{8 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1915.
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen {je 3 am Tage)
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Mittl. Windstärke
(Beaufort)
an V | 20N | gnxN
3.7
3.6
392
4.0
3.9
33
3.8
3.4
3.1
2,8
3.4
3.6
2,8
8.6
25
3.1
3.8
23.7
27 | 3.9 | 3.6
s | 3.6 | 3.7 | 3.0
Ol 3.21 32 | 3.2
Ein Ende der Herrschaft der Südostwinde wurde, wie dies häufig geschieht,
in der Weise herbeigeführt, daß im Laufe des 7. ein Hochdruckgebiet von Südwesten
her vordrang, während gleichzeitig ein Tiefdruckgebiet über dem Nordmeer
heranzog. Schon am Morgen des 8, zeigte die Wetterkarte ein vom Nordmeer
bis Polen reichendes, ganz Norddeutschland bedeckendes Tiefdruckgebiet,
und es folgte nun bis zum 15. November eine Periode mit vorwiegend südwestlichen,
nur vorübergehend nach Nordwest drehenden Winden. Gegenüber hohem,
von der Biskayasee ostwärts über Kontinentaleuropa ausgebreitetem Luftdruck
schritten Sturmwirbel über Skandinavien hinweg und riefen auf ihrer Südseite
an der Küste vom 11. bis 14. die angegebenen, teilweise von Gewittern begleiteten
stürmischen Winde hervor. Das Wetter war überwiegend trüb und bis
zum 14, meist mild, der 9. bis 11. brachten fast durchweg die höchsten Temperaturen
des Monats. Täglich stellten sich Regenfälle, vielfach in ergiebigen Mengen ein,
Der 15. November brachte einen Wetterumschlag, indem sich an diesem
Tage zwischen einem nordostwärts über Skandinavien abziehenden und einem
von England heranziehenden Tiefdruckgebiet in dem diese Gebiete trennenden
Hochdruckkeil ein Hochdruckgebiet über Skandinavien entwickelte, das schnell
an Höhe und Ausdehnung zunahm, während das Tiefdruckgebiet von England
nach Südosteuropa fortschritt. Es folgte nun bis zum 23. November wieder eine
Periode mit vorherrschenden östlichen Winden unter dem Einfluß des am Morgen
des 17. vom Nordmeer bis Frankreich reichenden, dann in einen nördlichen und
einen südlichen Teil zerfallenden und nach Rußland fortschreitenden Hochdruckgebietes.
Diese Tage waren im ganzen ziemlich kalt und an der Nordsee und
westlichen Ostsee bis auf den 20. und 23. trocken, sowie vom 17. bis 19. heiter,
während der Osten der Küste, unter dem Einfluß von Tiefdruckgebieten über
Rußland, bis zum 21. täglich Niederschläge hatte. Die niedrigsten Temperaturen
des Monats stellten sich erst am Morgen des 24. ein.
Abermals war es ein von der Biskayasee vordringendes Hochdruckgebiet,
das der Herrschaft östlicher Winde ein Ende bereitete. Unter dem Einfluß eines
am 24, von der Nordsee nach der Ostsee vordringenden Tiefdruckgebietes drehten
die Winde im Laufe des Tages an der ganzen Küste auf der Nordseite des sich
von der Biskayasee ostwärts ausbreitenden Hochdruckgebietes nach westlichen
Richtungen, und diese erhielten sich meist aus Süd bis Südwest bis Monatsschluß
unter dem Einfluß von flachen Ausläufern eines den niedrigsten Luftdruck andauernd
über dem Nordmeer aufweisenden ausgedehnten Tiefdruckgebietes, die
in ihrem Vorübergang vom 28. bis 30, die angegebenen steifen und stürmischen
Südwestwinde hervorriefen. Nachdem am 24, an der ganzen Küste Frost geherrscht
hatte, hoben sich die Temperaturen bald, und es stellte sich zunächst
im Westen und später auch im Osten mildes Wetter ein; ostwärts bis Mecklenburg
traten täglich fast überall Niederschläge auf, während der Osten bis auf
die letzten beiden Tage trocken blieb,
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