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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1915. 
Nur auf einige Punkte sei kurz hingewiesen. Guyou!®) gibt der Tafel der 
Meridionalteile eine Anordnung, die von der gewohnten abweicht. Er bezeichnet 
mit Z/ die zu einer Breite gehörenden Meridionalteile, mit co4 die Meridionalteile, 
welche zu dem Komplement dieser Breite gehören, und stellt dann in der Tafel 
das 2 und co4 für jede Breitenminute nebeneinander. Da die 4 der Minuten von 
0° bis 45° die coli der Minuten von 90° bis 45° sind, so stehen an der linken 
Seite der Tafel die Breitenminuten von 0° bis 45° und an der rechten Seite die 
von 90° bis 45°. Die Tafel der Meridionalteile, welche in der gewohnten Anordnung 
von 0° bis 90° fortschreitet, ist bei Guyou also gleichsam bei 45° eingeknickt!"), in 
derselben Weise, wie es bei den trigonometrischen Tafeln zu geschehen pflegt. 
Guyou hat diese Anordnung getroffen, weil in den von ihm angegebenen 
Methoden vielfach zu den Meridionalteilen eines Winkels die zu dem Komplement 
dieses Winkels gehörenden Meridionalteile gesucht werden. Bei der gebräuchlichen 
Anordnung der Tafeln müßte erst der zu den Meridionalteilen gehörende Winkel 
gesucht, dann das Komplement dieses Winkels bestimmt und zuletzt die dazu ge- 
hörenden Meridionalteile in der Tafel gesucht werden, während in der neuen An- 
ordnung einfach die danebenstehende Zahl genommen wird. 
Folgende Tafel gibt ein Bild von der Guyouschen Anordnung. 
Tabelle 16. Aus der Tafel von Guyou. 
' co2 | Breite 
5° 300.4 | 107646 
10 603.1 | 83752 
15 910.5 69703 
20 1225.1 5965.9 
25 1550.0 51788 
85 
80 
75 
70 
659 
30° 
35 | 
40 
15 
1888.4 4527.4 
22443 39680 | 
2622.7 2 34745 
20999 20299 
60 
55 
50 
45° 
Breite ) coA4 | 
Die Werte der Guyouschen Tafel stimmen überein mit der Tafel von Men- 
doza von 1791 für die Kugel. 
Die Tafel der Meridionalteile in der Form von Guyou ist übernommen von 
Börgen in der zuerst genannten Arbeit von 1898 und von G. Friaucourt, Tables 
de logarithmes et tables de navigation. Edition stereotype. — 3° tirage. Paris 1903. 
Börgen schlägt in der Abhandlung von 1898 für die Meridionalteile einen 
neuen Namen vor. Er sagt (S. 4): „Im nachfolgenden werden nun diese Zahlen 
(nämlich die Meridionalteile) nicht allein für die Breitengrade gebraucht, sondern 
allgemein für jeden beliebigen Winkel, und da dürfte es sich empfehlen, eine Be- 
zeichnung für dieselben einzuführen, welche jede spezielle Beziehung ausschließt. 
Hierfür scheint die Bezeichnung Mercatorsche Funktion ganz besonders 
empfehlenswert zu sein, da sie zugleich dem Andenken des großen Geographen eine 
wohlverdiente Huldigung darbringt und an die enge Beziehung zu der seinen Namen 
tragenden Kartenprojektion erinnert. Wir werden sie im folgenden mit f (x) be- 
. . Intg (459° + 4x) « 
zeichnen. und es ist f (x) = a 
Auf der ersten Seite derselben Abhandlung von 1898 sagt Börgen: „In 
neuerer Zeit macht sich in nautischen Kreisen mehr und mehr das Bestreben geltend, 
die allzu große Fülle der zur Erleichterung der astronomischen Rechnungen kon- 
struierten Tabellen so viel wie möglich einzuschränken und namentlich die bisher üb- 
lichen logarithmisch-trigonometrischen Tabellen durch eine einzige Tafel, die der 
Meridionalteile, zu ersetzen.‘ Er zeigt in den beiden Aufsätzen, daß man in der Tat 
alle Aufgaben der nautischen Astronomie und somit überhaupt alle Aufgaben der 
nautischen Praxis mit der einzigen Tafel der Meridionalteile lösen kann, so daß, 
wenn die neuen Methoden sich in der Praxis durchsetzen, der Gedanke Guyous 
(a. a. O0. S. 4) verwirklicht wird, daß „die Tafel der Meridionalteile bestimmt ist, 
eines Tages das Universalrecheninstrument der Seeleute zu werden‘‘. 
2 
Breite 
110) Les problömes de navigation..., 1895. Tafel XV; vielleicht hat er schon in seinen Tables 
de poche, 1885, die mir nicht zugänglich waren, der Tafel diese Form gegeben. 
u) Vol, C. Börgen., 1898. S. 35.
	        
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