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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1915.
Von einem Punkte querab von den Penguin-Inseln bis nach Kap Freels,
16.5 Sm ostsüdöstlich davon, ist die Küste im allgemeinen niedrig und flach ohne
irgendwelche Landmarken. Die Deadman-Klippe mit 4.6 m (15’) Wasser darüber
liegt rw. 350° (mw. Nz07/,0) 11/, Sm von der Deadman-Huk, und verschiedene
9.1 m bis 16 m (5 bis 9 Fad,)-Stellen, auf denen es bei schwerem Wetter brandet,
sind vor der Deadman-Bucht. Eine 5.5 m (3 Fad.}-Stelle liegt außerdem rw. 171°
(mw. SSW) 1/2 Sm von der Deadman-Huk.
Cat Harbour
in der Bucht zwischen Outer Cat- und Inner Cat-Eiland ist klein und gefährlich
und ist nur kleinen Schiffen bei gutem Wetter zugänglich. Eine felsige Bank mit
11m (6 Fad.) Wasser darüber liegt etwa 1 Sm nordöstlich von Inner Cat-Eiland.
Eis. Cat Harbour friert im Januar zu und wird eisfrei, sobald das Eis die
Küste verläßt.
Kleinere Mitteilungen.
Rio Grande do Sul!), Bemerkung über die Barre und die neue Hafenanlage.
Kapt. Roehl vom D. »Nassovia« berichtet vom Juni 1914 aus Rio Grande
do Sul das Folgende:
Am 3. Juni 1914 kam die »Nassovia« mit einem Tiefgange von 15 Fuß vor
der Barre an; die Leuchttonne »Espera« lag nicht aus, sie war vertrieben,
Während wir am nächsten Morgen noch draußen auf Lotsen und Schlepper
warteten, liefen ein brasilianischer Küstendampfer und ein großer englischer
Dampfer, dieser in Ballast ausgehend, durch das Südostfahrwasser über die Barre,
Dann wurde der deutsche D, »Persia« durch das Südwestfahrwasser ausgeschleppt.
Der Schleppdampferführer sagte mir später, er habe die »Persia«, mit 13 Fuß
4 Zoll Tiefgang, eigentlich auch durch das Südostfahrwasser schleppen wollen,
es sei genügend Wasser dazu da gewesen. Dieses Fahrwasser ist durchaus
gerade, es verläuft in der Richtung des Stromes und ist bedeutend breiter als
das S-förmig gekrümmte Südwestfahrwasser, in dessen scharfen Buchten die
Schiffe teilweise von Querstrom getroffen werden. »Nassovia« lief um 9% V.
am 4. VI. durch das Südwestfahrwasser ohne Grund zu berühren.
Wenn auch der derzeitige Wasserstand zum Teil durch Südwestwinde und
Regen im Innern günstig beeinflußt war, so lassen doch die Urteile von Sach-
verständigen keinen Zweifel, daß der ununterbrochen auslaufende Strom mit der
fortschreitenden Verlängerung der Leitdämme die Südostdurchfahrt wieder ver-
tieft, wohingegen das Südwestfahrwasser bald nicht mehr in Betracht kommen
wird, weil der westliche Leitdamm die Innenkante des Südwestfahrwassers schon
fast erreicht hat und darüber hinausgeführt werden soll. Die Barre vor dem
Südostfahrwasser ist nur noch ein schmaler Rücken von 20 bis 25 m Breite, den
vor kurzem ein ausgeschickter Peildampfer gar nicht hat finden können.
Die neuen inneren Hafenanlagen sind soweit fertig, daß Schiffe sehr wohl
dort anlegen und arbeiten könnten, und der Hafen hat auch schon im Mai 1914
in Betrieb genommen werden sollen. Die Regierung soll dies aber verhindern,
weil die Hafengesellschaft die Bedingung, das Fahrwasser über die Barre bis
auf 18 Fuß zu vertiefen, noch nicht erfüllt hat. Den Schiffen, die mit 13 Fuß
oder noch größerem Tiefgang über die Barre gekommen sind, entsteht dadurch
der Nachteil, daß sie tagelang an den Bojen liegen und löschen müssen. Denn
da man einen neuen Hafen mit 10 m Tiefe hat, wird am alten nichts mehr getan,
so daß er mehr und mehr verschlickt. »Nassovia«, die am 4. VI mit 15 Fuß
3 Zoll Tiefgang über die Barre gekommen war, mußte bis auf 12 Fuß 10 Zoll
an der Tonne ableichtern und wäre mit diesem Tiefgang fast noch auf einer
seichten Stelle im Fahrwasser sitzen geblieben, als sie am 6. in den inneren
Hafen ging. Rke.
'y Ergänzung zum Handbuch der Ostküste Südamerikas, 1. Teil. 1911. S. 537 und 542.