558 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1915,
dem Südosten, weshalb die darauf senkrecht zustrebenden Winde infolge der Ab-
lenkung durch die Erdrotation in eine im ganzen westliche Richtung geraten.
August. Tabelle VIIL und Tafel 21 zeigen, daß die Winde aus den südlichen
Quadranten schon wieder beginnen, die Oberherrschaft an sich zu reißen, wobei die
Beständigkeit derselben nach der Tabelle IX sogar eine sehr hohe ist.
September, Tabelle VIII und Tafel 21 geben von der endgültigen Rückkehr
des nordwesteuropäischen Minimums Kunde, da die Südwestrichtung der Winde
wieder vorherrscht.
Nach der Tabelle IX ist allerdings die Windbeständigkeit eine geringe.
Oktober. Ebenso wie sich bei den Oktober-Isobaren die Isobaren des Sep-
tembers in erhöhter Konsequenz der Ausbildung widerspiegeln, sprechen die
Tabelle VIIL und Tafel 21 sowie die Tabelle IX von einer größeren Konsequenz der
Winde aus den südlichen Quadranten.
November. ‚Der geringeren Dichte der Isobaren entspricht eine geringere
Konsequenz der Windrichtungen aus den südlichen Quadranten, wie unsere
Tabelle VIII und Tafel 21 dartun. Es zeigt sich allerdings eine ähnliche Wind-
beständigkeit wie im Oktober nach der Tabelle IX.
Dezember. Der wieder besseren Ausbildung des monatlichen Minimums im
Nordwesten Europas entspricht eine größere Konsequenz in der Windhäufigkeit
(Tafel 21) und in der Hauptrichtung des Windes aus dem Südwesten (Tabelle VIII)
sowie in der Windbeständigkeit (Tabelle IX).
b. Windrichtungen im Binnenlande.
Nach Klarlegung der Windverhältnisse an der deutschen See soll nunmehr
untersucht werden, ob sich in unserem Gebiete, das sich nur wenige Breitengrade
von der Küste ab nach dem Süden erstreckt, eine Änderung der Windrichtungen
feststellen läßt.
Es sei noch einmal darauf hingewiesen, daß die Stationen des Königl.
Preußischen Meteorologischen Instituts zu Berlin andere Beobachtungstermine
A was aber vermutlich im 20jährigen Mittel sich schon mehr und mehr aus-
gleicht.
Mittlere Windrichtung. Aus den Zahlen der Windhäufigkeit wurden
wiederum in der oben beschriebenen Weise die Hauptwindrichtungen unter
Ignorierung der Windstärke berechnet und in der Tabelle X niedergelegt.
Tabelle X.
Mittlere monatliche Windrichtungen in der norddeutschen Tiefebene.
(Stationen des K. Pr. M. I. zu Berlin.)
(Windrichtung in Graden.)
Station
Löningen
Celle
Gardelegen
Frankfurt a.O.
Bromberg
Osterode
Marggrabowa
Jan.
S48W
S62W
S52W
S4LW
S49W
S22W
S32W
Febr. ' März |! April ! Mai ı Juni ! Juli
353W S63W'W45N W6IN |WA4LN W18N
S69W S81W;W34N W47N W28N |W_4N
S54W, 855 W! S64W| S81W:W 5N) 883 W
356 W| S415W S68W| S85W.W 6N | S78W
S62W! S17W|W45N|N 90 W51N,W 8X
322W; SL1W! S41W/W35N W31N W1IN
S39W; S 2W! 0818 | 057S W36N W 8N
Aug, |
Sept.
Okt. | Nov. | Dez,
S70W S64W S18W
577W S81W S12W
S71W S62W SL4AW
S60W' S41W S22W
ST7W | ST3W. SLAWV
St5 Wi S42W! 5 4W
S72W | S5SW. S SW
316W S28W
S12W; S31W
S23W! S34W
S28W. S31W
S410W S10W
S21W, S16W
334W! SI9W
Windbeständigkeit. Weiter wurden wiederum die Endresultierenden der
Windhäufigkeit — wie oben beschrieben — berechnet und in der Tabelle XT nieder-
gelegt.