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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Thraen, A.: Der Einfluß der Nord- und Ostsee auf den Niederschlag USW, 551 
März. Während eine Temperaturabnahme westöstlich im ganzen noch vor- 
handen ist, zeigt sich landein wärts schon eine Zunahme der Temperatur — wiederum 
ein getreues Änalogon zu unserem Niederschlagskärtchen für den März, da dieser 
Monat im ganzen schon sommerliche Verhältnisse aufweist. ; 
April. Westöstlich nimmt die Temperatur an der Küste und im Binnenlande 
noch ab, allerdings bedeutend weniger, was wir als einen Beweis dafür ansehen 
dürfen, daß auch noch nicht in diesem Monate der Frühling den vollen Sieg über den 
Winter davongetragen hat. . 
Landeinwärts ist eine noch bedeutendere Zunahme der Temperatur fest- 
zustellen — genau so wie auch der Niederschlag des Binnenlandes für den Monat 
April den Seeniederschlägen im ganzen über ist. 
Mai. Während westöstlich wesentliche Temperaturunterschiede nicht zu 
verzeichnen sind, zeigt das Festland einen im Vergleich zu den beiden vorigen 
Monaten bedeutend höheren Wärmeüberschuß gegenüber der Küste — genau so wie 
auch der Niederschlag in diesem Monate landeinwärts schneller zunimmt als im 
März und April. 
. Juni. Westöstlich und landeinwärts können wir im ganzen eine Zunahme 
der Temperatur feststellen, wenn auch landeinwärts etwas geringer als im Mai — ganz 
entsprechend den Verhältnissen beim Niederschlag, der auch westöstlich und land- 
einwärts intensiver ist. ; 
Juli. Eine westöstliche und landeinwärts gerichtete Temperaturzunahme 
gilt auch für diesen positiv extremen Monat — genau so wie der Niederschlag eine 
Zunahme nach Osten und Süden aufweist. !) 
Einen tieferen Einblick in die Wärmebegünstigung des Festlandes gegenüber 
der See im Juli gibt uns wieder Köppens Karte?) „Isanomalen der Temperatur im 
Juli“. Auf dieser Karte liegt unser Gebiet zwischen den Isanomalen von 0° (die 
die Nordsee erreicht und an der Westküste von Schleswig weiter nach dem Norden 
verläuft) und etwa von 2°. Die Wärmebegünstigung im Sommer ist also wesentlich 
geringer als im Winter! . 
August. Die westöstliche Zunahme der Wärme ist schon unregelmäßig 
und die landeinwärts gerichtete Abnahme der Wärme tritt wenigstens im Osten 
und Westen unseres Bezirkes schon deutlich in die Erscheinung. 
Diesem weniger konsequenten Verhalten der Temperatur entspricht die weniger 
klare Verteilung des Niederschlags nach Isokoeffizienten für den August. 
September. Der Wärmeunterschied zwischen West und Ost ist an der Küste 
und im Binnenlande unbedeutend. ; 
Landeinwärts stellen wir eine Abnahme der Temperatur fest. Ausgenommen 
ist wieder die Gegend an der Oder — ein überraschendes Analogon zu unserem Nieder- 
schlagskärtchen für den September, auf der sich dieselbe Gegend als sehr nieder- 
schlagsreich herausstellt. 
Oktober. Die westöstliche Temperaturabnahme ist wiederum strenger 
geworden, während sich die landeinwärts gerichtete Abnahme der Temperatur 
so verhält wie im September. 
Auch unser Niederschlagskärtchen zeigte eine deutliche Abnahme des Nieder- 
schlags landeinwärts. 
Nach dem russischen Kontinent hin zeigt die Temperaturabnahme sich be- 
sonders schroff vom September bis zum Januar, 
November. Westöstlich und landeinwärts ist eine konsequente Abnahme 
der Temperatur ersichtlich, nach jeder Hinsicht stärker als im Oktober — ganz analog 
zum Niederschlag, der in diesem Monate landeinwärts ebenfalls schneller abnimmt. 
Dezember. Westöstlich und landeinwärts stellen wir eine Temperatur- 
abnahme fest, die noch schroffer ist als im November und sich dann im Januar noch 
weiter steigert. 
Auch unsere Regenkarte zeigt eine deutliche Abnahme des Niederschlags 
landeinwärts. — 
1) Von der Milderung der Wärme durch die Nordsee redet vor allem die 18°-Linie in 
Philippsons Tsothermenkarte („Europa“). ; 
2) v.Hann-Süring: „Meteorologie“. HILL Aufl... Tafel IV.
	        
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