde vor uns liegt, das aber in allen Schichten den gleichen Salzgehalt 
aufweist!)., Wie cs entstanden ist, dafür fehlt es uns heute an Unterlagen aus den 
angrenzenden Gebieten; wir können nur so viel mit Bestimmtheit aussagen, daß 
nicht Konvektionsströmungen, die infolge winterlicher Abkühlung eine Zirku- 
lation zwischen Oberfläche und Boden bewirken könnten, die Bildung dieser 
Wassermasse veranlaßt haben, denn dagegen ‘spricht die warme Schicht in 300 
bis 1500 m Tiefe, verbunden mit einem Minimum des Sauerstoffgehalts, die zu 
allen Jahreszeiten vorhanden ist. . 
Im Anschluß hieran möchte ich die Frage der Bildung des Bodenwassers 
der Ozeane kurz berühren, Das Problem wurde aufgerollt durch die For- 
schungen im Nordatlantischen Ozean, und es sind heute vornehmlich zwei Theorien 
vorhanden, die sich gegenüberstehen, F. Nansen, der Vertreter der Konvek- 
tionstheorie, führt die Bildung des Bodenwassers des Nordatlantischen Ozeans 
zurück auf die Abkühlung der Oberfläche des Ozeans in bestimmten Gebieten, 
die außerhalb der Grenzen der Polarströmungen liegen. Wenn im Winter die Ober- 
fläche des Meeres mehr und mehr :erkaltet, so treten in diesen Gebieten (z. B: 
) Der Temperaturschnitt ist veröffentlicht in der Zeitschrift der Ges. f, Erdk. Berlin 1914.
	        
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